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Notwendigkeiten und Lösungen für die Wärmewende

Stromsparen allein genügt nicht Notwendigkeiten und Lösungen für die Wärmewende

Während sich in der breiten Öffentlichkeit die Assoziation von „Energiewende = Stromsparen“ festsetzt, bleibt mit der Wärmewende ein wichtiger Teilaspekt nach wie vor eher stiefmütterlich behandelt.

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Quelle: fotolia.com ©Sashkin

Der Begriff der Energiewende hat einen nicht unerheblichen Nachteil: Er umfasst zwar grundsätzlich alle Faktoren, die für einen effizienteren Einsatz und Verbrauch von Energie in jedweder Form notwendig sind. Allerdings erschließt sich das aus seinem Wortlaut nicht sofort.

Notwendigkeit erneut bestätigt

Dabei ist es eine erwiesene Notwendigkeit, den gesamtdeutschen Energieverbrauch nicht nur durch Maßnahmen auf dem Stromsektor senken zu müssen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat schon zu Beginn des Jahres darauf hingewiesen, dass dieser Verbrauch noch immer zu einem großen Teil durch das Heizen entsteht. Insgesamt beläuft sich der Anteil nach Ministeriumsangaben sogar auf 55 Prozent des Gesamtverbrauchs, nicht zuletzt wegen der großen Zahl ineffizienter Heizungsanlagen – hier wird von rund zehn Millionen Anlagen ausgegangen, die aufgrund ihres Alters nicht mehr die erforderliche Leistung erbringen.

Auch die Wärmewende ist nicht ohne einen deutlich höheren Beitrag zur Energieeffizienz zu bewerkstelligen: Effizientere Technologie, die zudem auch beim Einsparen von CO 2 hilft und auf die jeweiligen Bedürfnisse und Anforderungen der Nutzer abgestimmt ist, gehört ohne zu einer erfolgreichen Umsetzung der Wärmewende dazu. Obwohl diese Notwendigkeiten sowie die damit verbundenen Maßnahmen bekannt sind, ist der Weg laut des Verbands für Wärmelieferung e.V. (VfW) keineswegs frei von Hindernissen:

  • Es fehlen konkrete politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen, die für die Absicherung – und vielfach auch die Inanspruchnahme – der Arbeit von Contractoren und Energiedienstleistern vonnöten wären.
  • Ebenfalls mangelhaft sind die bisherigen Kontrollmechanismen hinsichtlich der Sanierungspflicht für Gebäudeeigentümer: Problematisch daran ist vor allem das Fehlen von Sanktionen bei Missachtung der Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV). Das macht es den Verantwortlichen leicht, auf Sanierungen zu verzichten oder diese mit nur minimalem Aufwand umzusetzen.

Veränderte Ansätze unerlässlich

Die Agentur für Erneuerbare Energie AEE hat mit ihrer kürzlich veröffentlichten Metastudie „Instrumente und Maßnahmen für die Wärmewende“ diesen Eindruck noch einmal bestätigt. Was es demnach dringend braucht, sind ökonomische Anreize und ordnungsrechtliche Vorgaben. Ergänzt werden sollten diese, so das Ergebnis des Vergleichs von insgesamt 16 verschiedenen wissenschaftlichen Studien, durch ein darauf abgestimmtes Instrumentarium für die Planung. Wichtig ist dabei, alle beteiligten Akteure – von den Bauherren und Eigentümern über Wärmelieferanten, Kommunen bis zu Handwerkern – einzuschließen.

Ein Schwachpunkt der bisherigen Versuche, die bis zum Jahr 2050 gesetzten Klimaziele umzusetzen: Der zu enge Fokus auf die Gebäudeeigentümer, während die Städte und Kommunen bei den Planungen weitgehend außen vor bleiben. Und das, obwohl sie eine wichtige Rolle in diesem Bereich übernehmen könnten.

Problematisch ist nach wie vor der Aspekt der Wirtschaftlichkeit, wenn es um Maßnahmen in puncto Energieeffizienz geht. Da notwendige Investitionen häufig eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen können, die Amortisation aber erst in der langfristigen Perspektive stattfindet, wird allzu häufig auf sie verzichtet. Darüber hinaus erscheinen sie in Zeiten moderater Preise für Öl und Gas nicht einmal notwendig.

Erdölpumpen

Niedrige Preise für Öl und Gas sind kein Argument gegen notwendige Investitionen in energieeffizientere Heizungsanlagen – hier gilt es, die langfristige und nachhaltige Perspektive beizubehalten

Quelle: fotolia.com © Michael Rosskothen

Der Blick hinüber zu den österreichischen Nachbarn zeigt allerdings, dass selbst bei einer solchen, für die Verbraucher positiven Preisentwicklung immer noch Einsparungen möglich sind. Die im Rahmen des EUREM-Kurses erarbeiteten Energiemanagement-Projekte – hierunter finden sich Abwärmenutzungsprojekte, Verbesserungen im Bereich der Raum- und Prozesskühlung oder von Druckluftsystemen – sind dabei nicht nur in der Lage, Energieeinsparungen in beträchtlichem Umfang zu erzielen. Sie rechnen sich auch in vergleichsweise kurzer Zeit. Eine Alternative, die von Seiten der Politik in Betracht gezogen werden könnte, sind die sogenannten „ökonomischen Anreizinstrumente“, also Steuern, Abgaben und Gebühren oder eben Fördermittel.

Konkrete Maßnahmen: Energiemanagement und Co.

Nachhaltigere Versorgung mit Mieterstrom

Die gesetzlichen Regelungen bringen aber schon jetzt, Bewegung in den Energie- und Wärmemarkt. Das gilt insbesondere für Mieterstromprojekte, die in Zukunft vermehrt für mehr Nachhaltigkeit der Energie- und Wärmeversorgung von Mehrfamilienhäusern sorgen könnten. Da es sich in Zukunft wegen der sinkenden Vergütungssätze immer weniger lohnen wird, den selbst produzierten Strom aus Photovoltaikanlagen ins Stromnetz einzuspeisen, wird dessen Nutzung für den Betrieb einer Wärmepumpe im Gegensatz dazu immer attraktiver.

Gleichzeitig entsteht damit womöglich auch ein größerer Anreiz, veraltete Heizungsanlagen in solchen Gebäuden durch die deutlich effizienteren Blockheizkraftwerke oder die schon genannten Wärmepumpen zu ersetzen. In Anbetracht des hohen Anteils technisch veralteter Heizanlagen wäre das in jedem Fall eine sinnvolle Maßnahme, denn in zweiter Instanz kann dadurch ein wichtiger Beitrag zur Energie- und Wärmewende geleistet werden.

Temperatur-Differenz-Ausgleich

Kosten und einen hohen Verbrauch verursacht aber nicht allein die Versorgung beziehungsweise Bereitstellung von Wärme, sondern auch deren Erhalt. Was in den wärmeren Monaten kaum von Belang ist, gewinnt mit den sinkenden Außentemperaturen wieder mehr an Bedeutung. Der gängigste Ansatz , der auch vom Gesetz in immer größerem Maße eingefordert wird, ist das Dämmen der Gebäude . Allerdings stößt dieses Mittel in verschiedenen Räumlichkeiten irgendwann an seine Grenzen.

Als besonders problematisch erweisen sich dann Räume mit hohen Decken, jedenfalls hinsichtlich einer gleichmäßigen Verteilung der Wärme: Während sich die aufgewärmte Luft durch die niedrigere Moleküldichte im oberen Bereich des Raumes sammelt, ist es in Fußbodennähe spürbar kühler. Betroffen hiervon sind nicht nur große Industrieanlagen, Lagerhallen, Werkstätten etc., sondern in gleicher Weise auch Altbauwohnungen. Mit sogenannten Temperatur-Differenz-Ausgleichssystemen (TDA) besteht eine einfache technische Lösung für die Wärmeschichtung. Die TDA-Ventilatoren können dabei in ein vollautomatisches System für einen durchgängigen Temperaturausgleich integriert werden.

Energiemanagement für betrieblichen und privaten Gebrauch

Was vielfach für den Gebrauch im industriellen und wirtschaftlichen Bereich vorgesehen ist, kann auh im privaten Bereich sinnvoll sein.

Bedienheinheit Heizung

Die Technologie für die Wärmebereitung wird auch im privaten Bereich immer smarter – das spart Kosten und Ressourcen gleichermaßen.

Quelle: fotolia.com © Oleksandr Delyk

Deswegen wird die Innovation der zugrundeliegenden Technik weiter vorangetrieben, Anbieter von Messtechnik und Energiemanagement-Software wie GreenPocket erweitern das Einsatzspektrum ihrer Produkte: Im Zuge dessen lassen sich Produktionsprozesse bis zu einem Punkt optimieren, an dem der Verbrauch bestimmter Geräte erkannt und entsprechend berücksichtigt werden kann. Das erleichtert die Planung des Energieeinsatzes und im Umkehrschluss schließlich die detaillierte Kalkulation der hierfür anfallenden Kosten.

Derartige Lösungen gibt es selbstverständlich nicht nur für den betrieblichen Bedarf, auch im privaten Bereich ist Energiemanagement bereits ein Thema. Die hier zur Verfügung stehenden Lösungen stehen denen für Betriebe in ihrem Funktionsumfang in keiner Weise nach.

Energie-Monitoren im App-Format können eine Auswertung und Visualisierung des hausinternen Energieverbrauchs darstellen. Dabei werden, genauso wie bei der industrie-orientierten Lösungen, einzelne Geräte erfasst und mittels Zeitschaltplänen ein- und ausgeschaltet. Was auf Haushaltsebene nach Spielerei klingt, ist aber ein ebenso wichtiger Beitrag zu einem effizienteren Umgang mit Ressourcen, wie er es für Unternehmen ist.

Der Anreiz für die Nutzer selbst ist ebenfalls derselbe: die zu erwartenden Kosteneinsparungen . Flächendeckendes Energiemanagement kommt daher sowohl den Verbrauchern als auch der Wärmewende zugute.

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