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Zum Abschied wird es noch mal richtig bunt

Staudengärtner Stübler bricht eine Lanze für die Chrysantheme Zum Abschied wird es noch mal richtig bunt

Prächtige Topf-Chrysanthemen bekommt man derzeit für wenig Geld in Gartenmärkten und Blumengeschäften. Für einige Zeit sind sie ein schöner Blickfang. „Als ausdauernde Beetpflanzen eignen sie sich aber meist nicht“, so die Erfahrung von Siegfried Stübler, Staudengärtner in Steinbach bei Moritzburg. Er bricht eine Lanze für die Gartenchrysantheme.

Chrysanthemum x hort. Romantica.

Quelle: Staudengärtnerei Stübler

Dresden. Prächtige kugelrunde Chrysanthemenbüsche in verschiedenen Farben bekommt man derzeit für wenig Geld in Gartenmärkten und Blumengeschäften. In einem passenden Topf sind die Pflanzen, wenn sie ausreichend gegossen und gedüngt werden, für einige Wochen ein schöner Blickfang auf Balkon und Terrasse. Nicht ganz so lange blühen sie in der Wohnung, zumal wenn sie relativ dunkel gestellt werden.

Chrysanthemum x hort

Chrysanthemum x hort. Rumpelstilzchen.

Quelle: Staudengärtnerei Stübler

„Als ausdauernde Beetpflanzen eignen sich diese Chrysanthemen aber meist nicht“, so die Erfahrung von Siegfried Stübler von der Staudengärtnerei und Gartenbaumschule Stübler in Steinbach bei Moritzburg. „Man weiß nie, welche Kreuzungspartner verwendet wurden. Nicht alle Chrysanthemen sind unter unseren Bedingungen winterhart. Außerdem sind diese Topfpflanzen nicht selten mit Stauchungsmitteln behandelt, damit sie kompakt bleiben. Sollten sie wirklich im Garten überdauern, werden sie nicht selten viel höher als vorher im Topf.“

Chrysanthemen gehören zur Familie der Korbblütler. Es gibt wohl um die 40 Arten, die hauptsächlich aus Ostasien stammen. Ende des 18. Jahrhunderts kamen die ersten Pflanzen nach Europa. Vor Jahrzehnten waren hierzulande Chrysanthemen weit verbreitet. Dann kamen die ausdauernden, üppig blühenden Herbstblüher, die an der Basis verholzen, außer Mode und verschwanden aus vielen Gärten.

Chrysanthemum Zawadskii-Hybride ‚Mary Stoker’

Chrysanthemum Zawadskii-Hybride ‚Mary Stoker’ .

Quelle: Staudengärtnerei Stübler

2002 führte der Bund der Staudengärtner in Deutschland eine Sichtung der einst beliebten Gartenpflanzen, die zu den letzten Blütenstauden des Jahres zählen, durch. „Aus Gärtnereien und Gärten wurden Pflanzen gesammelt, aufgepflanzt, bestimmt und dann an verschiedene Betriebe in ganz Deutschland verteilt, die die einzelnen Sorten über mehrere Jahre unter den jeweils bei ihnen herrschenden klimatischen Bedingungen prüften“, weiß der Steinbacher Staudengärtner.

Bewertet wurden Blüte, Höhe und Standfestigkeit und Winterhärte. Die Ergebnisse kann auch jeder Hobbygärtner im Internet in einer übersichtlichen bebilderten Liste einsehen (www.staudensichtung.de) und sich so die schönste(n) Chrysantheme(n) für den eigenen Garten heraussuchen.

Am besten – also mit dem Prädikat „ausgezeichnet“ – schnitten folgende Chrysanthemen ab: die rosa-violett gefüllt blühende ,Anastasia´ (im Handel unter der Bezeichnung ‚Anja’s Bouquet’ geführt), die goldgelb und gefüllt blühende ,Bienchen’ sowie die zartrosa und einfachblühende ,Hebe’, deren Blüten Margeriten ähneln.

Aus seiner Gartenpraxis kann der Steinbacher Staudengärtner für unsere Region zudem ’Rumpelstilzchen’, ’Citronella’ und Mary Stoker empfehlen, die allesamt mit ’sehr gut’ oder ’gut’ abschnitten. Die vom berühmten Staudengärtner Karl Förster gezüchteten Sorten ’Brennpunkt’ (braunrote Blüte), ’Havelschwan’ (cremeweiße Blüte mit langen schmalen Blättern) und ’Romantica’ (hellrosa) gingen als Liebhabersorten oder mit dem Prädikat ’gut’ durch die Prüfung.

„Bei ’Romantica’ liegt das daran, dass sie unter Umständen beim einem ungünstigen Witterungsverlauf nicht mehr zum Blühen kommt“, so Stübler. „’Brennpunkt’ ist nur mäßig winterhart, ’Havelschwan’ auch und zudem wenig standfest.“ Doch das könne man im Garten wettmachen, indem man die Pflanzen im Winter mit etwas Reisig schützt und ’Havelschwan’ mit einem Staudenhalter Standhilfe gibt, hat der Gartenfachmann einfache Lösungen parat.

Chrysanthemum x hort

Chrysanthemum x hort. Romantica.

Quelle: Staudengärtnerei Stübler

Chrysanthemen sollten im Garten einen sonnigen Platz bekommen, damit sie üppig blühen, und in guten, lockeren Boden gesetzt werden. „In schwerem, lehmigen Boden und bei Staunässe versagen sie.“ Stübler empfiehlt, die Pflanzen erst im Frühjahr zurückzuschneiden, denn die vertrockneten Blütenstände schützen das junge Grün, das sich im Spätherbst schon ein paar Zentimeter über die Erde schiebt. Ein Winterschutz aus Laub ist bei Chrysanthemen kontraproduktiv, denn darunter würden die neuen, wintergrünen Triebe verfaulen. Bei mäßig winterharten Sorten und in sehr rauen Lagen sollte man zu einer Reisigabdeckung greifen.

Chrysanthemen gibt es in verschiedenen Höhen. Je nach Sorte wachsen sie zwischen 50 cm und reichlich einen Meter hoch. „Im unteren Bereich werden die Blätter wie bei den Astern braun, deshalb sollte man Chrysanthemen mit anderen Stauden und Gräsern unterschiedlicher Höhen kombinieren, um das zu kaschieren. Wunderschöne Partner im Beet sind Kissenastern (bis 40 cm hoch), Lampenputzergras oder auch die Spätherbst-Gartenmargerite (Leucanthemella serotina).

Von Catrin Steinbach

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