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"Das Übel mit der Wurzel ausreißen": Landesregierung startet Info-Kampagne zur Ambrosia

"Das Übel mit der Wurzel ausreißen": Landesregierung startet Info-Kampagne zur Ambrosia

Die Ambrosia ist auch in Sachsen auf dem Vormarsch. Öffentlichkeitswirksam betätigte sich Verbraucherministerin Christine Clauß (CDU) gestern als Gärtnerin, riss am Carolaplatz symbolisch eine der gefürchteten Pflanzen aus.

Zudem hat das Ministerium für Verbraucherschutz unter www.gesunde.sachsen.de eine Internetseite eingerichtet, auf der man sich über Ambrosia informieren kann.

Warum ist die Ambrosia so gefürchtet?

Die Pollen der Ambrosia haben ein sehr hohes allergisches Potenzial. Auch Menschen, die bislang nicht unter einer Allergie leiden, können bei Ambrosia eine solche entwickeln. "Die Pollen sind leicht, werden weit fortgetragen und sind sehr lungengängig. Sie können zu Schnupfen, Bindehautentzündung und zu Asthma führen. Schon wenige Pollen reichen aus, um bei empfindlichen Menschen einen allergischen Anfall auszulösen", weiß Jan Körner. Er ist Referent im Verbraucherschutzministerium und dort zuständig für umweltbezogenen Gesundheitsschutz. Zudem könne der Kontakt mit der Pflanze allergische Hautreaktionen hervorrufen. "Es sind Kreuzallergien im Lebensmittelbereich wie z.B. bei Banane, Melone, Tomate, Gurke, Kürbis und Basilikum bekannt", heißt es in einem Informationsflyer, mit dem das Ministerium jetzt Aufklärung betreiben will. Eine einzelne Pflanze kann während der Blütezeit bis zu einer Milliarde Pollen und danach bis zu 60 000 Samen produzieren. Diese bleiben mehrere Jahrzehnte keimfähig. "Gesundheitsökonomisch muss mit erheblichen Schäden gerechnet werden, wenn Ambrosia massenhaft auftritt", so Jan Körner.

Woher kommt die Ambrosia, wie weit ist sie in Sachsen bereits verbreitet und ist sie zu einem ernsten Problem geworden?

Ambrosia artemisiifolia - so der botanische Name - stammt eigentlich aus Nordamerika. "Im 19. Jahrhundert gelangten Samen höchstwahrscheinlich mit Saatgut nach Europa", weiß Christine Clauß. "In Sachsen wird die Pflanze seit 1899 nachgewiesen", heißt es auf Anfrage der DNN aus dem Ministerium. Im vergangenen Jahr wurden Funde in Chemnitz, Riesa-Großenhain sowie Dresden bekannt und sofort Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet. Aufgrund der geographisch/klimatischen Lage Sachsens könne nicht ausgeschlossen werden, dass Ambrosia ein Problem darstellt. Eine Studie am Uniklinikum Leipzig habe eine teilweise vorhandene Sensibilisierung in der Bevölkerung herausgestellt, weiß Jan Körner. Wo es in Sachsen überall Ambrosiavorkommen gibt, darüber existieren offenbar noch keine zuverlässigen Angaben. Der Grund: "Es gibt keine Meldepflicht", klärt Jan Körner auf. Das Verbraucherschutzministerium setzt nun auf die Mitarbeit der Bevölkerung und hat deshalb auf seine Internetseite einen Meldebogen gestellt, den man online ausfüllen kann, wenn man irgendwo auf Ambrosia gestoßen ist.

Haben denn die Nordamerikaner kein Problem mit Ambrosia?

Doch. Auch dort wird sie mit großem Aufwand bekämpft.

Was begünstigt die Verbreitung der Pflanze?

Der Klimawandel und der Warenverkehr. Beispiele sind verunreinigtes Vogelfutter (in Privatgärten) und Saatgut, die Verwendung verunreinigten Erdaushubs für Bau- und Gartenarbeiten. Auch durch Kraftfahrzeuge wird Ambrosia entlang der Verkehrswege verbreitet. In der Landwirtschaft verbreiten Erntemaschinen die Samen der Pflanzen, die zwischen Mais und Getreide wachsen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.06.2014

Catrin Steinbach

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