Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Google+
Totenfürsorgerecht: Kein Zugang zum Leichnam des Vaters

Verbraucher Totenfürsorgerecht: Kein Zugang zum Leichnam des Vaters

Die nächsten Angehörigen sind in Bezug auf die Beerdigung eines Verstorbenen, der keinen letzten Willen geäußert hat, nicht gleichgestellt. So kann die zweite Ehefrau entscheiden, dass der Sohn aus erster Ehe den Leichnam des Vaters nicht noch einmal sehen darf.

Voriger Artikel
Vom Chef bezahlt: Beihilfe für Erholung steuerfrei
Nächster Artikel
Durchbruch: Wann Knock-out-Produkte verfallen

Liegt kein letzter Wille vor, dann kann der Angehörige mit dem Totenfürsorgerecht über die Form der Bestattung entscheiden.

Quelle: Federico Gambarini

Bielefeld/Berlin. Äußert ein Verstorbener vor seinem Tod keinen letzten Willen, können in der Regel die Angehörigen über die Bestattungsart entscheiden. Hat die zweite Ehefrau das Totenfürsorgerecht inne, kann sie einem Sohn aus erster Ehe den Zugang zum Leichnam des Vaters verweigern.

Der Sohn kann von der Stiefmutter dafür kein Schmerzensgeld fordern. Das hat das Landgericht Bielefeld entschieden (Az.: 21 S 10/15), teilt die

Arbeitsgemeinschaft Erbrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) mit. Im verhandelten Fall wollte sich ein Sohn aus erster Ehe von seinem verstorbenen Vater verabschieden. Dessen zweite Ehefrau verweigerte ihm den Zugang zum Leichnam. Der Vater wurde beigesetzt, ohne dass der Sohn ihn noch einmal sehen konnte. Der Sohn verlangte daraufhin von seiner Stiefmutter Schmerzensgeld - zu Unrecht, entschieden die Richter des Landgerichts.

Ausschlaggebend sei, wer das sogenannte Totenfürsorgerecht inne hat und wie weit diese Entscheidungsbefugnis reicht. Grundsätzlich richtet sich dies vorrangig nach dem geäußerten oder mutmaßlichen Willen des Verstorbenen. Da der Ehemann vor seinem Tod nichts geäußert hatte, könne in diesem Fall die zweite Ehefrau die Entscheidungen treffen. Anders als vom Sohn vermutet, sind er und die Ehefrau in diesem Punkt nicht gleichberechtigt. Die zweite Ehefrau durfte hier allein über den Umgang mit dem Leichnam und die Beerdigung entscheiden - also auch darüber, ob der Leichnam offen aufgebahrt wird und wer diesen betrachten darf.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Finanznews
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr