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Blauer Kobold soll Sachsen erobern

Landesgartenbauverband eröffnet Beet- und Balkonpflanzensaison Blauer Kobold soll Sachsen erobern

Die Meteorologen prognostizieren zwar für das vierte Aprilwochenende und die Tage danach Temperaturen unter 10 Grad, doch der Sächsische Landesgartenbauverband lässt sich dadurch nicht verdrießen. Er eröffnet am 23. und 24. April mit der Aktion „Blühendes Sachsen“ die Beet- und Balkonpflanzensaison. Neu im Sortiment: die Blaue Koboldblume.

Andy Nietzold von der gleichnamigen Gärtnerei in Freital mit einer Pelargonie.

Quelle: Landesverband Gartenbau Sachsen

Dresden. Bluetiful ist sie, die Blaue Koboldblume. Die Wortschöpfung, die für die Pflanze mit dem botanischen Namen Monopsis unidentata als Sortenbezeichnung ausgewählt wurde, entstand aus den englischen Wörtern blue (blau) und beautiful (schön). Denn das Gewächs bringt die gesamte Saison unzählige zierliche blauviolette Blüten hervor und bildet prächtige, dichte, überhängende Polster.

„Die einzelnen Blüten wollen aus der Nähe betrachtet werden, denn mit etwas Fantasie erkennt man dann das Koboldhafte“, wodurch auch der deutsche Name für diese Art entstanden sei, erklärt Beate Kollatz, Zierpflanzenexpertin der Abteilung Gartenbau des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Dresden-Pillnitz. Dort wurde die Koboldblume neben vielen anderen neuen Balkonblumensorten getestet, für gut befunden und schließlich von einer Jury des Landesgartenbauverbandes Sachsen zur Balkonpflanze des Jahres 2016 gekürt.

Die Züchtung geht auf eine in Südafrika beheimatete Wildstaude zurück, die in feuchten, sandigen Ebenen und an Hängen von Flussläufen gedeiht. Im Sortiment der sächsischen Gärtnereien sei die Pflanzenart eine Neuheit, so Beate Kollatz Der Beschreibung zufolge wächst sie an sonnigen bis halbschattigen Standorten, macht als Einzelpflanze in Hängeampeln etwas her, kann aber auch in Kästen und Töpfen mit anderen Pflanzen kombiniert oder als einjähriger Bodendecker ins Beet gepflanzt werden.

Nach Aussage von Beate Kollatz bleiben die Blüten auch bei regnerischem Wetter geöffnet und sie werden gern von Insekten besucht. Die Pflanze ist pflegeleicht, Verblühtes muss nicht ausgeputzt werden. „Zu trocken oder zu nass sollte man die Koboldblume aber nicht stehen lassen. Sie braucht eine gleichmäßige Wasserversorgung.“

Da die Blaue Koboldblume Sachsens Pflanze des Jahres ist, wird sie bei den meisten der rund 100 Gärtnereien, die sich am 23. und 24. April an der Aktion „Blühendes Sachsen“ – einem verkaufsoffenen Wochenende – beteiligen, zu haben sein.

Auch Gartenbauverbände in anderen Bundesländern küren alljährlich für sich eine Pflanze des Jahres. In Baden-Württemberg und in Hessen ist es dieses Jahr ,Vroni Marathoni’. Dabei handelt es sich um eine „interspezifische“ robuste, zuverlässig ab April leuchtend rot blühende Geranie in Bozen mit gesundem dunkelgrünen Laub. Das „Zugpferd“ bei den Bayern ist die Neuzüchtung ’BeeDance’ (Bienentanz). Sie bereichert das bekannte Bidens-Sortiment mit Blüten in Orange-Tönen und ist ein Magnet für Bienen und Schmetterlinge.

Im Norden Deutschlands ist die Pflanze des Jahres ozeanblau. Dort begeisterte der Ziersalbei „Käptn Brise“. Er eignet sich zwar nicht zum Würzen oder Verarbeitung zu Heilzwecken, verströmt aber einen aromatischen Duft und ist ebenfalls eine gute Nahrungsquelle für Bienen, Hummeln und Schmetterlingen. Damit die Pflanze zwischen Mai und Ende September immer wieder neue Blütenähren ausbildet, muss man die verblühten Rispen entfernen.

In Rheinland-Pfalz offeriert man den Blumen- und Gartenliebhabern als Balkonpflanze des Jahres ein Duo aus zweifarbigen Petunien mit den Namen ’Pink Star’ und ’Violet Star’. Die Brandenburger und Berliner Gärtner sind eher fürs Kulinarische und wählten die TomTato zur Pflanze des Jahres, die schon im vergangenen Jahr bundesweit für Aufsehen sorgte. Bei der veredelten Pflanze gedeihen im Wurzelbereich Kartoffeln und im oberirdischen Bereich Cherry-Tomaten. Der Dresdner Gartenbauingenieur Volker Croy zieht nach einem Anbaujahr folgendes Fazit: „Es funktioniert. Aber der Ertrag von zwei TomTato ist geringer, als wenn man eine Kartoffel und eine Tomate hat. Und die Pflanze ist anfällig gegen Braunfäule. Deshalb den Boden mit Mulch – z.B. Heu – bedecken und vorsichtig gießen, damit kein Spritzwasser an die Blätter gelangt. Auch ist der Gewächshausanbau zu empfehlen.“

Von Catrin Steinbach

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