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Datenleck: Banken tauschen Tausende Kreditkarten aus

Verbraucher Datenleck: Banken tauschen Tausende Kreditkarten aus

Es ist eine reine Vorsichtsmaßnahme, doch sie beunruhigt viele Bankkunden: Weil Kriminelle versuchten, an Daten von Kreditkarten zu kommen, tauschen mehrere Banken die Karten aus.

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Wegen einer möglichen Missbrauchsgefahr hat die Commerzbank vorsorglich 15 000 Kreditkarten ausgetauscht.

Quelle: Frank Rumpenhorst

Frankfurt/Main. Ein Datenleck bei einem Dienstleister zwingt mehrere Banken zum Austausch Zehntausender Kreditkarten. Die Postbank tausche derzeit die Karten von 55 000 Kunden aus, sagte eine Sprecherin dem "Handelsblatt". Sie betonte, Kunden werde kein Schaden entstehen.

Die Commerzbank schickte nach eigenen Angaben 15 000 Kunden neue Karten, bei der Tochter Comdirect wurden nach Informationen der Zeitung 20 000 Plastikkarten ausgetauscht. "Andere Banken sind ebenfalls betroffen", schrieb die Commerzbank im Kurznachrichtendienst

Twitter. Ob weitere Institute ebenfalls in größerem Umfang Kreditkarten austauschen, war zunächst unklar.

Ein Commerzbank-Sprecher sagte: "Wir haben vorsorglich Kreditkarten ausgetauscht, weil wir von einem Dienstleister informiert wurden, dass es möglicherweise zu Missbrauchsfällen kommen könnte." Auch über diesen Fall hatte zuerst das "Handelsblatt" berichtet. Die Comdirect will die betroffenen Karten nach Angaben einer Sprecherin bis Ende Januar ersetzen.

"Von der Kreditkartenorganisation haben wir Hinweise erhalten, dass Dritte möglicherweise unberechtigt in den Besitz von Kreditkartendaten gelangt sein könnten", heißt es in einem Schreiben der Commerzbank an betroffene Bankkunden. "Um der Gefahr einer missbräuchlichen Verwendung vorzubeugen, tauschen wir Ihre Karte vorsorglich aus."

Zwar machen die 15 000 Karten nur einen sehr kleinen Teil aller Karten aus, die die Commerzbank an ihre knapp zwölf Millionen Privatkunden ausgegeben hat. Dennoch ist ein Austausch in dieser Größenordnung nichts Alltägliches.

Dem Vernehmen nach warnten Visa und Mastercard die Institute vor dem möglichen Ausspionieren sensibler Kartendaten. Kreditkartenanbieter informieren Banken schon beim Verdacht auf mögliche Datenlecks. Manche Institute tauschen Karten dann sofort aus, das machen aber nicht alle Banken so. Kunden müssen sich normalerweise keine Sorgen machen: In der Regel übernimmt ihre Bank den Schaden, wenn Kriminelle geklaute Kartendaten missbräuchlich verwenden.

Visa Europe erklärte, das Unternehmen arbeite "eng mit den Betroffenen und den entsprechenden Finanzinstituten zusammen, um den kartenausgebenden Banken gefährdete Konten zu melden, damit sie alle nötigen Schritte zum Schutz der Kunden einleiten können". Mastercard verwies auf Anfrage an die Commerzbank.

dpa

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