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Durchbruch in der Erdbeerzüchtung Dresdner Erdbeerzüchter kultiviert weiße Früchte

Durchbruch in der Erdbeerzüchtung Dresdner Erdbeerzüchter kultiviert weiße Früchte

Drei vielversprechende neue Erdbeersorten - gezüchtet vom Dresdner Erdbeerzüchter Dr. Klaus Olbricht in Weixdorf - kommen in den nächsten drei Jahren auf den Markt: Zum einen die weiße Gourmeterdbeere 'Snow White'.

Zum anderen die rot fruchtende Walderdbeere 'Fontaine', die so attraktiv blüht und fruchtet, dass man sie auch als Zierpflanze verwenden kann. Bei der dritten Neuzüchtung handelt es sich um eine noch namenlose großfrüchtige Erdbeere, die so aromatisch ist, dass sie sich geschmacklich sogar mit der legendären Pillnitzer Sorte 'Mieze Schindler' messen kann.

Die fast kugeligen dunkelroten Früchte mit den deutlich eingesenkten Nüsschen der 'Mieze Schindler' sehen nicht nur attraktiv aus, sondern sind sehr süß und haben ein tolles Aroma, das an das der Walderdbeere erinnert. Der Nachteil: der Ertrag ist gering und die Früchte sind sehr weich, also kaum transportfähig. Seit vielen Jahren bemühen sich deshalb die Forscher, eine neue Erdbeersorte zu züchten, deren Aroma dem der 'Mieze Schindler' gleichkommt, die aber trotzdem den Anforderungen der Massenproduktion genügt. Jetzt ist in der Züchtung offenbar der Durchbruch gelungen.

"Wir testen gerade in kleinerem Umfang an verschiedenen Standorten eine sehr vielversprechende Selektion, die die 'Mieze Schindler' nicht nur in den Aromasummen und im Aromaprofil weit übertrifft, sondern die zudem für den Erwerbsobstbau - übrigens auch für den Anbau unter Folie bzw. Glas - geeignet und transportfähig ist", freut sich Dr. Klaus Olbricht.

Der Erdbeerzüchter arbeitet bei der Hansabred GmbH & Co. KG in Dresden-Weixdorf. Das Unternehmen gehört vier großen Vermehrungsbetrieben aus Deutschland, England, den Niederlanden und Spanien/Frankreich. Sie produzieren über ein Drittel der europäischen Erdbeerpflanzen und wollen mit einer länderübergreifenden Züchtungsforschung in ihre Zukunft investieren.

Laut Olbricht startet für die neue rote Aroma-Erdbeere 2016 ein Anbauversuch in größerem Maßstab an verschiedenen europäischen Standorten. "Auch der Hofladen Weixdorf wird ein paar tausend Pflanzen auf die Felder bringen und 2017 die ersten Erdbeeren in Selbstpflücke anbieten", so der Dresdner Züchter. Er würdigt die am Julius-Kühn-Institut in Quedlinburg von Aromaforscher Detlef Ulrich geleistete wissenschaftliche Arbeit, "deren wissenschaftliche Erkenntnisse für die Züchtung nutzbar sind".

Schon viel weiter in der Marktreife sind die beiden anderen neuen Erdbeersorten des Dresdner Zuchtbetriebes Hansabred: 'Snow White' und 'Fontaine'. Für beide ist der europäische Sortenschutz beantragt, beide Sorten werden bereits produziert und ab nächstem Jahr auch im Gartenfachhandel auftauchen.

"Die Chilenen kultivieren schon seit mehr als 500 Jahren weiße Erdbeeren. Die Pflanzen kommen aber mit dem europäischen Klima nicht klar. Zudem ist der Ertrag gering." Mit 'Snow White' ist jetzt laut Olbricht die Züchtung einer Erdbeersorte gelungen, deren mittelgroße, runde, weiße Früchte einen frisch-fruchtigen Geschmack mit leichtem Ananas-aroma haben. "Die Sorte ist sehr robust, sowohl im Freiland als auch im Gewächshaus leicht zu kultivieren. Allerdings sind die Früchte nicht sehr lange haltbar." In den Niederlanden und in England wird die 'Snow White' schon als Gourmeterdbeere produziert.

Die neue Walderdbeere 'Fontaine' ist eine Kreuzung zwi- schen der europäischen Walderdbeere und einer japanischen Wilderdbeere. Sie hat laut ihrem Züchter Klaus Olbricht viele Vorzüge: "Die Pflanze wächst kompakt mit üppigem Grün, blüht und fruchtet üppig - im Gegensatz zu den Walderdbeeren über dem Laub." So eigne sie sich als Zierpflanze für Zimmer, Balkon, Terrasse und auch ausgepflanzt im Garten. Dort kann sie an einem sonnigen bis halbschattigen Platz dichte Teppiche bilden. "Zur Blütezeit im April färbt sich dieser weiß, im Juni/Juli durch die aufrecht stehenden Fruchtstände leuchtend rot." Die Erdbeeren sehen aus wie Walderdbeeren und schmecken auch so." Der Dresdner Gartenbaubetrieb Jungpflanzen Kühne zum Beispiel hat 'Fontaine' schon in seinen neuen Katalog aufgenommen. "Die ersten Pflanzen sollen im nächsten Frühjahr auf den Markt kommen", freut sich der Züchter.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.09.2014

Catrin Steinbach

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