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Dresdner Wissenschaftler entdecken erstes Gen für Feuerbrandresistenz

Dresdner Wissenschaftler entdecken erstes Gen für Feuerbrandresistenz

Züricher und Dresdner Wissenschaftler sind einem Resistenzgen des Feuerbrandes, einer der gefährlichsten Apfelkrankheiten, auf die Spur gekommen. Damit ist man dem Ziel, feuerbrandresistente Apfelsorten zu züchten, einen entscheidenden Schritt näher gerückt.

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Feuerbrand befällt neben dem Apfel auch Birne und Quitte.

Quelle: Julius Kühn-Institut (OW)

Doch bis eine solche Apfelsorte auf dem Markt ist, werden mindestens noch zehn Jahre vergehen.

Konkret ist es Forschern um Cesare Gessler von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und um Magda-Viola Hanke vom Julius Kühn-Institut Dresden "jetzt erstmals gelungen, ein Gen für Feuerbrandresistenz aus dem Genom des Wildapfels Malus × robusta 5 zu isolieren und seine Funktion zu belegen", erklärte das Julius-Kühn-Institut (JKI) gestern den Erfolg der Forscher näher. Das ist deshalb so erfreulich, weil man seit Jahren nach einer Lösung sucht, den durch ein Bakterium verursachten Feuerbrand ohne die Verwendung von Antibiotika zu bekämpfen.

Bislang wurden Pflanzenschutzmittel verwendet, die auf dem Antibiotikum Streptomycin basieren. Doch die dürfen künftig nicht mehr verwendet werden, "weil Streptomycin im Honig nachgewiesen wurde, und weil man Resistenzen seitens des Erregers und Kreuzeffekte bei anderen Keimen befürchtet", heißt es bei Wikipedia. Schon vor Jahren setzte man deshalb auf pflanzenbauliche Maßnahmen, eine bessere Beratung im Obstbau sowie im Haus- und Kleingartenbereich und die Stärkung der Forschung zu neuen antibiotikafreien Bekämpfungsverfahren. "Versuche liefen mit einem Biologischen Gegenspieler, dem Bakterium Erwinia tasmaniensis", erfahren wir von JKI-Sprecherin Gerlinde Nachtigall. Ein weiterer Weg ist die Züchtung resistenter Apfelsorten.

Feuerbrand befällt neben dem Apfel auch Birne (Pyrus) und Quitte (Cydonia). Wirtspflanzen sind ebenso Zierquitte (Chaenomeles), Weiß- und Rotdorn (Crateagus), Feuerdorn (Pyracantha), Vogelbeere und Mehlbeere (Sorbus), Zwergmispel (Cotoneaster) sowie Felsenbirne (Amelanchier). Infizierte Blüten, Blätter und Triebe, eventuell auch unreife Früchte der Pflanzen vertrocknen, das Gewebe verfärbt sich braun oder schwarz, die Triebspitzen krümmen sich hakenförmig nach unten. Die Pflanze sieht verbrannt aus. Die Gefahr, dass sie abstirbt, ist groß.

Weltweit verursacht der Feuerbrand alljährlich im Apfel- und Birnenan- bau erhebliche wirtschaftliche Verluste. Oft müssen ganze Plantagen gerodet werden. Das kann durchaus existenz-bedrohend für solche Obstbaube- triebe sein. Grundsätzlich gilt deshalb eine Meldepflicht für die Krank- heit, auch wenn sie an einem Baum im Hausgarten auftritt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.03.2014

Catrin Steinbach

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