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DNN-Gartentelefon

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Klaus Jentsch, Diplom-Ingenieur für Garten- und Landschaftsgestaltung, beantwortet Fragen von DNN-Lesern zum Thema Garten. Diesmal geht es u.a. darum, wann man Kamelien zurückschneiden kann, warum Narzissen nur Blätter und keine Blüten bringen und ob man Kulturheidelbeeren, die in Eimern stehen, mulcht.

Frau Simon: Mein Ableger der Pillnitzer Kamelie ist mittlerweile so groß, dass ich die Pflanze nicht mehr zu Hause behalten kann, sondern sie bei einem Bekannten ins Gewächshaus stellen möchte. Wann ist die beste Zeit dafür?

Nach der Blüte ist es günstig. Zudem sorgen neue Erde und neuer Dünger nach dem Umzug für einen besseren Neutrieb und mehr Knospen. Sie können ihre Kamelie aber auch vorsichtig innerhalb von zwei Jahren zurückschneiden, dann wird sie dichter und Sie können die Pflanze behalten. Das funktioniert wie bei einer Hecke.

Ich habe von meiner Kamelie zwei Ableger gezüchtet, die jetzt schon etwa zehn Zentimeter groß sind. Ein Ableger wächst kräftig, aber der andere ist ganz dünn. Was kann ich tun?

Lassen Sie die Pflanze 20 bis 25 Zentimeter groß werden und stutzen Sie sie dann. So wird die Pflanze gezwungen, sich zu verzweigen.

Frau Großmann: Ich habe im Garten Pampasgras, dass im Vorjahr super gewachsen ist. Über den Winter habe ich es eingepackt und nun ist es ganz dünn. Wie wird es wieder kräftig?

Sie können das Gras bis auf das Grüne zurückschneiden, aber nicht tiefer als 30 Zentimeter.

Herr Scholz: Ich möchte für ein Grab eine Buchsbaumeinfassung vom Buchbaum aus meinem Garten machen. Wie gehe ich vor?

Sie machen etwa fünf Zentimeter lange Stecklinge, nachdem der Neutrieb ausgereift ist. Die stecken Sie in sandiges Substrat in einem kleinen Gewächshaus und halten es gleichmäßig feucht. Der Buchsbaum braucht allerdings lange zum Wurzeln.

Frau Reimann: Ich habe meine Orchideen bisher etwa alle drei Wochen in den Übertopf gedüngt. Das Düngewasser habe ich rund drei Stunden stehen lassen und dann weggeschüttet. Ist das so korrekt?

Es ist besser, wenn Orchideen ähnlich wie Tillandsien alle drei bis vier Wochen in eine ganz dünne Lösung getunkt werden. Danach lassen Sie die Pflanzen abtropfen. So wie Sie düngen, geht es aber auch. Nur Dauerdüngung im Substrat ist bei Orchideen nicht angebracht.

Herr Rersen: Seit etwa einem Jahr hat mein Buchsbaum im Inneren einen blattlosen, vertrockneten Ast. Könnte das eine Krankheit sein?

Bei immergrünen Pflanzen bekommen die inneren Blätter oft kein Licht. Die Pflanze stößt diese Blätter dann ab und sie werden braun. Schädlinge halte ich für unwahrscheinlich, denn diese befallen meist den ganzen Buchs. Um sicher zu gehen rate ich Ihnen, einen Pflanzenschutzfachmann zu befragen, der sich den Baum anschaut. Buchsbäume hatten in letzter Zeit häufig Probleme. In Norddeutschland ist zum Beispiel ein ganzer Friedhofsbestand eingegangen.

Frau Rosenkranz: Bei einigen meiner aus Samen gezogenen Tomatenpflanzen habe ich kleine Einziehungen und Verdickungen festgestellt. Wenig später knickten die Stängel ab. Auf der Blattunterseite waren auch Pusteln zu sehen. In der Nähe hatte ich Schnittlauch mit Blattläusen. Können diese Symptome von den Läusen kommen?

Einziehungen können von Pilzen hervorgerufen werden, aber auch saugende Insekten führen zu solchen Verdickungen. Für kleine Pflanzen ist das sehr schädlich.

Frau Rosenkranz: Meine drei Kulturheidelbeeren stehen in dunklen Eimern. Ist es sinnvoll, diese zu mulchen?

Ja, der Mulch hält die Feuchtigkeit besser. Sie können aber auch Rhododendron- oder Moorbeeterde verwenden, da haben Sie gleich die Düngefunktion mit dabei.

Herr Groß: Mit welchem Dünger kann ich meine Hortensien düngen? Wie ist dieser zusammengesetzt?

Am besten ist es, Sie kaufen fertigen Hortensiendünger. Darin ist dann auch zum Beispiel Eisensulfat, um eine intensive Blütenfärbung zu erreichen. Die einzelnen Komponenten finden Sie auf der Packung. Hortensien vertragen, wenn Sie in neutralem Boden stehen, auch Volldünger, zum Beispiel Blaukorn. Für eine intensive Farbe ist jedoch der Spezialdünger am besten geeignet.

Herr Süß: Mein Winterjasmin hat in den letzten Jahren vor Weihnachten geblüht. Als dann der Frost kam, sind die Blüten erfroren. Die hängen jetzt noch an den Stängeln. Sollte ich die abschneiden?

Wenn Zweige einen Frostschaden bekommen, trocknen sie zusammen. Diese können Sie abschneiden. Winterjasmin können Sie wie ein Gehölz beschneiden. Er blüht immer am einjährigen Holz.

Herr Süß: Auf der letzten Gartenseite stellte jemand die Frage nach großen Engerlingen im Kompost. Meines Erachtens sind das aber nicht, wie geantwortet, Mai- oder Junikäferlarven, sondern Engerlinge vom Nashornkäfer.

Große Engerlinge im Kompost stammen tatsächlich vom Nashornkäfer. Dieser Käfer steht auch unter Naturschutz. Durch die zunehmende Kompostierung ist die Population derzeit wieder recht hoch.

Frau Jeschke: Man hört ja immer von guten und schlechten Nachbarn in Mischkulturen. Wenn ich zwischen zwei Beeten einen Fußweg von rund 30 Zentimetern habe, können sich die Pflanzen doch nicht mehr gegenseitig beeinflussen, oder?

Wenn Sie keine Pflanzen haben, die stark dünsten, wie zum Beispiel Wermut, dann reicht der Fußweg aus. Allerdings sollten Sie beachten, dass sich die Pflanzen auch oben nicht berühren. Manche wachsen ja sehr in die Breite.

Frau Hummel: Ich will demnächst in meinem Schrebergarten Kartoffeln legen. Bisher habe ich immer mit Pferdemist gedüngt. Reicht es auch, Hornspäne mit in den Boden einzuarbeiten?

Hornspäne können Sie einarbeiten, sie sind allerdings ein Langzeitdünger. Die Späne müssen erst von Bodenlebewesen mineralisiert werden. Da haben Ihre Pflanzen noch im nächsten Jahr etwas davon. Machen Sie zusätzlich noch eine Kopfdüngung, zum Beispiel mit Blaukorn, damit die Kartoffeln auch jetzt Dünger bekommen.

Frau Gorath: In meinem Garten wachsen uralte Heidelbeersträucher mit ganz kleinen, aber sehr schmackhaften Beeren. Jetzt habe ich mir drei neue Sträucher mit großen Beeren gekauft, die aber überhaupt nicht schmecken. Könnte ich die neuen Sträucher mit den alten veredeln?

Heidelbeeren werden üblicherweise nicht veredelt, sondern über Stecklinge vermehrt.

Frau Schuricht: Kann ich meine Schmucklilie jetzt noch umtopfen?

Selbstverständlich. Nehmen Sie einen etwas größeren Topf und setzen Sie die Pflanze mit der alten Erde in die neue Erde. Mit dem Rausstellen sollten sie aber noch etwas warten. Oder Sie holen die Pflanze nachts rein.

Frau Vogt: Ich habe Probleme mit meinen Narzissen. Die blühten sonst immer in Grüppchen. In diesem Jahr jedoch blühen nur ganz wenige, die anderen haben nur Blätter. Was kann das sein?

Sie könnten die Narzissen vereinzeln. Ganz oft ist die Ursache aber die Narzissenfliege, die übrigens manchmal auch Schneeglöckchen befällt. Die Fliege legt ihre Eier an den Stängel. Die Made frisst dann die Zwiebel aus und vernichtet so die Blütenanlage für das kommende Jahr.

Frau Sonnenschein: Ich habe eine Hortensie mit schönen Blüten geschenkt bekommen. Kann ich die in den Garten pflanzen?

Ja. Ich würde allerdings damit warten, bis die Eisheiligen vorbei sind.

notiert von Franziska Schmieder

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