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Preiskampf in der Autoversicherung lässt Prämien sinken

Auto Preiskampf in der Autoversicherung lässt Prämien sinken

Für Millionen Autofahrer hat die Jagdsaison begonnen: Vor dem Kündigungs-Stichtag Ende November suchen sie die günstigste Versicherung für ihren Wagen oder ihr Motorrad. Die Versicherer liefern sich eine gnadenlose Preisschlacht - zur Freude der Kunden.

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Bis zum 30. November können viele Kunden die Autoversicherung in diesem Jahr noch wechseln. Die Preisschlacht unter den Anbietern könnte bis dahin für extreme Niedrigprämien sorgen.

Quelle: Arne Dedert

München. Autofahrer in Deutschland können nach einem jahrelangen Anstieg wieder auf günstigere Preise in der Kfz-Versicherung hoffen. Der scharfe Wettbewerb unter den Autoversicherern führt nach Auswertungen der Vergleichsportale Check24 und Verivox vor allem in der Haftpflicht zu sinkenden Prämien.

Mit den Preisen für neu abgeschlossene Verträge gehe es bereits seit Wochen bergab. Den Höhepunkt erreicht die Preisschlacht aber erst im November. Rechtzeitig zum Kündigungsstichtag 30. November, der für die meisten Verträge gilt, wollen die Anbieter so viele Neukunden wie möglich an Land ziehen.

In kaum einer anderen Versicherung sind die Kunden so sprunghaft wie in der

Kfz-Haftpflicht: Rund drei Millionen Autofahrer wechseln nach Schätzungen der Versicherungswirtschaft jedes Jahr den Anbieter, um Geld zu sparen. Durch die Vergleichsportale wird das Versicherungs-Hopping kräftig angeheizt: Allein das Münchner Unternehmen

Check24 vermittelte bei der letzten Wechselrunde rund 750 000 Kfz-Verträge.

Der Bund der Versicherten warnt jedoch vor einem gedankenlosen "Wechselwahnsinn" in der Kfz-Versicherung und voreiligen Vertragsabschlüssen über die Portale. "Mit Verbraucherschutz haben diese nichts zu tun", sagt Sprecherin Bianca Boss. Die Vergleichsportale seien keine gemeinnützigen Einrichtungen, sondern hätten handfeste wirtschaftliche Interessen. "Die Portale finanzieren sich durch den Vertragsabschluss bei der jeweiligen Versicherung - deshalb sind sie auch als Versicherungsmakler gemeldet." Verbraucher sollten daher auf jeden Fall mehrere Vergleichsportale vergleichen.

Nicht alle Versicherungen sind über die Portale überhaupt zu sehen: Die Online-Tochter des Marktführers Huk-Coburg hat sich vor wenigen Wochen von dem Vergleichsportal

Verivox verabschiedet, um Geld zu sparen. Denn für jeden Kunden, den die Versicherer über die Portale gewinnen, müssen sie viel Geld an die Betreiber abdrücken: Von 50 bis 100 Euro pro Vertrag ist in Versicherungskreisen die Rede - bei den knapp kalkulierten Prämien ist das viel. Der Schritt der Huk24 wird deshalb von der Konkurrenz mit Interesse verfolgt. "Wir gehen davon aus, dass wir bei Huk24 auch ohne Vergleichsportal gute Abschlüsse erzielen können", sagt ein Huk-Coburg-Sprecher.

Das fränkische Unternehmen hatte die Allianz vor einigen Jahren nach der Zahl der KfZ-Verträge erstmals als Nummer eins überholt und den Abstand seitdem weiter ausgebaut. Während die Allianz nach der letzten Wechselrunde rund 8,2 Millionen Fahrzeuge zählte, kam die Huk-Coburg auch dank des starken Wachstums der Huk24 auf 10,3 Millionen.

Neben den beiden Platzhirschen buhlen noch mehr als 90 weitere Versicherungen um Kunden für die Kfz-Haftpflicht, die in Deutschland jeder Fahrzeughalter für Auto, Motorrad, Quad oder Traktor abschließen muss. "Ohne sie darf kein motorisiertes Fahrzeug auf die Straße", betont der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft GDV. Insgesamt gibt es nach Angaben des Verbandes 61 Millionen Kfz-Haftpflichtverträge und zusätzlich rund 45 Millionen freiwillige Teil- und Vollkaskoverträge.

Für die Kunden zahlt sich der Wettstreit der Versicherer aus: Während sie vor 20 Jahren im Schnitt 289 Euro pro Jahr für die Kfz-Haftpflicht zahlten, waren es nach GDV-Angaben im Jahr 2014 noch 245 Euro. Grund für den Rückgang war vor allem ein radikaler Preiskampf der Versicherer zwischen 2005 und 2010, der die Prämien Jahr für Jahr purzeln ließ. Erst seit 2011 ziehen die Preise wieder an. Die aktuelle Preisschlacht könnte diesen Trend aber nun wieder beenden.

dpa

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