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Hobby-Züchter Werner Merkel ist Sachsens "Kiwi-Mann" - Spezialgebiet Mini-Früchte

Hobby-Züchter Werner Merkel ist Sachsens "Kiwi-Mann" - Spezialgebiet Mini-Früchte

Werner Merkel ist der „Kiwi-Mann" in Sachsen. Gemeinsam mit seiner Frau Helga nimmt der Chemnitzer wieder am Pillnitzer Gartenwochenende am 28. und 29. Mai auf der Maillebahn im Pillnitzer Schlosspark teil.

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Die Mini-Kiwi-Sorte „Julia“ von Werner Merkel verspricht eine üppige Ernte von fruchtig-süßen Kiwis.

Quelle: Privat

Der Kiwi-Sammler und Züchter, der sich auf Mini-Kiwis spezialisiert hat, verkauft verschiedene Sorten der ursprünglich aus Asien stammenden Frucht. Natürlich hat er auch seine „Kinder" Romeo und Julia dabei. Die von Werner Merkel gezüchteten Sorten wachsen hierzulande prächtig, überstehen locker harte Winter und liefern jede Menge zwar kleine, aber dafür fruchtig-süß schmeckende Früchte.

Gelernt hat der heute 74-jährige Werner Merkel Schmied, studiert Konstruktion von Automobilen, gearbeitet zuletzt als Außendienstler in der Volkswagen Vertriebs GmbH in Chemnitz. Aber sein Hobby waren schon immer Pflanzen. Erst hatten es ihm alpine Pflanzen angetan, dann sammelte er Zwerglaubgehölze, schließlich Zwiebelblumen. „Oft musste eines dem anderen weichen", sagt der Pflanzenfreund selbst. Denn mit 1600 Quadratmetern ist Werner Merkels Grundstück zwar groß, aber eben doch begrenzt. „Rasen haben wir gerade mal neun Quadratmeter, damit meine Frau die Wäsche aufhängen kann", lacht er.

In den 80er Jahren, als die Jostabeere - eine Kreuzung von Johannisbeere und Stachelbeere - auf den Markt kam, begann er, sich für Obst zu interessieren und Wildobstgehölze zu sammeln. Vor allem Beerenobst hatte es ihm angetan. Von Dienstreisen, die ihn hin und wieder ins Ausland führten, brachte er sich heimlich Pflanzen mit, tauschte Samen, versuchte Pflanzen selbst zu vermehren und zu kreuzen. „Ich wollte den Dingen immer auf den Grund gehen, wissen, wie etwas zusammenhängt", sagt Werner Merkel. Deshalb fuhr er nach Pillnitz und nach Ungarn, suchte das Gespräch mit den Obstzüchtern, legte Dokumentationen über Züchtungen verschiedener Institute an, sog das Wissen auf wie ein Schwamm.

Als er nach der Wende für Volkswagen durch die Lande fuhr und selten zu Hause war, blieb für seine Obstgehölze keine Zeit. „Nur die Actinidia habe ich behalten." Damit meint er die Kiwi. „Über 64 Arten gibt es, aber es werden ständig neue entdeckt", erzählt Merkel. „Kiwi sind in Asien zu Hause, wachsen selbst auf Kamtschatka, aber auch noch weiter im hohen Norden. Einige brauchen Wärme, andere aber halten tiefen Frost locker aus." Die Chinesen seien einfach mit dem Eimerchen in den Wald gezogen, um die wild wachsenden Kiwi zu ernten. Weltweit bekannt gemacht haben jedoch die Neuseeländer die Frucht.

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Die Kiwi „Bojnice“ ist eine Merkelsche Auslese.

Quelle: Privat

Actinidia deliciosa heißt die große grüne Kiwi, die man nun schon viele Jahre im Supermarkt kaufen kann. Doch eigentlich stammt auch diese Kiwi aus Asien, „aus dem Auengebiet des Jangtsekiang", weiß Merkel. „Die Neuseeländer haben die deliciosa nur ausgelesen und kultiviert." Große Bedeutung gewonnen habe in den letzten Jahren im Handel auch die gelbe Kiwi (Actinidia chinensis). „Es gibt jetzt auch eine attraktive Variante mit rotem Kerngehäuse." All die großfrüchtigen Kiwis könne man aber nur bei günstigen klimatischen Bedingungen - „zum Beispiel im Elbtal, vielleicht in einem Innenhof oder an einer Südmauer" - kultivieren. „Sie wachsen zwar auch lustig weiter, wenn die Temperaturen im Winter bis minus 20 Grad gefallen sind. Aber dann sind die Blütenanlagen kaputt und die Schlingpflanzen tragen keine Früchte."

Merkel hat deshalb Mini-Kiwi-Arten, die absolut frosthart sind, gekreuzt. „Mein Ziel war eine Sorte, die reichlich wohlschmeckende Früchte trägt und diese nicht gleich abwirft." Das ist Merkel mit „Romeo" (männliche Pflanze) und „Julia" (weibliche Pflanze) gelungen. „Man sollte beiden zusammen in den Garten pflanzen, denn dann ist die Ausbeute an Früchten höher", empfiehlt der Kiwi-Fachmann. Romeo und Julia werden übrigens von der Baumschule Sämann in Bautzen produziert und unter dem Namen „Sachsen-Kiwi" vermarktet. Die Früchte sind etwas größer als Stachelbeeren, fruchtig-süß und können gleich mit Schale gegessen werden. Nach Pillnitz bringt der Chemnitzer aber noch mehr Mini-Kiwi-Sorten mit. „Kens Red" zum Beispiel mit dunkelrotem Fruchtfleisch. Oder auch „Bojnice", „mit 15 bis 17 Gramm Fruchtgewicht die Größte der Mini-Kiwis".

Catrin Steinbach

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