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Mit dem Rollator über Stock und Stein

Verkehr Mit dem Rollator über Stock und Stein

Bordsteinkanten, Straßenbahnschienen, Stufen an Bustüren - für Menschen mit Rollator sind das oft schwierige Hindernisse. Beim "Rollatortag" lernen Senioren den sicheren Umgang mit ihrem Gefährt im Straßenverkehr.

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Senioren nutzten den «Rollatortag», um den Einstieg mit einem Rollator in den Bus zu trainieren.

Quelle: Oliver Berg

Köln. Zaghaft fährt Heidi Quadt ihren Rollator an die Stufe heran. "Da komm ich nicht hoch, das geht nicht", meint die 78-Jährige. "Doch, doch, das schaffen Sie!", spornt ein Trainer sie an. "Bremse anziehen und einfach nach hinten kippen, nicht heben."

Nach ein paar Mal Üben hat Heidi Quadt es geschafft und steht mit ihrem Rollator oben. Beim ersten "Rollatortag NRW" konnten Senioren sich Tipps zum Umgang mit ihrem Rollator holen. Auf öffentlichen Plätzen in 20 Städten luden Verkehrsunternehmen zu Hindernisparcours und kostenlosen Sicherheitschecks ein.

"Wir wollen Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, die Angst vor der Benutzung von Bussen und Bahnen nehmen", sagt Markus Schönbein, Mobilitätstrainer der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB). Vor allem beim Ein- und Aussteigen seien viele Rollator-Nutzer unsicher. "Und im Bus stellt sich dann die Frage: Wo setze ich mich hin, und wohin mit meinem Rollator?"

Rund zwei Millionen Rollatoren sind nach Schätzung der Deutschen Seniorenliga in Deutschland unterwegs - Tendenz steigend. "Obwohl Rollatoren inzwischen zum Straßenbild gehören, haben viele Menschen immer noch eine Scheu davor", sagt Sprecher Joachim Dung. Aktionen wie der

"Rollatortag" sollten deshalb auch dazu beitragen, Berührungsängste zu nehmen und die Öffentlichkeit auf die Bedürfnisse von Rollator-Nutzern aufmerksam zu machen.

Bordsteinkanten, Kopfsteinpflaster, Straßenbahnschienen - was mobile Menschen beim Drüberlaufen kaum registrieren, kann mit Rollator eine schwierige Hürde sein. "Vor allem an Haltestellen passieren viele Unfälle mit Rollatoren, immer wieder kommt es zu Stürzen", sagt Simon Höhner, Geschäftsführer der Verkehrswacht Düsseldorf. "Den Umgang mit einem Rollator muss man üben, das sollte man nicht unterschätzen." Da seien auch Angehörige gefragt, ihren älteren Verwandten zu helfen.

Neben der richtigen Handhabung sei es wichtig, dass der Rollator gut eingestellt ist, betont KVB-Trainer Schönbein: "Manchmal passt die Höhe nicht, manchmal sind Rollatoren zu stark beladen oder die Bremsen funktionieren nicht." Deshalb bieten die Veranstalter des "Rollatortags" den Besuchern auch einen kostenlosen Sicherheitscheck für ihr Gefährt an.

Rollatortrainings werden seit einigen Jahren immer wieder von unterschiedlichen Stellen angeboten. Seit 2012 gibt es einen "Deutschen Rollatortag", bei dem über mehrere Monate hinweg in verschiedenen Städten die Rollator-Nutzung thematisiert wird.

Die 78-jährige Heidi Quadt hofft, dass sie mit ihrem Rollator nach und nach sicherer wird. "Statt auf Bürgersteigen bin ich bisher lieber auf der Straße gegangen, weil da glatter Untergrund ist", erzählt die Rentnerin, die seit einem halben Jahr ihre Gehilfe nutzt. Busfahren habe sie sich mit dem Rollator bislang nicht getraut. "Aber wenn mir jemand zeigt, wie das geht, mache ich das demnächst vielleicht mal."

dpa

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