Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Google+
Je grüner, desto sparsamer: Was der Energieausweis verrät

Immobilien Je grüner, desto sparsamer: Was der Energieausweis verrät

Im Prinzip soll es einfach sein: Die Heizkosten in Häusern im grünen Bereich des Energieausweises sind geringer, im roten Bereich sind die Kosten höher. Und doch verwirren die Inhalte des Dokuments viele. Das liegt daran, dass es verschiedene Ausweisvarianten gibt.

Voriger Artikel
Wichtige Dokumente: Immobilie in Eigenregie verkaufen
Nächster Artikel
Immobilien: Fläche ist nicht gleich Fläche

Wer eine Immobilie kauft oder mietet, hat ein Anrecht, den Energieausweis des Gebäudes zu sehen. Foto: Franziska Gabbert

Berlin. Wer eine Immobilie kauft oder eine Wohnung mietet, hat das Recht auf Einsicht in den Energieausweis. Er soll Aufschluss geben über den Energieverbrauch.

Seit 2014 werden die Gebäude auch in Effizienzklassen von A+ bis H eingeteilt. "Einen ersten optischen Überblick ermöglicht der Bandtacho, eine Skala von Grün bis Rot", erklärt Christian Osthus vom Immobilienverband Deutschland (IVD). Je grüner und weiter vorn im Alphabet das Haus eingestuft ist, umso geringer ist der Energieverbrauch, so die Idee. "Doch die Praxis ist viel komplizierter", sagt Osthus. "Der Energieausweis ist für viele Menschen verwirrend, weil viele Angaben kaum nachvollziehbar sind."

"Zur Grobinformation reicht der Energieausweis aus", meint Ulrich Ropertz von Deutschen Mieterbund. "Er ist besser als nichts." Aber im Detail lässt sich damit nicht einschätzen, wie hoch die Kosten sein werden. "Die Energieausweise werden nach unterschiedlichen Verfahren berechnet, ein Vergleich mit anderen Wohnungen ist kaum möglich."

Wie gehe ich mit den Daten des Ausweises also um? Viele Mieter halten sich an die Regel: je grüner, desto besser. Allerdings rät Martin Brandis vom Verbraucherzentrale Bundesverband auch: "Interessenten sollten sich nicht ausschließlich wegen einer schlechteren Effizienzklasse oder einem mittleren Verbrauchswert vom Mieten oder Kaufen einer attraktiven Wohnung abhalten lassen." Gerade wo die Grenze zwischen einem gerade noch akzeptablen und einem schlechten Wert ist, muss jeder für sich entscheiden. Denn wie hoch die Energiekosten später sind, hängt auch vom persönlichen Verbrauch ab.

Außerdem sind die berechneten Energiekosten Durchschnittswerte für das ganze Gebäude, die je nach Lage der Wohnung stark abweichen können. Wohnungen im Erdgeschoss oder unter dem Dach haben oft einen höheren Verbrauch als die in den mittleren Etagen.

Besonders wichtig sind im Energieausweis laut Verbraucherzentrale die Seiten 1 bis 3. Die erste Seite enthält allgemeine Angaben, darunter das Baujahr des Gebäudes und der Anlagentechnik sowie die Anzahl der Wohnungen. Außerdem ist auf der ersten Seite vermerkt, welches Verfahren zur Berechnung der energetischen Qualität des Gebäudes eingesetzt wird. Auf den Seiten 4 und folgende werden unter anderem Vorschläge zu Modernisierungsmaßnahmen gegeben.

"Energieausweise werden nach zwei verschiedenen Methoden berechnet", erklärt Osthus. "Das macht es eben so schwierig, die Angaben miteinander zu vergleichen." Zum einen lässt sich der Energiebedarf anhand des tatsächlichen Verbrauchs ermitteln. Das ergibt einen Kennwert in Kilowattstunden pro Quadratmeter Nutzfläche, der die Effizienzklasse bestimmt. Er steht beim Verbrauchsausweis auf der Seite 3, die Seite 2 bleibt bei ihm leer.

"Man könnte meinen, je höher dieser Kennwert, desto schlechter ist der energetische Zustand des Gebäudes", betont Osthus. "Aber das muss nicht so sein, weil dieser Wert sehr vom individuellen Verhalten der Nutzer abhängt." Das bedeutet: "Wenn es im Haus viele Bewohner gibt, die im Winter die Heizung besonders hoch drehen, steigt natürlich der Gesamtverbrauch im Haus. Der neue Mieter kann aber ein ganz anderes Heizverhalten haben." Dann ändern sich also die Werte.

Bei der anderen Berechnungsmethode wird der Energiebedarf des Gebäudes auf Grund seiner Bauweise zugrunde gelegt. Dann handelt es sich um einen Bedarfsausweis. In die Berechnung fließen Angaben über die Wärmedämmung oder die Haustechnik ein. Die Kennwerte sind auf Seite 2 ausgewiesen, während die Seite 3 hier leer bleibt.

"Ob die eine Methode besser ist als die andere, ist nicht klar", sagt Osthus. "Die meisten Vermieter nutzen den Verbrauchsausweis, weil der leichter zu erstellen ist." Für Häuser mit bis zu vier Wohnungen, die vor 1978 gebaut und seither nicht energetisch saniert wurden, ist aber der teurere Bedarfsausweis vorgeschrieben.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Aktuelles
DNN Immo

Neuer Partner und neue Wege für DNN-Immo! Wir kooperieren mit immonet.de mehr

Wimmelbild: Knacken Sie das spannende Mystery-Rätsel um tückische Feen und schusselige Hexen im Spieleportal von DNN.d e! mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr