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Gartentelefon: Expertin Helma Bartholomay antwortet auf Fragen von DNN-Lesern

Gartentelefon: Expertin Helma Bartholomay antwortet auf Fragen von DNN-Lesern

Herr Hering: Zwischen den Dahlienknollen, deren Triebe jetzt die Erde durchstoßen, haben sich Ameisen angesiedelt.Helma Bartholomay: Bei ganz zarten Pflänzchen wie zum Beispiel einigen Steingartenstauden könnten die Ameisen durch das Verwühlen der Erde und Anfressen zarter Wurzeln vielleicht Schaden anrichten.

Herr Hering: Zwischen den Dahlienknollen, deren Triebe jetzt die Erde durchstoßen, haben sich Ameisen angesiedelt. Schaden die den Pflanzen? Und wie kann ich die Ameisen vertreiben?

Helma Bartholomay: Bei ganz zarten Pflänzchen wie zum Beispiel einigen Steingartenstauden könnten die Ameisen durch das Verwühlen der Erde und Anfressen zarter Wurzeln vielleicht Schaden anrichten. Bei Dahlien sehe ich da keine Gefahr. Um Ameisen zu vertreiben, kann man zum einen auf Mittel zurückgreifen, die der Handel anbietet. Man kann es aber auch erst einmal mit alten Hausmitteln versuchen. Eine Möglichkeit wäre, Backpulver auf die Laufstraßen der Ameisen zu streuen. Die Insekten nehmen das Pulver mit in ihr Nest, fressen es und verfüttern es an ihre Nachkommen und sterben daran. Manchmal hilft es auch, aus den Blättern der Zitronenmelisse einen Tee zu kochen und diesen dann auf die Stellen im Beet zu gießen. Ameisen mögen zitronige und andere Kräutergerüche nicht.

Herr Brahner: In meinem Steingarten wachsen einige Raritäten, darunter auch zwei Haberlea rhodopiensis. Die möchte ich natürlich gern behalten. In einer Pflanze hat sich jetzt aber eine Ameisenkolonie angesiedelt; ich befürchte Schäden für die Pflanze. Wie kann ich die Tierchen dort wieder los werden? Wenn Einsatz von Pestiziden, dann aber bitte umweltverträgliche. Haben Sie eine Lösung?

Auch hier wäre ein Einsatz von Duftpflanzen möglich. Neben der Zitronenmelisse kann man es auch mit Zitronenverbene, Thymian, Basilikum oder Knoblauch versuchen.

Frau Blum: Schadet es, mit Pferdemist die Rosen zu düngen?

Wenn der Pferdemist angerottet ist, schadet er nicht.

Ich überlege, gehäckselte Äste vom Forsythia als Mulch auf das Erdbeerbeet aufzubringen. Was raten Sie mir?

Holzhäcksel oder auch Rindenmulch bringen den Boden in den sauren Bereich. Stickstoffverluste müssen ausgeglichen werden und Pilze siedeln sich auf dem abgestorbenen Holzmaterial an. Deshalb würde ich meine Erdbeeren damit nicht mulchen. Eher geeignet sind die Häcksel als Mulch unter einer Hecke oder auch unter Rhododendron, der ja ohnehin einen sauren Boden liebt. Sie könnten die Häcksel auch auf die Baumscheiben von Obstbäumen geben. Doch auch die vertragen zu sauren Boden nicht. Deswegen müssten Sie in diesem Fall den pH-Wert des Bodens in Abständen kontrollieren und bei Bedarf kalken, sowie der Kultur entsprechende Dünger einsetzen.

Frau Schiller: Meine Samthortensie habe ich in der Wohnung erfolgreich überwintert, doch jetzt plötzlich sind die Blätter an den Rändern angefressen. Was kann das sein?

Eine Ferndiagnose in diesem Fall zu stellen ist schwierig. Schneckenfrass, Raupen und anderes kommt infrage. Von der Beschreibung her tippe auf den Dickmaulrüssler. Das Insekt ist nachtaktiv. Vielleicht legen Sie sich, wenn es dunkel wird, mal auf die Lauer und schauen, ob sie den Käfer entdecken. Sicherer ist es aber, mal zwei oder drei Blätter abzumachen und sich bei einem Pflanzendoktor beraten zu lassen. Von alleine wird der Käfer den Blumentopf nicht wieder verlassen, wenn er sich dort wohlfühlt.

Frau Steffin: Ich habe meine sieben Jahre alte Kumquat aufgrund von Schildlaus- und Spinnmilbenbefalls drastisch zurückgeschnitten. Sie hat schön wieder ausgetrieben, aber plötzlich wachsen am Kumquat-Bäumchen Zitronen! Wie kann denn das passieren?

Vermutlich wurde die Kumquat (Fortunella) auf einer Zitrusunterlage veredelt und jetzt hat die Pflanze aus der Unterlage ausgetrieben. Demzufolge wachsen an den unter der Veredlungsstelle liegenden Zweigen andere Früchte. Da hilft nur, die Zweige, die aus der Unterlage gewachsen sind, wegzuschneiden. Oder Sie erfreuen sich eben jetzt an einer Zitrone.

In unserem Garten wachsen plötzlich Tulpen an Stellen, wo wir genau wissen, dass wir dort keine Zwiebeln gepflanzt haben. Die Zwiebeln wandern doch nicht! Wie kommen die dahin?

Nein, die Wandertulpe ist wahrlich noch nicht gezüchtet. Als Missetäter kommt da nur die Wühlmaus in Betracht. Die frisst gern Tulpenzwiebeln, schleppt sie unter Umständen auch durch die Gegend. Spitzmaus und Maulwurf mögen Tulpenzwiebeln nicht.

Frau Gemeinhart: Wann wird Schneeheide und wann Forsythia geschnitten?

Schneeheide schneidet man unmittelbar nach der Blüte. Sie treibt dann neu durch, bleibt schön buschig und hat genug Zeit, bis zum Winter neue Blüten zu bilden. Forsythia muss man nicht jedes Jahr schneiden, sondern nur dann, wenn er zu groß wird, von unten verkahlt oder die Wuchsform nicht gefällt. In der Höhe kürzen kann man Forsythia unmittelbar nach der Blüte. Einen Auslichtungsschnitt bei alten, verkahlten Sträuchern nimmt man im Winter bei frostfreiem Wetter vor. Die Zweige, die neu austreiben, blühen dann im Folgejahr.

Frau Ebert: Zwei Sauerkirschbäumchen sind von Monilia befallen. Was soll ich jetzt tun?

Da die Sauerkirschblüte vorbei ist, macht Spritzen mit einem Fungizid jetzt keinen Sinn mehr. Ihnen bleibt nur, die befallenen Zweige bis tief ins gesunde Holz zurückzuschneiden. An ihnen würden sich ohnehin keine Früchte mehr bilden. Sie sollten mit dem Schnitt nicht zu lange warten, denn die Pilzkrankheit wird sich in der Pflanze immer weiter ausbreiten und sie schädigen. Zudem werden Bäume in der Nachbarschaft infiziert. Bitte informieren Sie sich Anfang nächsten Jahres, welche Pflanzenschutzmittel zugelassen sind und behandeln Sie die Bäumchen rechtzeitig.

Frau Herrling: Meine vor 14 Jahren gepflanzten Weigelien sehen dieses Jahr schlecht aus: lange dürre Zweige, zum Teil wenig frische Blätter am Zweigende. Im vergangenen Jahr blühten sie alle noch üppig. Die Sträucher wurden in Abständen ausgelichtet, alte Äste in Bodennähe entfernt. Könnte es auch sein, dass die Sträucher einfach verbraucht sind?

Weigelien können älter werden! Bringen Sie Kompost als Mulchschicht auf, düngen und wässern Sie bei Bedarf. Sollten Sie Blattverfärbungen oder Holzschäden erkennen, dann ist ein Gang zum Pflanzendoktor sinnvoll. Gegebenenfalls kommen auch Schäden durch Wühlmäuse in Betracht.

Es notierte Catrin Steinbach

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