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"Göttin des Regenbogens" - Frank Kathe aus Dresden hat sich der Iriszüchtung verschrieben

"Göttin des Regenbogens" - Frank Kathe aus Dresden hat sich der Iriszüchtung verschrieben

Für den legendären Gärtner, Staudenzüchter, Autor und Gartenphilosophen Karl Förster war die Iris "die feierlichste Frühlingsblume". Von Pharao Thutmosis I.

wird erzählt, dass er die Iris - auch Schwertlilien genannt - als Kriegsbeute aus Syrien mitbrachte, und die Blume zum Zeichen seiner Macht als Symbol in Wandreliefs und auf seinem Zepter verewigen ließ. "Die Griechen nahmen Irisrhizome und Iris- parfüm mit auf ihre Eroberungszüge, was man auf den Spuren Alexanders des Großen verfolgen kann", schrieb Susanne Weber in ihrem 1997 erschienenen Gartenratgeber "Iris - Die besten Arten und Sorten für den Garten".

Benannt wurde die unzählige Arten umfassende Gattung Iris nach der Götterbotin Iris, der Personifizierung des Regenbogens. Und so breit gefächert wie dessen Farben sind auch die der Schwertlilien. Weiß oder Cremefarben, in zartem Blau, kräftigem Violett, Gelb, Orange, Rosa, ein-, zwei- oder auch dreifarbig leuchten die Blumen im Staudenbeet. Zudem gibt es Sorten, die braune oder fast schwarze Blüten hervorbringen. Nur Rot sucht man vergeblich. Das Besondere an den Irisblüten jedoch ist die Zeichnung auf den Blütenblättern, die Farbkombinationen und/oder die seidige bis samtige Konsistenz der Blätter.

Allerdings verzaubert die Iris nur kurz. "Drei Tage hält eine Blüte. Für die Vase sind sie eher nichts." Das sagt Frank Kathe. Er und seine Frau Christine sind Irisfans. Die beiden gelernten Gärtner aus Dresden-Coschütz sammeln diese Frühlingsblumen seit Anfang der 1980er Jahre. Mittlerweile wachsen in ihrem Garten bereits über 150 Bartiris-Sorten (Iris barbada). Etwa 30 davon hat Frank Kathe selbst gezüchtet. Weitere sollen folgen. Besonders stolz ist er auf eine Sorte, die grün-gelbe Blüten hervorbringt - eine Rarität.

Alle Züchtungen von Frank Kathe sind von der Amerikanischen Iris-Gesellschaft anerkannt. "Dort reichen wir sie immer zum Sortenschutz ein, weil Amerika neben Australien maßgeblich in der Iriszüchtung ist", erklärt der 61-Jährige. Dass die Deutsche Gesellschaft der Staudenfreunde seine Züchtungen mehrfach mit Goldmedaillen prämierte, erwähnt er nur bescheiden am Rande. Zudem bewertet er mit zwei weiteren Züchtern die niedrig wachsenden Kreationen der deutschen Züchter. 16 gibt es insgesamt.

In den vergangenen Jahren nahm das Dresdner Ehepaar mit seinen Frühlingsblumen an zahlreichen Ausstellungen der Deutschen Staudengesellschaft teil, reiste nach Erfurt, Frankfurt oder auch Luxemburg. Kathes größter Wunsch: einmal an einer Sächsischen Landesgartenschau teilzunehmen. Angesprochen wurden sie noch nie. "Doch das muss man zeitig vorbereiten. Die Iris-Pflanzen brauchen zwei, drei Jahre, bis sie prächtig blühen."

Kathes sind Liebhaberzüchter. Ihre Irissammlung wächst in einem Hobbygarten. Bereitwillig öffnet das Ehepaar für Interessenten die Tür zu ihrem kleinen grünen Reich, wenn die "Göttin des Regenbogens" zwischen Ende April bis Mitte Juni ihre ganze Pracht entfaltet. Zuerst erblühen die Zwergiris-Sorten (bis 40 cm hoch), und zwar von Ende April bis in den Mai. Von Mitte Mai bis Anfang Juni folgen die mittelhohen Irissorten (bis 70 cm hoch) und schließlich von Ende Mai bis Mitte Juni die bis zu einer Höhe von 1,10 Meter wachsenden hohen Sorten. Wer sich vom Iris-Fieber anstecken lässt, kann die Pflanzen bei dem Hobbyzüchter-Paar erwerben und nach der Blüte abholen oder zuschicken lassen.

Was muss man wissen, wenn man die Bartiris im Garten etablieren möchte? "Es handelt sich um Steppenpflanzen. Sie brauchen also im Garten einen sonnigen Standort. Stehen sie im Halbschatten, verschiebt sich die Blütezeit und sie sind nicht so blühwillig", erklärt Frank Kathe. Lehmiger Sandboden ist seiner Meinung nach am günstigsten. Zudem werden die Rhizome beim Einpflanzen nicht komplett mit Erde bedeckt. "Ein Drittel bleibt im Licht", so der Züchter. "Mit dem ersten Saubermachen im Frühjahr arbeitet man fünf Kilogramm Kompost auf eine Fläche von einem Quadratmeter als Dünger ein. Das reicht als Dünger für das ganze Jahr. Ansonsten lässt man den Bereich um das Iris-Rhizom in Ruhe." Allerdings sollte man nach der Blüte die Stängel herausbrechen und die Blätter fächerförmig zurückschneiden.

Kontakt: Frank und Christine Kathe: Tel.: 0351/4 03 18 41, 19-21 Uhr

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.05.2013

Catrin Steinbach

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