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Pflanzendoktor: Buchsbaumzünsler verdrängt den Buchs

Freizeit Pflanzendoktor: Buchsbaumzünsler verdrängt den Buchs

Seit Jahrhunderten spielt der Buchsbaum bei der Gestaltung europäischer Gärten eine Rolle. Ein Experte sieht die Gefahr, dass sich das ändern wird - wegen eines Schädlings aus Asien.

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Viele Buchsbäume werden vom Buchsbaumzünsler befallen. Sind die Blätter bereits gräulich verfärbt (unteres Foto), ist es für eine erfolgreiche Bekämpfung meist zu spät.

Quelle: Uli Deck

Landau. Der gefräßige

Buchsbaumzünsler erzwingt nach Einschätzung des "

Pflanzendoktors" Sebastian Steigner auf lange Sicht in Deutschland einen Abschied vom Buchs. Ein guter Gärtner verkaufe die Pflanze nicht mehr, weil er eigentlich gleich Pflanzenschutzmittel mitverkaufen müsse.

Die Konsequenz: "Auf kurz oder lang muss man sich eigentlich vom Buchs verabschieden, wenn man es realistisch sieht. Es wäre schade drum, aber es ist leider so", sagte der Baumschulgärtner, der von der Gartenakademie Rheinland-Pfalz zum "Pflanzendoktor" ausgebildet wurde. Nach seinen Angaben ist der Buchs hierzulande immer noch die beliebteste Pflanze, wenn es darum geht, etwas Grünes in Form zu bringen. Sie findet sich auch in vielen Schlossgärten.

Der aus Ostasien stammende Buchsbaumzünsler ist ein Nachtfalter, der seine Eier auf den Buchsbaumblättern ablegt. Die Raupen fressen die Pflanze von innen nach außen kahl. Der

Schädling, der sich seit einigen Jahren im Süden und Südwesten tummelt, ist nach Steigners Angaben inzwischen entlang des Rheins bis auf die Höhe von Köln vorgedrungen. Natürliche Feinde hat er nicht. Weil Buchs giftig ist, schmecke die Raupe bitter und werde von Vögeln verschmäht.

"Wenn man Buchs möchte, muss man ihn pflegen", sagte Steigner. Pflanzenschutzmittel wirkten nur gegen den Schädling, wenn man sie regelmäßig ausbringe. "Einmal verpasst, und er nimmt überhand." Nach Angaben des Gärtners gibt es auch biologisch abbaubare Mittel. Das Problem sei, dass die Raupe im Inneren der Pflanze mit dem Fraß beginne. Wenn man sie Außen sehe, sei es eigentlich schon zu spät.

Viele Menschen spritzten außerdem nicht gern in ihren Privatgärten. "Und in großen Schlossgärten ist das Problem noch schlimmer. Barockgärten leben von Buchseinfassungen und formalen Buchsformen. Wer spritzt da den ganzen Buchs durch?", fragte Steigner. Sie müssten deshalb umdenken und suchten nach Alternativen. Dazu zähle die Eibe. Sie könne man genauso in Form bringen wie eine Buchspflanze.

Dass der Buchsbaum ganz aus den deutschen

Gärten verschwindet, glaubt Steigner aber nicht. Auch in der Herkunftsregion des Schädlings gebe es immer noch Buchspflanzen. Und es wüchsen ja auch hier neue Pflanzen nach. "Nur - solange neue Buchspflanzen nachkommen, werden wir unseren Buchsbaumzünsler nie in den Griff bekommen", sagte er.

dpa

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