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Kurz erklärt: Was ist ein Frostballen?

Kurz erklärt: Was ist ein Frostballen?

"Eine Methode zur Versetzung bereits angewachsener kleinerer Bäume oder größerer Sträucher", weiß Siegfried Stübler von der gleichnamigen Gartenbaumschule in Steinbach/Moritzburg.

"Wichtig für das Umsetzen ist, dass der Wurzelballen nicht auseinandergerissen und zu viele Wurzeln verletzt werden. Deshalb umsticht man im September/Oktober den Wuzelballen mit einem Spaten. Der Durchmesser sollte dem der Krone des Gehölzes entsprechen. Auch an der Unterseite müssen alle Wurzeln durchtrennt sein."

Dann heißt es, vorsichtig den Ballen zu wässern, ohne Erde auszuschwemmen. Das Gehölz hat nun Zeit, ringsherum neue kleine Wurzeln zu bilden. Solange der Boden frostfrei ist, am neuen Standort des Gehölzes eine Pflanzgrube ausheben und dafür sorgen, dass daneben der zum Wiedereinpflanzen nötige Aushub und Kompost so abgedeckt wird, dass er nicht gefriert.

Im November schaufelt man dann laut Siegfried Stübler mindestens zwei Fuß breit einen tiefen Graben um den Baum und füllt diesen mit Laub, um den Ballen vor Austrocknung zu bewahren. "Kündigt sich eine Frostperiode an, wird der Graben freigelegt und der Ballen durchdringend gewässert, so dass er gefriert. Jetzt kann man den Baum mit dem gefrorenen Ballen herausheben, vorsichtig in die neue Grube setzen, und mit der vor Frost geschützten Erde verfüllen. Mit einem Baumpfahl wird das Gehölz gegen Wind gesichert."

Gartenkünstler Fürst Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871), "entschuldigte" das Versetzen mit Frostballen jedoch nur "als Nothbehelf". In seinen "Andeutungen über Landschaftsgärtnerei, verbunden mit der Beschreibung ihrer praktischen Anwendung in Muskau" von 1834 beschreibt er ebenfalls das Umstechen des Wurzelballens und das Schaufeln eines Grabens, den er auch mit Laub oder gedüngter Erde auffüllt. Allerdings plädiert Pückler dann dafür, dem Baum Zeit zu geben. "Wenn er (der Baum, die Red.) sich hierauf nach drei bis vier Jahren von der Operation ganz erholt hat und seine Äste nach allen Seiten freudig breitet, versetzt man ihn, ohne alle weitere Verkürzung, mit eben der Leichtigkeit und geringen Kosten, als mit einem gefrorenen Frostballen."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.03.2013

Catrin Steinbach

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