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Gastspielvertrag kann zur Sozialversicherungspflicht führen

Verbraucher Gastspielvertrag kann zur Sozialversicherungspflicht führen

Schließen Künstler einen Gastspielvertrag ab, sind sie unter Umständen auch sozialversicherungspflichtig. Normalerweise sind sie dies als Freischaffende nicht. So entschied zuletzt ein Gericht.

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Auch internationale Bühnenstars sind in einem Gastspielvertrag abhängig beschäftigt - und damit sozialversicherungspflichtig. Foto: Martin Schutt

Essen. Künstler arbeiten häufig als Freischaffende. Das heißt: Sie sind in der Regel nicht sozialversicherungspflichtig. Allerdings kann das auch anders sein: Wird ein Gastspielvertrag abgeschlossen, kann eine abhängige Beschäftigung entstehen.

Daher werden in einem solchen Fall auch Sozialabgaben fällig. Dementsprechend müssen Theater und Künstler dann Beiträge abführen. Dies ergibt sich aus einer Entscheidung des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen (Az.: L 8 R 655/14).

Der Fall: Der freischaffende Opernsänger und Schauspieler ist seit 1999 regelmäßig als Gast in einem Theater tätig. Das Haus verfügt über kein festes Ensemble. Alle künstlerischen Mitarbeiter sind über Teilspielzeit- oder Gastverträge engagiert.

Für eine Operettenproduktion schlossen der Träger des Theaters und der Künstler einen Vertrag, wonach er als Sänger und Schauspieler engagiert wurde. Der zuständige Rentenversicherungsträger meinte, dass der Mann eine abhängige Beschäftigung ausgeübt habe und deshalb sozialversicherungspflichtig sei. Dagegen klagte der Künstler.

Das Urteil: Das Gericht folgte grundsätzlich der Auffassung des Rentenversicherungsträgers. Auch ein international renommierter Bühnenkünstler sei abhängig beschäftigt, wenn er "funktionsgerecht dienend" am künstlerischen Entstehungsprozess teilnehme und in eine vom Träger des Theaters vorgegebene Organisation eingegliedert sei.

Die zwischen Künstler und Träger abgeschlossene Vereinbarung entspreche in wesentlichen Grundzügen einem Arbeitsvertrag. Der Mann habe ein Gehalt bezogen, das monatlich über die Lohnsteuerkarte abgerechnet worden sei. Das für ein Arbeitsverhältnis maßgebliche Weisungsrecht hätten Regisseur und Intendant ausgeübt.

dpa

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