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Fleischkonsum und Krebsrisiko: Die Menge macht's

Ernährung Fleischkonsum und Krebsrisiko: Die Menge macht's

Es geht um die Wurst: Verarbeitetes Fleisch erhöht nach Erkenntnissen von Forschern das Krebsrisiko. Auch bei rotem Fleisch gibt es entsprechende Hinweise. Müssen Steak-Fans sich Sorgen machen?

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Fleischliebhaber können durchatmen. Auch wenn die Studien beunruhigend sind, Ernährungsexperten meinen, dass sie deshalb nicht zum Vegetariertum überlaufen müssen.

Quelle: Wolfgang Kumm

Lyon. Gut 38 Kilo Schweinefleisch und fast 9 Kilo Rindfleisch isst jeder Deutsche im Durchschnitt pro Jahr. Die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation warnt nun, dass Steaks und Würstchen bei regelmäßigem Konsum langfristig das Krebsrisiko steigern könnten.

Weshalb halten die Forscher Fleisch für krebserregend?

Die Experten haben mehr als 800 Studien ausgewertet, die sich mit dem Zusammenhang von Fleischverzehr und Krebsarten beschäftigen. Bei verarbeitetem Fleisch wie Würstchen, Schinken oder Corned Beef sind sie aufgrund der Daten sicher, dass es Krebs verursachen kann. Bei sogenanntem rotem Fleisch halten sie das für wahrscheinlich - das gilt zum Beispiel auch für das Rinder-Steak aus der Pfanne oder das Schweinekotelett vom Grill. Um weißes Fleisch, also Geflügel, geht es in dem Bericht nicht.

Nach Angaben der Agentur verstehen Forscher noch nicht komplett, warum Fleisch das Krebsrisiko beeinflusst. Beim Kochen oder bei der Verarbeitung von Fleisch könnten aber Stoffe entstehen, die als krebserregend bekannt sind.

Um welche Krebsarten geht es?

Vor allem um Darmkrebs. Für verarbeitetes Fleisch gibt es auch Hinweise auf Verbindungen zu Magenkrebs, dies ist aber nicht erwiesen. Bei rotem Fleisch könnte es zudem Verbindungen zu Bauchspeicheldrüsen- und Prostatakrebs geben.

Muss ich nun ganz auf Fleisch verzichten?

Wie so oft: Die Menge macht's. "Man kann jedes Fleisch bedenkenlos essen. Es kommt aber auf die Menge an", sagt Professor Heiner Boeing vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke. Fleisch habe auch positive Effekte: "Wir führen damit zum Beispiel Eisen, hochwertiges Eiweiß und bestimmte Vitamine zu."

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Fleischwaren pro Woche zu sich zu nehmen. Die Realität sehe aber bundesweit anders aus, sagt DGE-Pressesprecherin Antje Gahl in Bonn. "Männer verzehren etwa doppelt so viel mit 1092 Gramm pro Woche." Frauen seien gerade so im Rahmen - die Daten stammen allerdings aus 2005 bis 2007. Die Krebsforschungsagentur betont, dass man anhand der vorliegenden Informationen nicht sagen könne, ob es ein sicheres Maß an Fleisch gibt. Klar scheint aber: Je mehr, desto höher das Risiko.

Was heißt das konkret?

Pro 50 Gramm verarbeitetes Fleisch täglich steigt das Darmkrebsrisiko nach Einschätzung der Experten um 18 Prozent. Dabei stützen sie sich auf Daten aus zehn Studien. Bei rotem Fleisch ist die WHO-Agentur noch zurückhaltender, aber Daten aus den Studien legen nahe, dass 100 Gramm täglich das Risiko um 17 Prozent erhöhen könnten.

Hoher Fleischkonsum ist auch Umweltschützern ein Dorn im Auge - warum eigentlich?

Nach Angaben des "

Fleischatlas 2014" wird die weltweite Fleischerzeugung bis Mitte dieses Jahrhunderts von jetzt 300 Millionen Tonnen auf dann fast eine halbe Milliarde Tonnen steigen. Dafür werde sich die Sojaproduktion für Futtermittel zur Mästung der Schlachttiere nahezu verdoppeln. Damit werden mehr Flächen für den Futteranbau benötigt - und größere Viehbestände tragen auch zu mehr Treibhausgasen bei.

dpa

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