Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Google+
Verbraucherschützer warnen Senioren vor Abzockern

Verbraucher Verbraucherschützer warnen Senioren vor Abzockern

Der Enkel braucht rasch Geld, um ein Haus zu kaufen - mit solchen Geschichten ködern Betrüger häufig ältere Menschen. Verbraucherschützer klären Senioren jetzt über die Methoden der Täter auf.

Voriger Artikel
Total betrunken - Freunde sollten Hilfe holen
Nächster Artikel
In der Adventszeit mit Kindern über Feuer sprechen

Ein Schild warnt in einem Städtischen Bad in Stuttgart vor Trickbetrügern. Gerade ältere Menschen werden von Kriminellen oft geködert.

Quelle: Marijan Murat

Stuttgart. "Hallo, ich bin's" - so melden sich häufig Betrüger am Telefon, um Geld abzuzocken, womit sie oft bei Älteren Erfolg haben. Das Verbraucherschutzministerium Baden-Württemberg will dies durch Aufklärung verhindern.

Zusammen mit Verbraucherschützern und Seniorenräten möchte das Ministerium die Generation 60plus für die Gefahr, die von Betrügern am Telefon, an der Haustür oder auf Kaffeefahrten ausgeht, sensibilisieren.

"Ältere Leute sind anfällig dafür, auf knapp an der Illegalität vorbeigehende Angebote reinzufallen", sagte der Referatsleiter für Verbraucherpolitik im Ministerium, Peter Maier. Über den "Enkeltrick" haben Betrüger im vergangenen Jahr allein in Baden-Württemberg nach Angaben des Ministeriums 900 000 Euro erschlichen, rund 570 Fälle wurden gemeldet.

Dabei geben sich Anrufer als der Verwandte aus, erbitten Geld, das sie wenig später von einem angeblichen Bekannten abholen lassen, wie ein Polizeisprecher aus Stuttgart berichtet. Die Betrüger wählen sich oft eine Stadt aus, in der sie das Telefonbuch durcharbeiten. "Die Fälle kommen in Wellen bei uns an." Des Weiteren seien in Stuttgart schon Kochtopfverkäufer unterwegs gewesen, die an den Haustüren minderwertige Ware zu überhöhten Preisen verkauften.

"Die Verkäufer sind so perfide", sagte die Geschäftsführerin des Landesseniorenrates, Birgit Faigle. Der Seniorenrat hat schon länger registriert, dass das Interesse an Präventionsveranstaltungen zum Thema Abzocke wächst.

Nicht alle Methoden sind als Betrug strafbar. Bei der Polizei ist auch ein Ringtrick bekannt, bei dem jemand einen Ring an gutgläubige Passanten "verschenkt", aber ein Finderlohn dafür erbittet - kürzlich in einem Stuttgarter Schwimmbad angewendet. "Das gilt als aggressives Betteln", sagte der Stuttgarter Polizeisprecher, und sei damit lediglich eine Ordnungswidrigkeit.

Dass ausgerechnet Ältere häufig auf die Maschen von Abzockern hereinfallen, erklärt ein Psychologe der Opferschutzorganisation Weißer Ring, Karl-Günther Theobald, unter anderem mit der "Atomisierung der Familienverbünde". Viele Senioren lebten alleine und seien anfällig dafür, auf Beziehungsangebote einzugehen. Die Straftäter bezeichnet er als Profis, die den Weg des geringsten Widerstandes wählten - und somit die Senioren ins Visier nehmen. Das habe es schon immer gegeben: "Denken Sie an Rotkäppchen. Das ist eine Seniorenbetrugsgeschichte. Der Wolf geht rein, gibt sich als Rotkäppchen aus und frisst die Großmutter."

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Familie