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Arbeitskraft versichern - Welche Policen sich lohnen

Verbraucher Arbeitskraft versichern - Welche Policen sich lohnen

Die eigene Arbeitskraft sollte gut versichert sein. Denn wer seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, steht schnell vor dem finanziellen Ruin. Doch welche Police ist die richtige? Und welche Alternativen gibt es zur oft teuren Berufsunfähigkeitsversicherung?

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Dachdecker leben gefährlich. Wer sich eine teure Police nicht leisten kann, hat aber auch Alternativen.

Quelle: Nestor Bachmann

Frankfurt/Main. Der Verlust der Arbeitskraft ist keine Seltenheit: Viele Erwerbstätige können im Laufe des Berufslebens ihrer Arbeit für längere Zeit nicht mehr nachgehen. Seelische Probleme, ein Unfall oder eine lange Krankheit sind die Gründe dafür.

"Jeder, der aus eigenem Einkommen und nicht aus Vermögen lebt, sollte sich gegen den Ausfall seiner Arbeitskraft versichern", sagt Brigitte Mayer von der Verbraucherzentrale Hessen. Sonst stehen Betroffene schnell ohne Lohn und Gehalt da.

Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt zwar eine Erwerbsminderungsrente, wenn keine berufliche Tätigkeit mehr ausgeübt werden kann, jedoch nur bei Vollinvalidität, und das ist eher selten der Fall. Auch die Höhe der Rente ist gering. "Wer seinen gewohnten Lebensstandard behalten will, muss privat vorsorgen", sagt Una Großmann vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Oft kommen noch weitere finanzielle Belastungen durch medizinische Versorgung und Betreuung dazu.

Beste Wahl ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Sie springt ein, wenn der Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann. "Das ist ein großer Unterschied zur Erwerbsminderungsrente", sagt der unabhängige Versicherungsmakler Thomas Kliem aus Berlin. "Gute Verträge zahlen bereits, wenn die letzte Tätigkeit zu 50 Prozent nicht mehr ausgeübt werden kann." Als berufsunfähig gilt meist, wer länger als ein halbes Jahr ausfällt.

Ein guter Berufsunfähigkeitsvertrag ist aber teuer: "Entscheidend für die Höhe der Prämie ist das Risiko des Antragstellers, berufsunfähig zu werden", sagt Großmann. Das hängt stark vom ausgeübten Beruf ab. Für ihre Berechnung des Risikos nutzen die Versicherer deshalb "Berufskataloge". Entsprechend hoch fallen die monatlichen Beiträge aus: "Maurer, Dachdecker und Krankenpfleger haben ein hohes Risiko berufsunfähig zu werden", sagt Mayer. "Allerdings können sie die Prämien von ihrem Gehalt oft nicht bezahlen." Wer keinen BU-Vertrag bekommt, sollte sich nach einer Alternative umsehen.

Die beste Wahl ist eine Versicherung gegen Erwerbsunfähigkeit. "Die ist zwar nicht viel billiger als eine Berufsunfähigkeitspolice, sie setzt aber oft keine Gesundheitsprüfung voraus", sagt Kliem. Dafür gibt es strengere Anforderungen an den Versicherungsfall, so zahlt die Erwerbsunfähigkeitsversicherung nur, wenn gar nicht mehr gearbeitet werden kann.

Eine andere Möglichkeit ist die Dread-Disease-Versicherung. Diese zahlt, wenn aufgrund einer Krankheit nicht mehr gearbeitet werden kann. Wer keine BU mehr bekommt, weil er bereits einen kaputten Rücken hat, kann sich so gegen das Risiko einer Erkrankung versichern. Aber: "Versichert werden immer nur bestimmte, medizinisch definierte Krankheiten", sagt Mayer.

Eine Multi-Risk-Versicherung ist ein Kombiprodukt aus Unfall-, Krankheits- und Invaliditätsschutz. "Das macht Sinn, wenn ein Handwerker nur ein kleines Einkommen hat, aber dennoch ein hohes Risiko trägt", sagt Kliem. Oft wird dabei eine Unfallversicherung mit einer Dread-Disease-Versicherung kombiniert.

Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt, wenn grundlegende Fähigkeiten wie Sehen oder Hören stark eingeschränkt sind. "Das sind häufig Produkte, die sich gut verkaufen lassen, weil dahinter ein Horrorszenario steht", sagt Versicherungsmakler Kliem. Sinnvoll sei der Abschluss eines solchen Vertrags für die wenigsten Kunden.

dpa

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