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Systemabsturz und Neustart: Trennung bevor es ernst wird

Familie Systemabsturz und Neustart: Trennung bevor es ernst wird

Drei Kinder sind geplant, die Namen stehen auch schon fest. Für die Hochzeit ist eine Location ausgesucht. Die Zukunft als Paar, ein gemeinsames Leben - das steht irgendwie fest. Und plötzlich macht einer Schluss. Aus und vorbei, Liebe und Lebensplan dahin. Was nun?

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Viele planen mit Mitte 30 ihre gemeinsame Zukunft - aber bei manchen Paaren ist genau dann alles vorbei.

Quelle: Christin Klose

Berlin. Nach einigen Jahren Beziehung ist die erste Verliebtheit oft vorbei. Doch beide Partner sind einigermaßen im Job angekommen, wohnen zusammen und könnten den nächsten Schritt planen. Hochzeit. Kinder. Haus. Oder so ähnlich. Doch was, wenn die Beziehung dann in die Brüche geht?

Eine Partnerschaft, die jahrelang eigentlich ganz gut funktioniert hat, zu beenden, ist eine schwierige Entscheidung. "Doch nur aus Bequemlichkeit mit jemandem zusammenzubleiben - das kann nicht funktionieren", warnt Beziehungsberaterin

Silvia Fauck aus Berlin. Es ist besser, rechtzeitig die Reißleine zu ziehen, statt in 20 Jahren auf eine miese Ehe zurückzublicken.

Wer sich unsicher ist, dem rät Fauck zu einer Trennung auf Zeit. Mancher wird feststellen, dass es ohne den Partner doch nicht geht - umso besser. Andere entschließen sich zur Trennung.

"Das ist natürlich eine Katastrophe", stellt die Paartherapeutin

Andrea Bräu nüchtern fest. Es ist eine Kränkung, die das Selbstwertgefühl schwächt - die Ablehnung der eigenen Person. Und es ist das Ende eines Lebensentwurfs - ein Systemabsturz. Womöglich war die Hochzeit schon ein Thema, man dachte bereits an gemeinsame Kinder - und plötzlich ist das alles weg. Error.

"Dann darf man sich erlauben, erstmal durchzuhängen, zu trauern", rät Fauck. Denn das Leben verläuft nicht immer nach Plan. Nur wer das verstanden hat, kann langsam wieder hochfahren.

Paartherapeutin Andrea Bräu warnt davor, sich für die gescheiterten Pläne einfach jemand Neues zu suchen. "Ob Kinder oder Hochzeit - das wäre der nächste Schritt in der Beziehung gewesen", sagt sie. Und das macht man nicht mit irgendwem - sondern mit dem richtigen Partner. Sich Hals über Kopf in etwas Neues zu stürzen, funktioniert nicht.

Beziehungscoach

Dominik Borde meint, Betroffene sollten selbst aktiv werden, um der Situation etwas Positives abzugewinnen. "Das ist die Chance, genau zu überlegen, was man zukünftig möchte und was nicht", sagt er. Es ist eine Möglichkeit, die Festplatte zu formatieren und dem Leben eine völlig neue Richtung zu geben.

Wer einen neuen Partner zum Glücklichsein braucht, wirkt unattraktiv, findet der Beziehungscoach. Der neue Partner spürt das, fühlt sich unter Druck gesetzt und ergreift die Flucht. Auch Kontakt zum Ex-Partner ist wenig sinnvoll. Denn mit jedem Treffen, jedem Telefonat, ist da auch wieder Hoffnung, dass es doch noch mal klappen könnte.

Wer wieder Schmetterlinge im Bauch möchte, eine neue frische Liebe, muss mit der alten abschließen. "Und bei über sieben Milliarden Menschen auf der Welt, ist die Chance doch recht hoch, sich noch mal richtig zu verlieben."

dpa

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