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Gemeinschaftsgärten werden in Dresden immer beliebter

Gemeinschaftsgärten werden in Dresden immer beliebter

Zumeist von jungen Leuten initiierte Stadtteilgärten schießen wie Pilze aus dem Boden: brach liegende Flächen, auf denen gemeinsam Obst und Gemüse angebaut sowie Blumen gesät und gepflanzt werden.

Doch nicht nur das Gärtnern steht im Mittelpunkt, sondern vor allem das Miteinander. Mindestens fünf Gemeinschaftsgärten gibt es bereits, weitere sind im Entstehen. Um Erfahrungen, Geräte, Pflanzen und Samen auszutauschen, die Verhandlungsposition mit Ämtern und Behörden zu verbessern und neue Initiativen zu unterstützen, haben Vertreter der Stadtteilgärten jetzt ein Gartennetzwerk gegründet.

Als einer der nächsten Schritte ist der Aufbau einer Internet-Seite geplant. Auf der soll ein interaktiver Stadtplan einen Überblick über bestehende Gärten und geeignete Brachflächen für neue Gärten geben. "Wir würden uns sehr freuen, wenn uns die Stadt dabei helfen könnte, weitere geeignete frei Flächen zu finden", sagt Anne Schindler.

Die 32-jährige Politikwissenschaftlerin gehört zu den Mitbegründern des Vereins "Ufer-Projekte Dresden". Der ist dabei, auf einer Brache an der Dürerstraße/Silbermannstraße einen Bürgergarten anzulegen. Nach und nach wurde das 1700 Quadratmeter große, zugewucherte städtische Grundstück von Gestrüpp befreit. Dann beriet man im Rahmen einer Ideenwerkstatt, wie die Fläche aufgeteilt und gestaltet werden soll. Die Resonanz war und ist groß. Inzwischen wuchs die Zahl der Vereinsmitglieder von sieben auf35 Leute im Alter von Anfang 20 bis70 Jahren. Auch eine Familie aus Indien ist dabei. Ebenso ist das berufliche Spektrum breit gefächert. "Die Hälfte der Gemeinschaftsgärtner kommt aus der Johannstadt, der Rest aus anderen Stadtteilen", erzählt Gregor Scholtyssek.

Der Student der Evangelischen Hochschule beschäftigt sich intensiv mit ökologischen Ansätzen und Nachhaltigkeit. "Irgendwann bin ich drauf gestoßen, dass wir die Natur erleben müssen, wenn wir nachhaltig handeln wollen. Da ist der Gemeinschaftsgarten eine tolle Möglichkeit, denn man kann ultraviel lernen." Zum Beispiel wurde gemeinsam eine Komposttoilette errichtet. Zum Gießen wird Regenwasser von den Dächern des benachbarten Garagenkomplexes aufgefangen. "Wir planen aber jetzt, einen Brunnen zu bohren. Die Genehmigung von der Stadt haben wir schon", berichtet Anne Schindler von einem der nächsten Vorhaben im Gemeinschaftsgarten. In dem gibt's noch viel zu tun. "Der Boden ist voller Steine und Schutt, so dass wir in einem ersten Schritt versucht haben, Biomasse mittels Winterroggenanbau und zerhäckseltem Gehölzschnitt aufzubringen." Mittlerweile sind zum Beispiel ein großes Gemeinschaftsbeet und eine Kräuterspirale entstanden.

Nicht alle Johannstädter registrieren begeistert den Gemeinschaftsgarten. "Naja, unsere Komposttoilette sieht aus wie ein Hexenhäuschen, und der eine oder andere vermisst schnurgerade Beete und hält uns für Öko-Hippies", lacht die Politikwissenschaftlerin. "In unserer ersten Gartensaison gab es zugegebenermaßen noch viel Durcheinander, aber das soll besser werden." Auch ein gleichberechtigtes Miteinander brauche Regeln, "zum Beispiel wann wer was ernten darf. Doch diese Regeln legen wir alle gemeinsam fest".

Um Berührungsängste abzubauen, das Projekt Gemeinschaftsgarten bekannter zu machen und noch mehr Interessenten zu gewinnen, will der Verein "Ufer-Projekte" im kommenden Jahr zu kleinen Kulturveranstaltungen einladen. Denn der Garten lebt nur durch die Gemeinschaft. Und er braucht Unterstützer. "Die 800 Euro Pacht pro Jahr können wir gerade so durch Mitgliedsbeiträge aufbringen."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.01.2013

Catrin Steinbach

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