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DNN-Gartentelefon: Marko Thate beantwortet die Fragen unserer Leser

DNN-Gartentelefon: Marko Thate beantwortet die Fragen unserer Leser

Immer mittwochs findet von 13 bis 15 Uhr in der Redaktion der DNN ein Ratgebertelefon zum Thema Garten statt. Unter der Dresdner Telefonnummer 8075-333 beantworten Gartenexperten Fragen.

Diesmal klärt Marko Thate, Diplomingenieur für Gartenbau und Inhaber der Gärtnerei Lux-Staudenkulturen in Pirna-Graupa auf, warum plötzlich die Stängel von Strauchpfingstrosen faulen, was man gegen Läuse an den Triebspitzen der Jasmin-Hecke tun kann und wie man den gelb blühenden Klee aus seinem Garten verbannt.

Eva-Maria Richter: Vor zwei Jahren faulten plötzlich die Stängel meiner Strauchpfingstrosen. Jetzt tritt das auch bei den Stauden-Pfingstrosen auf. Die Stängel faulen am oberen Teil. Ebenso sind Blätter sowie einige Knospen und Blüten verschimmelt. Hat das mit der Nässe zu tun?

Marko Thate: Viele Niederschläge, wenig Licht – ja, ich denke das könnte die Ursache sein. Vor allem, wenn Sie im Garten einen schweren Boden haben. Schimmel deutet auf einen Nässeschaden hin. Ich würde an Ihrer Stelle noch etwas abwarten, denn man hofft ja, dass es jetzt länger sonniger und trockener ist. Lassen Sie die Pfingstrosen abblühen und schneiden Sie dann die abgeblühten Pflanzenteile ab. Liegt kein Pilzbefall vor, können Sie die abgeschnittenen Reste kompostieren. Anderenfalls sollten Sie die Pflanzen nächstes Jahr, wenn die neuen Triebe kommen, mit einem Fungizid behandeln. Bei der Gelegenheit können Sie die Pfingstrosen auch teilen und umsetzen. Die Pflanzen brauchen einen schwach basischen Boden mit einem pH-Wert von 6,5 bis 7. Da unsere Böden oft etwas versauert sind, kann eine Kalkzugabe – in Maßen – sinnvoll sein. Beim Sandboden braucht man das allerdings nicht.

Gertraude Dietz: Das Tränende Herz ist jetzt verblüht. Was soll ich jetzt abschneiden?

Man braucht nichts abzuschneiden, es fällt in sich zusammen. Zu warten ist hierbei sogar der beste Schutz. Denn dann kommt die Pflanze im Folgejahr umso kräftiger wieder.

Almut Baumgart: Unser Walnussbaum ist elf Jahre alt. Vor vier Jahren haben wir ihn umgesetzt, 2012 hingen die ersten kleinen Nüsse an dem Baum. Dieses Jahr sind alle Blätter schwarz, haben Flecken. Woran könnte das liegen?

Das hört sich nach einer Pilz- oder Bakterienkrankheit an. Feuchte und warme Witterung begünstigt die Ausbreitung von Pilzkrankheiten. Sammeln Sie die abgefallenen Blätter sorgfältig ein und entsorgen Sie sie keinesfalls auf dem Kompost, sondern im Restmüll. Eigentlich müsste der Baum neue Blätter bilden. Erkrankt der Baum erneut, dann hilft nur ein Fungizid. Welches Mittel hilft, hängt vom Pilz ab. Da müsste man einen Pflanzendoktor befragen. Wo Sie die finden, erfährt man im Internet.

Helga Frank: Vor unserem Haus wächst eine Jasmin-Hecke. Die Spitzen der Triebe sind voller schwarzer Läuse. Was kann ich dagegen tun?

Sie könnten das so lassen, wie es ist. Irgendwann fliegen diese Schädlinge wieder weg, hinterlassen aber Saug-Schäden. Das sieht nicht unbedingt schön aus, aber die Pflanze geht davon nicht kaputt. Man kann aber auch im Fachmarkt ein Insektizid kaufen, zum Beispiel ein Mittel, das auf dem Saft des Neem-Baums aus Indien basiert (z. B. Neem-Azaal). Der dickflüssige Saft sollte verdünnt und im Abstand von 14 Tagen auf die betroffenen Stellen gespritzt werden.

Jürgen Griesbach: Dünger oder Mittel gegen Schädlinge – welche Funktion haben Brennnesseln im Garten tatsächlich?

Mehrere. Die Brennnessel hat viele gesunde, reinigende Inhaltsstoffe und kann im Sud auch als Dünger verwendet werden. Für Pflanzen sollte man den Brennnessel-Sud gießen, nicht spritzen. Dieser wirkt wie ein Pflanzenstärkungsmittel. Wenn die Pflanze so gestärkt ist, ist sie auch weniger anfällig für Krankheiten.

Ich habe mir Pflanzen mit zehn Zentimeter kleinen Gurken gekauft. Soll ich diese Gurkenpflanzen auch an einen Stab binden?

Ja, man sollte diese Pflanzen wie normale Stangengurken kultivieren.

Ich baue in meinem Hochbeet im vierten Jahr Kartoffeln an. Sollte ich im nächsten Jahr dort die Kultur wechseln?

Eigentlich sollte man den Fruchtwechsel – wenn möglich – jedes Jahr durchführen. Bei Kartoffeln sind drei Jahre schon sehr viel. Denn es treten dann Probleme mit Kartoffelkäfern oder der Pilzkrankheit Phytophthora auf. Und die Schädlinge bleiben dann meist am Ort, treten immer wieder auf. Eine häufige Fruchtfolge ist besser.

Eines meiner Zitronenbäumchen trägt viele Früchte und wird mir nun zu groß. Kann ich das Bäumchen zurückschneiden oder verträgt es das nicht? Ein anderes Zitronenbäumchen trägt gar keine Früchte. Wie kommt das?

Zitronenbäume kann man problemlos kürzen. Ob und wie viele Früchte Zitronenbäume tragen, hängt von mehreren Faktoren ab, z.B. von Sorte, Befruchtungszeit und Herkunftsland. Manche tragen früh, andere später oder sogar nie Zitronen.

Meine Tomaten waren von der Weißen Fliege (also: Mottenschildläusen) befallen. Ich habe sie erfolgreich mit einem vor der Pflanze aufgestellten Ventilator vertrieben. Kann ich das auch bei Gurken ausprobieren?

Mechanische Schädlingsbekämpfung – warum nicht. Aber bei Gurken sollte man den Ventilator lieber weglassen. Die Gurke mag Zugluft nicht.

Hans Kretzschmar: Vor sechs Jahren haben wir einen Aronia-Busch gekauft. Er ist jetzt bauchhoch. Die ersten beiden Jahre trug die Aronia viele Früchte, Doch jetzt kommen weder Knopsen noch Blüten. Was ist die Ursache?

Vielleicht ist der Aronia-Busch gestresst. Bei den Gehölzen allgemein ist zu beobachten, dass sie aufgrund der harten Winter 2010/11 und im Jahr darauf aufgehört haben, Blütenansätze herauszubilden. Wenn Standort (z.B. Staunässe), klimatische Bedingungen und auch die Qualität der Pflanze stimmen, dann könnte besagter Stress als Ursache infrage kommen. Man sollte deshalb erst einmal nicht zurückschneiden. Lockern Sie den Boden, bringen Sie organischen Dünger wie z.B. Hornspäne ein und warten Sie noch ein Jahr. Sind Aronia-Sträucher noch nicht allzu groß, kann man sie auch ausgraben, gegebenenfalls geschädigte Wurzeln abschneiden und die Aronia wieder einpflanzen.

Unsere Himbeerpflanze entwickelt sehr viele Seitentriebe. Ich weiß nicht so richtig, welche ich zurückschneiden soll. Außerdem möchte ich gern wissen, welchen Abstand man zwischen Himbeerpflanzen lassen muss.

Beim Schnitt kommt es auf die Sorte an. Es gibt Himbeersorten, die im Sommer fruchten, und Herbsthimbeeren. Geschnitten wird unmittelbar nach der Ernte. Dann entfernt man abgetragene, kranke und schwache Ruten. Bei den Herbsthimbeeren ist das anders. Bei diesen schneidet man im Winter die Triebe bodeneben zurück. Was den Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen betrifft: Man sagt, Beerensträucher sollten im Abstand von einem Meter gesetzt werden.

Evelyn Hempel: Wann schneidet man Trollblumen zurück?

Eigentlich gar nicht. Wenn man es aber unbedingt sein muss, dann erst, nachdem sie verblüht ist. Danach gilt je früher, desto besser: Im Sommer wäre dies also besser als im Herbst.

Manuela Arton: Mein Schneeballstrauch blüht, er hängt nun in Nachbarsgarten. Wann kann ich ihn zurückschneiden?

Warten sie, bis die Pflanze abgeblüht ist. Man darf nicht kürzen, wenn sie austreibt.

Friedmar Kundig: Unser Johannisbeerstrauch lässt plötzlich die Blätter hängen. Was könnte die Ursache sein?

Da hilft nur düngen und dann wässern, wässern, wässern. Vor allem bei Sandböden. Durch den Dauerregen der vergangenen Wochen sind die Pflanzen an viel Wasser gewöhnt. Bleibt der Regen auf einmal weg, beeinflusst das das Pflanzenwachstum. Auch wenn die Temperatur schnell wechselt, reagieren die Pflanzen sensibel. Gerade wenn sich die Beeren entwickeln, verbraucht die Pflanze viel Kraft. Dann muss man viel düngen – mit Hornspänen zum Beispiel. Und das Gießen nicht vergessen!

Rosi Schnabel: Unser über 30 Jahre alter Apfelbaum hat braune Blätter an einigen Stellen. Warum?

Das kann am Alter liegen. Eine Krankheit kann man auch nicht ausschließen (Schorf). Die Monilia wie bei der Kirsche tritt beim Apfelbaum nicht auf. Wühlmäuse nagen in der Regel auch nicht an Apfelbäumen. Möglich ist aber auch, dass es am Wetter liegt. Erst waren die Pflanzen gestresst aufgrund der harten Winter in den Vorjahren. Dann hatten wir zuletzt lange Zeit wenig Licht und viel Wasser. Und gerade bei Sandböden hält sich Wasser nicht lange, wenn es länger nicht regnet.

Hildegard Damm: Die Blüten meiner „Pillnitzer Kamelie“ erfreuten uns vom zeitigen Herbst bis jetzt. Aus einer Blüte hat sich eine grüne Kugel von ca. zwei Zentimetern Durchmesser entwickelt. Ist es sinnvoll, diesen Samenstand ausreifen lassen?

Warum nicht. Die Frucht enthält bis zu zehn Samen, die man auskeimen lassen kann.

Gehört die Süßkartoffel (Ipomoea batatas) zu den Kletterpflanzen der Gattung Prunkwinden?

Diese Pflanze, auch Batate oder Weiße Kartoffel genannt, gehört botanisch zu den Windengewächsen (Convolvulaceae).

Dr. Barbara Hensel: „Ich liebe Baumpäonien über alles und habe mehrere unterschiedliche Sorten in meinem Bauerngartenbeet. Seit einigen Jahren sterben zunehmend die Spitzen der Pflanzen ab – meist erst, nachdem sie ausgetrieben und schon Knospen angesetzt haben. Ich musste manche Pflanzen schon arg zurückschneiden. Ist das eine Art Spitzenwelke oder eine Alterserscheinung? Und was kann ich dagegen tun?

Es könnte sich um die Päonienbotrytis (Pfingstrosengrauschimmel) handeln. Schneiden Sie unbedingt die welken Zweige bis ins gesunde Holz zurück und entsorgen Sie sie auf keinen Fall auf dem Kompost. Überprüfen Sie den Standort der Pflanzen. Päonien möchten gern an einer sonnigen, gut durchlüfteten Stelle stehen.

Gabriele Ulbricht: Vor Jahren wuchs an einer Stelle in meinem Garten eine Art Klee mit schönen gelben Blüten. Inzwischen hat sich die Pflanze massiv verbreitet, wächst zwischen den Blumen, auf der Wiese – einfach überall. Wie kann ich sie loswerden?

Der Klee ist eine der schlimmsten und agressivsten Unkräuter. Bekämpfen kann man ihn mechanisch oder mit chemischen Unkrautvernichtern. Eingeschleppt wird die Pflanze durch Pflanzen, die vornehmlich in Torferden produziert werden.

Was muss ich bei der Pflege meiner Miltonia-Orchidee beachten?

Die Miltonia sollte bei 15 bis 22 °C und bei einer Luftfeuchte von ca. 70 Prozent kultiviert werden. Während des Wachstums mit einer nicht so starken Düngerlösung im Abstand von drei Wochen düngen. Stellen Sie die Pflanze von Mai bis Oktober ins Freie, da dort die Ansprüche der Pflanze am ehesten erfüllt werden.

Christine Unruh-Lungfiel: Meine Mutter besitzt eine Passionsblume, die im Wohnzimmer auf der Fensterbank (Süden) den Winter gut überstanden hat. Die Pflanze treibt gut aus und hat auch viele Blütenansätze, doch die meisten Blüten werden gelb und fallen ab, bevor sie aufgehen. Haben Sie einen Hinweis zur möglichen Ursache und Pflege?

Passionsblumen werfen die Blüten ab, wenn sie zu nass (Staunässe) stehen, wenn der Standort gewechselt bzw. die Pflanze umgetopft wird.

Es notierte Stephan Klingbeil

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