Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Google+
Disagio: Direkt als Werbungskosten abziehbar

Finanzen Disagio: Direkt als Werbungskosten abziehbar

Vermieter aufgepasst: Wer für seine Immobilie einen Kredit aufnehmen muss, kann vorab mit seiner Bank eine Disagio vereinbaren und diese clever nutzen.

Voriger Artikel
Steuer: Hochwasserschäden geltend machen
Nächster Artikel
Bundesverfassungsgericht: Besteuerung der Rente bleibt

Vermieter können mit ihrer Bank eine Zinsvorauszahlung vereinbaren.

Quelle: Andrea Warnecke

Berlin. Vermieter, die für die Finanzierung ihrer Immobilie einen Kredit aufnehmen und mit der Bank eine Zinsvorauszahlung (Disagio) vereinbaren, dürfen diese Kosten direkt als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abziehen.

"Voraussetzung ist jedoch, dass sich die Höhe des Disagios in einem marktüblichen Rahmen bewegt", betont Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Dabei gilt eine Disagiovereinbarung mit einer Geschäftsbank prinzipiell als marktüblich. Dies geht aus einem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 8. März 2016 hervor (Az.: IX R 38/14).

Im verhandelten Fall nahm ein Ehepaar ein Hypothekendarlehen über rund 1,3 Millionen Euro zu einem Darlehenszins von 2,85 Prozent auf, um ein Mehrfamilienhaus finanzieren. Die Geschäftsbank behielt ein Disagio von 10 Prozent der Darlehenssumme ein. Die Kläger machten das Disagio in voller Höhe als sofort abziehbare Werbungskosten geltend. Das Finanzamt berücksichtigte hingegen lediglich 5 Prozent des Disagios sofort und verteilte den Rest anteilig über die Zinslaufzeit von zehn Jahren. Da der Darlehenszins deutlich niedriger als der Marktzins war und das vereinbarte Disagio demgegenüber ungewöhnlich hoch, vermutete das Finanzamt, dass die Kläger die niedrigen Darlehenszinsen durch das Disagio erkauft hätten.

Dem trat der Bundesfinanzhof entgegen. Ein Disagio ist nur dann nicht sofort bei den Werbungskosten abziehbar, wenn es sich um eine am Kreditmarkt unübliche Vereinbarung handelt. Bei einer Disagiovereinbarung mit einer Geschäftsbank sei generell von einer Marktüblichkeit auszugehen, so das Gericht. "Bei ähnlichen Fällen sollten Steuerzahler Einspruch einlegen, wenn das Finanzamt den Sofortabzug des Disagios nicht zulässt", rät Klocke, "und zur Begründung auf das genannte Urteil des Bundesfinanzhofs verweisen."

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Steuer-Tipps
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr