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Das Badezimmer mit Stil renovieren

Raus aus Retro Das Badezimmer mit Stil renovieren

Die Fliesen sind aus den 80ern, die Badewanne zu schmal und die Dusche verkalkt? Dann wird es Zeit für eine Vollrenovierung des Badezimmers. Im Folgenden werden nicht nur die wichtigsten Schritte, sondern auch Styletipps näher vorgestellt.

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Aus alt mach neu: Jedes Bad kommt an einen Punkt, an dem man sich einfach nur an dem verwohnten Ambiente sattgesehen hat. Kosten und Aufwand sind zwar im Vergleich mit anderen Räumen hoch, aber es lohnt sich definitiv.

Quelle: fotolia.com ©Irina Shiyan & ©bmak

1. Wo lebe ich?

Grundsätzlich gilt bei Badsanierungen: In Mietshäusern und -wohnungen sind sie nur erlaubt, wenn der Vermieter dazu ausdrücklich sein Einverständnis gibt. Wer ohne diese Einwilligung loslegt, dem drohen Strafen vom zwangsweisen Rückbau bis hin zum Rauswurf. Und: Es gibt keine rechtliche Grundlage, die Vermieter dazu zwingen würde, Badezimmer zu modernisieren – solange die sanitären Anlagen funktionieren, haben Mieter kein Anrecht darauf, ein neues Bad zu bekommen, nur weil das Alte nicht mehr optisch schön ist.

Natürlich: Wer in den eigenen vier Wänden wohnt, für den stellt sich diese Frage erst gar nicht, er kann gleich mit dem nächsten Tipp beginnen.

2. Arbeitsumfang planen

Los geht es damit, dass der zu erwartende Arbeitsumfang eingeschätzt werden muss: Sind die Armaturen noch okay? Findet das alte Waschbecken auch im neuen Bad Platz oder muss es weichen? Diese Fragen diktieren nicht nur den Arbeitsumfang und die voraussichtliche Dauer, sondern auch den Kostenrahmen. Beim letztgenannten Punkt allerdings ist Vorsicht geboten: Das Bad ist nicht nur pro Quadratmeter der teuerste Raum im Haus, in dem sich sehr hohe Summen anhäufen können, auch die Preise für die Einrichtung von der Fliese bis zur Toilettenschüssel können ganz erheblich schwanken – es gibt Bodenfliesen, die sechs Euro pro Quadratmeter kosten, genauso gibt es aber Exemplare, die 40 Euro oder mehr verschlingen.

3. Wen brauche ich?

An diesem Punkt teilt sich die Leserschaft wieder auf:

  • Eine Gruppe lässt jegliche Arbeiten von Handwerkern erledigen – teuer aber komfortabel
  • Die andere Gruppe tätigt zumindest kleinere Arbeiten in Eigenregie – echte Heimwerker-Profis erledigen auch alles alleine.

Dabei gilt: Jeder möchte sparen – und Handwerkerstunden sind immer vergleichsweise teuer. Deshalb sollten auch Laien darüber nachdenken, ob sie nicht wenigstens kleinere Arbeiten selbst machen können. Wer in der Lage ist, ein Regal aufzubauen, kann auch Armaturen demontieren (Video), Waschbecken und Toilettenschüsseln abschrauben.

Wer sich mehr zutraut, kann auch mit einem Bohrhammer die alten Fliesen entfernen – sofern das überhaupt notwendig ist: Bleibt der Grundriss gleich, können die Kacheln auch einfach mit neuen überklebt werden.

Modernes Bad, offene Dusche

Kleine Bäder profitieren sehr stark davon, wenn ihre sowieso schon kurzen Sichtachsen nicht noch durch undurchsichtige Duschabtrennungen reduziert werden. Hier sollte nur vollkommen klares Glas verwendet werden.

Quelle: fotolia.com © Photographee.eu

4. Grob planen

Dieser Punkt ist ein echter Fall für die ganze Familie, denn das Badezimmer ist ebenso ein Gemeinschaftsraum wie das Wohnzimmer – und soll allen gerecht werden. Einige Tipps und Ideen für die neue Auslegung des Badezimmers:

  • In Neubauten geht der Trend heute dazu, die Wandfliesen nur bis in Kopfhöhe zu ziehen und alles darüber mit einer feuchtraumgeeigneten, atmungsaktiven Farbe zu streichen – das hat vor allem Auswirkungen aufs Raumklima, ist allerdings auch schwieriger zu reinigen.
  • Falls eine Badewanne vorhanden war: Muss es eine Neue sein oder würde es sich nicht eher lohnen, stattdessen eine sehr großzügige Dusche zu verbauen? Der Trend zeigt – vor allem in kleineren Bädern – eindeutig in diese Richtung, weil es ein enormer Komfort-Gewinn ist, ohne Enge duschen zu können.
  • Bitte bedenken: Das Versetzen von Toiletten ist wegen des dafür nötigen Aufstemmens des Bodens und Verlegen des Abflussrohres nur unter großem Aufwand möglich und je nachdem, wie der Raum darunter aussieht, auch gänzlich ausgeschlossen.
  • Kleine Badezimmer wirken bei der Verwendung von Standard-Elementen recht schnell überladen. Der Trick besteht darin, den Raum nicht noch künstlich zu verkleinern, etwa durch blickdichte Duschen.
  • Duschen sollte man generell ebenerdig planen. Nicht nur, weil der Markt heute eine viel größere Anzahl an ebenen Duschtassen bietet, sondern weil ebene Duschen das Unfallrisiko mangels Stolperfallen stark senken
  • Ist im alten Bad ein Bidet vorhanden, so besteht die Möglichkeit, stattdessen im neuen Zimmer ein Pissoir an die Wand zu montieren – das reduziert den Putzbedarf.

Diesen grundsätzlichen Fragen sollte man vergleichsweise viel Zeit zumessen, denn im Badezimmer lässt sich bekanntlich hinterher kaum noch etwas umstellen. Und: Man muss es teilweise für mehrere Jahrzehnte genießen können. Wer Handwerker beauftragt, sollte sich zudem auch von ihnen Tipps einholen – immerhin sind die Profis diejenigen, die tagtäglich mit neuen Styles und Trends zu tun haben.  

5. Einkaufen gehen

Anschließend geht es richtig in die Vollen – und auch diese Phase kann wieder lang dauern.

  • Baumärkte
  • Einrichtungshäuser
  • Badspezialisten
  • Armaturenhersteller

geben in vergleichsweise kurzen Abständen Kataloge heraus – diese müssen nun gewälzt werden. Dabei spielt es zumindest eine kleine Rolle, ob man tatsächlich nur zuhause auf dem Papier oder im Web sucht oder sich vor Ort in Badausstellungen umsieht –letzteres ist natürlich die lebensechtere Erfahrung, weil Produktfotografie Fliesen und Co. teilweise ganz anders aussehen lässt als in Echt – hier wird viel getrickst.

Modernes Bad V&B Stone

Nach einer langen Phase der „Eckigkeit“ kommen jetzt auch kühn gerundete Elemente in den Herstellerfokus. Hängende Toiletten und Co. erleichtern das notwendige Putzen des Bodens ganz enorm und lassen sich notfalls auch an Trockenbauwänden realisieren.

Quelle: fotolia.com © Photographee.eu

Dabei sollte gerade die Wahl der Fliesen nicht nur rein nach der Optik erfolgen, sondern auch den Regeln der Farbpsychologie. Warum? Weil Farbe eine starke unterbewusste Wirkung auf unsere Stimmung haben kann und die Fliesen die größte Fläche im Raum einnehmen:

  • Blau bewirkt räumliche Tiefe, aber auch Kühle
  • Rot ist angenehm warm, macht bei Überdosierung aber aggressiv
  • Gelb macht den Raum hell und bewirkt eine heitere Stimmung
  • Grün ist besonders entspannend und eignet sich gut zum Abschalten

Natürlich dürfen und sollen Farben auch kombiniert werden. Aber wer beispielsweise vorhat, das Bad in eine Chillout-Zone mit großer Badewanne und asiatischem Touch zu verwandeln, sollte definitiv zu grünen Wandfliesen greifen – und sie, damit der Raum nicht zu dunkel wird, mit Weiß kombinieren und nicht etwa mit Rot.

Bei der Dusche lohnt sich übrigens auch der Vergleich: Nicht nur, weil sich, wenn man hier andere Fliesen als im restlichen Raum verwendet, ein erfrischend abwechslungsreiches Gesamtbild kreieren lässt. So gibt es zwar unzählige Kabinen von der Stange – aber wie wäre es denn mit einer mosaikgefliesten Schneckendusche? Oder vielleicht eine, die nur aus Glasbausteinen besteht und bei der gar keine Tür vorhanden ist?

Und wenn man schon bei der „Hauptattraktion“ des Badezimmer ist: Ein Trend geht in die Richtung, den Boden nicht mehr mit einer fertigen Duschtasse auszustatten, sondern mit Natursteinfliesen zu arbeiten. Das sind prinzipiell flache Kieselsteine, die auf ein Netz geklebt sind und so wie Fliesen zusammengesetzt werden können – das sieht nicht nur schick aus, sondern reduziert das Rutsch-Risiko in der Dusche auf null.

Auch bei der Badewanne lohnt ein Blick auf die Trends. Kurzgesagt gibt es hier nur zwei aktuelle:

  • Gar keine Badewanne mehr
  • Eine wirklich große Wanne

Bei letzterem sieht man in immer mehr Geschäften freistehende Exemplare – oft auch kreisrund und mitten im Raum stehend. Allerdings: Dafür muss das Bad schon üppige Abmessungen haben und auch die Statik mitspielen. Wenn man sich um eine solche Wanne herumdrücken muss, nur um an die anderen Installationen zu gelangen, wird man langfristig nicht glücklich damit – abgesehen davon, dass eine derartige Wanne auch einen hohen Wasserverbrauch hat.

Offene Glasdusche

Vorsicht vor zu viel Nüchternheit: Schwarz, grau und weiß wirken zwar sehr edel, aber lassen das Badezimmer auf Dauer auch vergleichsweise trostlos wirken. Zudem birgt es die Gefahr, sich schneller daran satt zu sehen – und je dunkler, desto stärker schmutzen die Fliesen.

Quelle: fotolia.com © alexandre zveiger

6. Los geht’s

Sind die Waren bestellt, kann die eigentliche Arbeit losgehen. Dabei sollte vor allem in „Einzelbad-Haushalten“ gut geplant werden – denn zumindest die Toilette muss für die Fliesarbeiten mindestens 24 Stunden entfernt werden. Im Idealfall muss dann diese Ecke zuletzt gefliest und gleich als erstes verfugt werden, damit dieses zentrale Einrichtungsstück nicht zu lange ausfällt. Bei umfangreichen Renovierungen wird sich diese Zeitspanne auch nochmals verlängern. Waschen kann man sich notfalls auch an der Küchenspüle, aber die Toilette lässt sich nicht so einfach ersetzen.

Ansonsten ist die Reihenfolge der Arbeitsabläufe vergleichsweise pragmatisch:

  • Ausbau aller geschraubten Einbauteile
  • Entfernen von sonstigen Elementen (Duschkabinen, Türen, Badewanne)
  • Entfernen der alten Fliesen
  • (Verlegen von Wasser- und Abwasserleitungen)
  • Installation von Dusche und/oder Badewanne
  • Verfliesen aller senkrechten Elemente nebst verfugen
  • Verfliesen aller waagerechten Ebenen nebst verfugen
  • Installation von Toiletten und Waschbecken sowie Armaturen
  • Silikonieren von Fugen
  • Neueinrichtung (Regale, Spiegelschränke etc.)

Doch was sich einfach liest, ist vor allem beim Entfernen der alten Fliesen mit sehr viel Krach und Schmutz verbunden. Und: Es müssen beim Gießen von Estrich, dem Kleben neuer Fliesen und dem notwendigen Verfugen teilweise mehrtägige Trockenphasen eingehalten werden. Je nach Aufwand fällt ein Bad also für einen Monat zumindest teilweise aus.

Aber, es lohnt sich definitiv. Ein renoviertes Bad gibt einem ein völlig anderes Wohngefühl. Nicht nur, weil alles so herrlich neu ist, sondern weil es genau den aktuellen Wünschen, Vorstellungen und Anforderungen entspricht – und das Gefühl, in so einer brandneuen Oase zum ersten mal zu Duschen oder es sich in der Wanne gemütlich zu machen, ist allen Umbaustress und die Kosten mehr als wert. Ganz abgesehen davon, dass ein neues Bad auch den Wert der Immobilie erhöht.

Redaktion

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