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Das passende Investment für jedes Alter

Finanzen Das passende Investment für jedes Alter

Eine große Mehrheit der Deutschen ist laut einer Umfrage mit der eigenen Finanzsituation einigermaßen zufrieden. Doch wie legt man das Geld am besten an, wenn man es nicht ausgeben möchte? Fünf Strategien für fünf Lebenslagen.

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Eine Familie - unterschiedliche Träume: Welche Anlagestrategie passt, kommt auf die jeweilige Lebensphase, das Alter und die eigenen Sparziele an.

Quelle: Westend61/Rainer Berg

Stuttgart. Jeder fünfte Deutsche schränkte sich letztes Jahr beim Geldausgeben ein. Der Blick aufs Konto stimmt viele aber recht positiv. Das geht aus dem aktuellen Vermögensbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) hervor. Doch wie investieren Sparer ihr Geld am besten?

Laut Vermögensbarometer bewertet weniger als jeder Zehnte seine finanzielle Situation als eher schlecht. Die Zahl der Unzufriedenen habe sich innerhalb von zehn Jahren halbiert. Aber besonders ältere Menschen schränken der Umfrage zufolge ihren Konsum ein. Viele seien es gewohnt, in guten Zeiten Polster zu bilden, heißt es.

Egal, was Finanzberater sagen: Eine Anlagestrategie für jedermann gibt es nicht. Ob Aktien, Immobilie oder Festgeld - welche Geldanlage sinnvoll ist, hängt von vielen Faktoren ab: vom Alter, vom Einkommen, vom finanziellen Polster und natürlich von den persönlichen Wünschen und Zielen - und die ändern sich im Laufe des Lebens bekanntlich auch mal. Auf die wirtschaftliche Lage kommt es erst in zweiter Linie an. Anleger sollten sich daher fragen: Was ist mir aktuell wichtig? Ein Überblick:

20-Jährige - als Berufsanfänger Rücklagen bilden: "Mit Anfang 20 sollte man lieber in seine berufliche Zukunft investieren, statt sich an langfristige Verträge zu binden", sagt Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg. Von Versicherungsprodukten als Sparanlage rät er generell ab. Nur wenige halten ihre private Renten- oder Lebensversicherung bis zum Ende durch: "Drei von vier Verträgen zur Altersvorsorge werden vorzeitig gekündigt." Wenn die monatlichen Raten nicht mehr bezahlt werden können, schlagen die Abschlusskosten voll zu Buche.

"Bausparverträge und Lebensversicherungen machen für 20-Jährige keinen Sinn", sagt sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. Berufsanfänger sollten lieber etwas Geld für kurzfristige Investitionen beiseitelegen, die beste Wahl dafür sei ein Tages- oder Festgeldkonto. "Wenn das erste Liquiditätsziel erreicht ist, kann man auch mit Aktien sparen."

30-Jährige - Vermögensaufbau für Familiengründer: Sparen mit Aktien - das rät Gerald Pilz, Finanzexperte und Fachbuchautor aus Kornwestheim bei Stuttgart: "Wer breit gestreut in Aktienfonds investiert, macht über einen Zeitraum von 20 Jahren eigentlich nie Verluste." Pilz empfiehlt Indexfonds, die weltweit aufgestellt sind und Aktien aus verschiedenen Branchen enthalten. Indexfonds kosten kaum Gebühren, weil sich nicht aktiv gemanagt werden, sondern einen Aktienindex wie den Dax abbilden. "Im mittleren Alter können Anleger dann etwas höhere Sparraten ansetzen."

Doch wenn Kinder da sind, ändern sich die Prioritäten: "Eine familienfreundliche Geldanlage ist in erster Linie eine liquiditätsfreundliche Geldanlage", sagt Nauhauser. Für unvorhergesehene Ausgaben sollte immer etwas Geld vorhanden sein. Auch der Vorsorge-Gedanke wird wichtiger: So ist es sinnvoll, die Familie über eine Risiko-Lebensversicherung abzusichern. Wenn Risikoschutz und Vermögensaufbau klar getrennt werden, bleiben die Raten auch in schlechten Zeiten bezahlbar.

40-Jährige - Die eigene Immobilie finanzieren: "Die Investition in eine Immobilie kann sich im mittleren Lebensalter lohnen", sagt Pilz. Vor dem Kauf sollte jedoch der Wert des Häuschens oder der Eigentumswohnung sehr genau geschätzt werden, warnt der Investmentprofi: Viele Immobilien in den A-Lagen der Großstädte seien derzeit völlig überteuert. "In den B-Lagen und in kleineren Städten gibt es dagegen noch Luft nach oben." Bei Renteneintritt sollte die Immobilie dann abbezahlt sein.

50-Jährige - Wünsche erfüllen und Vermögen ausbauen: Die alte Faustformel für die Aktienquote - hundert minus Lebensalter - ist so nicht mehr zeitgemäß. Diese Ansicht vertritt Finanzexperte Pilz: "Rentenpapiere sind viel zu schlecht verzinst, deshalb würde ich auch im Alter zu einem höheren Aktienanteil im Depot raten." Doch niemand verkauft gerne, wenn die Kurse gerade im Keller sind.

Deshalb ist es ratsam, die Aktienquote etwas zu reduzieren, wenn in absehbarer Zeit Geld gebraucht wird - zum Beispiel um sich einen lange gehegten Wunsch zu erfüllen. Wurde eine kapitalbildende Lebens- oder Rentenversicherung abgeschlossen, empfiehlt Pilz, sich das Geld am Ende der Laufzeit vollständig auszahlen zu lassen. "Die Auszahlungspläne der Versicherer lohnen sich meist nicht."

60-Jährige - Laufende Entnahmen für den Ruhestand: "Senioren haben häufig einen erhöhten Kapitalbedarf", sagt Nauhauser. Wer laufende Entnahmen zur Aufbesserung der Rente oder für Pflegeleistungen benötigt, sollte sicherstellen, dass das Geld auch verfügbar ist. Wegen der Kursschwankungen ist ein großer Aktienanteil im Depot dafür ungeeignet. Ein Teil des Vermögens sollte daher in festverzinsliche Wertpapiere mit mittlerer Laufzeit umgeschichtet werden.

Literatur:

Gerald Pilz: Geldanlagen in allen Lebensphasen. Die größten Geheimnisse der Finanzexperten, Südverlag 2015, 232 Seiten, 20,00 Euro, ISBN-13: 978-3-87800-071-6.

dpa

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