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Pillnitz testet organische Dünger - Versuchen im Labor folgt nun Anbautest

Pillnitz testet organische Dünger - Versuchen im Labor folgt nun Anbautest

Weil Schäfer in Deutschland die Wolle ihrer Tiere kaum oder gar nicht mehr verkaufen konnten, musste eine Lösung her. Die heißt floraPell. Unter diesem Namen werden seit dem vergangenen Jahr in Lauchhammer aus Schafwolle Düngepellets hergestellt.

An der Entwicklung waren das Institut für Agrar- und Stadtökologische Projekte (IASP) an der Humboldt-Universität in Berlin, die IfN-Group, eine Industrieforschungseinrichtung in Lauchhammer sowie ein An-Institut der Hochschule Lausitz beteiligt.

Die Düngepellets aus Schafwolle enthalten Stickstoff und wenigstens zwei Prozent Kalium, sorgen durch ihre Quellwirkung für eine Auflockerung des Bodens und können Wasser bis zum 3,5-fachen ihres Eigengewichtes aufnehmen. In Anbauversuchen habe sich gezeigt, dass der Schafwolldünger „als sehr guter Stickstofflieferant dient und die Schaffellpellets vollständig biologisch abgebaut werden“, werben die Erfinder. Gedacht sind die Pellets vor allem für Klein- und Hausgärten. Zudem sind sie für den biologischen Anbau und den Weinbau zugelassen.

Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hat jetzt unter Leitung von Dr. Hermann Laber, Referat Obst-, Gemüse- und Weinbau, in Pillnitz verschiedene organische Dünger pflanzlicher und tierischer Herkunft unter die Lupe genommen. Untersucht wurden Vinasse (Rückstand aus der Zuckerrübenverarbeitung), ‘Phytogran‘ (Rückstände aus der pflanzlichen Produktion), Haarmehl-Pellets (aus Schweineborsten), Hornspäne und Horngries sowie besagte Schafwollpellets im Rahmen eines Brutversuchs im Labor. Dafür versetzte man jeweils 1,5 Liter eines stark lehmigen Sandbodens mit Dünger und beobachtete über elf Wochen, wie schnell und in welcher Menge die Mineralisation des Stickstoffs erfolgt.

„In den getesteten organischen Düngern liegt Stickstoff in Form von Proteinen vor, die durch Bakterien in zwei Stufen zu Nitratstickstoff umgewandelt werden, den die Pflanzen aufnehmen können“, erläutert Dr. Hermann Laber. Die gute Nachricht bei floraPell: „Der Stickstoffumsatz entspricht dem Vegetationsverlauf. Um es am Radieschen zu erklären: Nach der Saat braucht dieses eine Zeit, um zu keimen und Wurzeln zu schlagen. Dann folgt ein rasantes Wachstum, das kurz vor der Ernte dann nachlässt. Mit einer solchen Kurve lässt sich auch die Mineralisation der Schafwolle beschreiben.“

Die schlechte Nachricht: „Nur knapp 40 Prozent des in den Schafwollpellets zur Verfügung stehenden Stickstoffs wurden im Brutversuch – für die Pflanzen verfügbar – freigesetzt. Bei Horngries lag der Prozentsatz bei rund 60 Prozent. Zum Vergleich: Bei konventionellem Mineraldünger sind es etwa 80 Prozent“, so Laber. Aber: Stickstoff ist zwar der wichtigste, aber nicht der einzigste Hauptnährstoff. Dem Brutversuch soll nun in Pillnitz ein Freiland-Düngungsversuch mit Spinat folgen, in dem auch noch Luzerne- und Erbsengrünaufwuchs sowie Biogas-Gärrückstände getestet werden.

Catrin Steinbach

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