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Blick in Nachbars Garten erwünscht

Blick in Nachbars Garten erwünscht

Juni findet der "Tag der offenen Gartenpforte" statt. In Dresden und Umgebung laden 23 Freizeitgärtner in ihr grünes Paradies ein. Mit dabei ist auch Familie Neupert aus Bühlau.

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Dresdner Gärtner laden zum „Tag der offenen Gartenpforte“ ein

Adelheid und Friedhold Neupert verbringen viel Zeit in ihrem Garten. "Lustacker" sei er, in dem nicht die Arbeit dominiere, "denn wir wollen vor allem eins: leben".

Quelle: Christian Juppe

"Wenn man einen Garten mit Freude bewirtschaftet, ist es keine Arbeit", sagt Adelheid Neupert. Mit ihrem Mann Friedhold und Freunden der Familie hat sie ein 1300 Quadratmeter großes Grundstück in Dresden-Bühlau in den vergangenen 20 Jahren in eine parkähnliche Anlage verwandelt.

An der Terrasse am Haus gibt es einen kleinen alpinen Garten mit bota-nischen Besonderheiten und einen von einer Buchsbaumhecke umwachsenen "Experimentierbereich" für Kräuter und Gemüse. Eine große gepflegte Rasenfläche bietet "Platz für den Schatten der Bäume, der auf dem Rasen Bilder malt". Geschwungene breite Beete mit Koniferen, Rhododendron, Pfingstrosen, Astilben, Alanth, Gräsern, Taglilien und unzähligen anderen Stauden markieren an den Rändern die Grundstücksgrenze, die aber bewusst nicht abgrenzen soll. Von allen Seiten kann man in den Garten Einblick nehmen, zu einem der Nachbargrundstücke gibt es nicht mal einen niedrigen Zaun.

"In meiner Kinderzeit trafen sich die Nachbarn nach getaner Arbeit am Gartenzaun, plauderten miteinander, tauschten Früchte und Pflanzen aus, während die Kinder auf der Straße spielten", erinnert sich Adelheid Neupert. Heute versuchen viele Abstand zu halten und sich einzuigeln. Das ist so gar nicht ihr Ding. Sie und ihr Mann lieben die Gemeinschaft, pflegen den Kontakt zu den Nachbarn. "Der freie Austausch ersetzt den Psychiater", schmunzelt die 64-Jährige.

"Wir waren nicht von Anfang an gartentauglich", gibt Adelheid Neupert zu. Sie ist in dem Haus, das sie heute mit ihrem Mann bewohnt, aufgewachsen. "Die Großeltern haben es zwischen 1933 und 1936 gebaut. Es ist Teil der ehemaligen Reichsheimstättensiedlung. Wenig bemittelte Bauwillige suchten nach einer Chance zu siedeln. Sie gründeten den Verein Siedlerselbsthilfe, errichteten mit minimalem Kredit auf kostengünstigem Bauland winzige Häuschen mit vier Zimmern ohne Bad. Die Grundstücke wurden zur Selbstversorgung genutzt."

Das winzige Haus, an dem immer wieder angebaut wurde, der fehlende Anschluss an die Kanalisation, der schlechte Zustand der Straße, der Garten, der mal als Schafweide, mal als Streuobstwiese und Kinder-Abenteuerspielplatz diente und Jahrzehnte zum Teil mit Schuppen zugebaut war - Adelheid Neupert hat lange mit dem Grundstück gehadert. Zur Wendezeit habe ein alter Nachbar ihr die Augen für dessen Potenzial und Schönheit geöffnet. Seitdem schleifen sie und ihr Mann daran wie an einem Diaman- ten. Freunde der Familie helfen mit Rat und Tat.

Heute ist der Garten "Genuss und ein Ort der Zufriedenheit", der die Möglichkeit bietet, "die eigene Phantasie auszuleben" und "Träume zu verwirklichen". Und er öffnet die Augen für die kleinen Dinge des Lebens. Die emsige Arbeit der Erdbienen zum Beispiel. Oder die Verwandlung einer bunten Raupe in einen Schmetterling. Adelheid Neupert achtet immer darauf, Dill im Garten anzubauen. "Denn dort legt u.a. der Schwalbenschwanz seine Raupen ab." Auch Birnengitterrost - so ärgerlich er im Garten auch ist, vor allem wenn man Birnen ernten möchte - kann schön sein. Zum Tag der offenen Gartenpforte werden Neuperts nicht nur ihren Garten zeigen, sondern auch Fotos. Von der Entwicklung der Siedlung und den kleinen Augenblicken des Gartenglücks.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.06.2013

Steinbach, Catrin

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