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Zeit für Winterreifen: So wechselt man die Räder selbst

Verkehr Zeit für Winterreifen: So wechselt man die Räder selbst

Oktober ist Radwechselzeit. Manche Autofahrer ziehen ihre Winterreifen selbst auf, weil sie nicht auf einen Werkstatttermin warten oder Geld sparen wollen. Beim Wechsel in Eigenregie gibt es aber einiges zu beachten.

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Beim Radwechsel dürfen die Radmuttern nicht zu fest angezogen werden. Sonst lassen sie sich beim nächsten Radwechsel nicht mehr lösen.

Quelle: Kai Remmers

München. Es ist Zeit für die Winterreifen: Manche Autofahrer wechseln die Räder selbst. Sie wollen sich die Werkstattkosten sparen oder bekommen keinen passenden Termin. Kein Problem: Der Tüv Süd sagt, wie es geht.

Um seine Autoräder zu wechseln, benötigt man nicht viel: Dafür genügen prinzipiell schon ein Raddrehkreuz oder eine Ratsche und ein Wagenheber. Beides haben viele Autofahrer sogar an Bord. Das Werkzeug findet sich in der Regel beim Ersatzrad. Besser ist aber, wenn noch ein Drehmomentschlüssel parat liegt.

Das richtige Werkzeug ist vorhanden, die Winterräder sind aus dem Keller geholt. Nun kann es losgehen. Für den Radwechsel muss das Auto gerade stehen. "Dafür sucht man sich eine ebene Fläche", sagt Philipp Schreiber vom Tüv Süd. Dort wird das Auto mit eingelegtem Gang und festgestellter Handbremse abgestellt, damit es nicht wegrollt.

Bevor das Auto aufgebockt wird, sollte man die Radmuttern lockern. Die sitzen oft sehr fest. "Bei Wagenhebern mit geringer Standfläche kann das im angehobenen Zustand schnell sehr wacklig werden", erklärt Schreiber. Sind die Radmuttern locker, wird der Wagen angehoben und die Muttern vollends gelöst. Nun können die Sommerräder runter.

Autofahrer nehmen an der Stelle kurz die Radnabe ins Auge, auf der die Räder aufliegen. "Die säubert man besser mit einer Drahtbürste", sagt Schreiber. So werden etwa Korrosionsspuren entfernt. Danach kann noch Keramikpaste auf die Nabenfläche geschmiert werden. "Damit gehen die Räder beim nächsten Wechsel leichter von der Radnabe herunter", erklärt der Tüv-Experte. Vorm Anbringen neuer Winterreifen müssen Autofahrer prüfen, ob es eine empfohlene Laufrichtung gibt. Die wird oft durch einen Pfeil an der Reifenflanke angezeigt.

Sind die Räder gebraucht, hat man beim letzten Radwechsel idealerweise markiert, wo sie ihren Platz am Auto haben. "Mit Kreide lässt sich das prima auf die Lauffläche notieren", weiß Schreiber. Die Zeichen fahren sich dann schnell ab. Auf den abmontierten Sommerrädern sollte man die Markierung nun ebenfalls nicht vergessen. Zwei Buchstaben genügen: VL steht etwa für vorne links, HR für hinten rechts.

Sind die Winterräder auf der Radnabe platziert, werden die Radmuttern angezogen. Dabei gilt das gleiche Prinzip wie beim Abmontieren: Straff festgezogen wird erst, wenn das Auto heruntergelassen ist. Dabei sollte man es mit den Anziehen nicht übertreiben. "Wenn es blöd läuft, wird das Gewinde geschädigt", sagt Schreiber. Oder die Muttern lassen sich beim nächsten Radwechsel nicht mehr lösen.

Deshalb greifen Autofahrer für das Festdrehen besser zu einem Drehmomentschlüssel, empfiehlt der Experte. Der zeigt das genaue Drehmoment in Newtonmetern (Nm). Mit wie vielen Nm die Räder am eigenen Auto montiert werden sollten, steht im Autohandbuch.

Nach dem Wechsel sollten Autofahrer nicht vergessen, den Luftdruck zu prüfen. Der ist durch die lange Lagerung häufig sehr niedrig. Bei Autos mit elektronischen Reifendruckkontrollsystem muss die Software neu kalibriert werden. Bei direkten Systemen, bei denen die Sensoren in den Reifen sind, können Autofahrer das laut Schreiber nur selbst machen, wenn das System die Reifen schon kennt. Sein Rat: "Mit neuen Reifen geht man zur Einstellung besser in die Werkstatt."

dpa

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