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Trübe Aussichten für die DVB

Trübe Aussichten für die DVB

Erfreuliche Nachrichten beim Rückblick und düstere Aussichten beim Blick in die Zukunft prägen die Jahreswechsel-Bilanz der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB).

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Irgendwann als Seelenverkäufer im Einsatz? Erst, wenn die Busflotte der DVB ein Durchschnittsalter von acht Jahren hat, gibt's vom Freistaat Sachsen wieder Geld für den Ersatz alter Fahrzeuge. Die Busse müssen demnach bis zu zwei Millionen Kilometer Stadtverkehr verkraften.

Quelle: Dietrich Flechtner

Von Christoph springer

So hat das Unternehmen 2011 einen neuen Fahrgastrekord erzielt, 152 Millionen Menschen sind im vergangenen Jahr mit den gelben Bahnen und Bussen gefahren. Doch gerade die Aussichten im Busverkehr sind schlecht, schließlich droht der Fahrzeugpark zu überaltern, weil Geld für Neuanschaffungen fehlt. Dazu bereiten den Verantwortlichen Bauprogramme Sorgen, die längst fällig wären, aber aus verschiedenen Gründen immer noch auf sich warten lassen. Das betrifft unter anderem die Borsbergstraße und die Königsbrücker Straße. Sogenannte Langsamfahrstellen sind die Folge, Straßenbahnen dürfen dort nicht viel mehr als Schrittgeschwindigkeit fahren. Das kostet jedoch Fahrgäste, denn sind die Bahnen zu langsam, ist für viele das eigene Auto ein willkommene Alternative.

"Die Dresdner fahren häufig und gern Bus und Bahn", schlussfolgern die DVB-Vorstände Reiner Zieschank und Hans-Jürgen-Credé aus den neuesten Zahlen. Doch nicht nur die Dresdner haben zum neuen Fahrgastrekord beigetragen. Wesentlichen Anteil hatten auch die Gäste der Stadt, die zum Kirchentag im Juni 2011 gekommen sind. In diesen Tagen, so die DVB, fuhren zusätzlich 1,9 Millionen Menschen mit den Bussen und Straßenbahnen. Die Kirchentag-Erfolgsgeschichte schreiben die Verantwortlichen auch dem zügigen Neubau der Straßenbahn-Verlängerung bis zur Messe zu. "Wie versprochen" sei diese Strecke binnen eines halben Jahres gebaut worden.

Doch die Vorstände gießen Wasser in den Wein. "Das hervorragend gelaufene Jahr 2011 darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Rahmenbedigungen ... immer schlechter werden", warnen Zieschank und Credé. So sinkt der Zuschuss, den das Unternehmen für die Schülerbeförderung bekommt. 2012 sei das ein Minus von 1,1 Millionen Euro, im Jahr darauf wird der Betrag um weitere 1,6 Millionen Euro zusammengestrichen.

Kritik gibt es von den DVB auch für die Festlegung des Freistaats Sachsen, den Kauf von Diesel-Bussen nur noch dann mit Landesgeld zu unterstützen, wenn das Durchschnittsalter der gesamten Flotte mindestens acht Jahre beträgt. "Da hat man dann einige neue Busse im Bestand, aber auch Seelenverkäufer, die vielleicht 20 Jahre alt sind", erklärt Verkehrsbetriebe-Sprecher Falk Lösch. Pro Jahr fahre ein Bus im Stadtverkehr etwa 100 000 Kilometer, zwischen 1,2 und 1,3 Millionen Kilometer haben die ältesten DVB-Busse auf dem Tacho. Bleibt es bei den Vorgaben des Freistaats, müssten die Busse zwischen 1,5 und zwei Millionen Kilometer Stadtverkehr verkraften, bevor sie durch neue Fahrzeuge ersetzt werden dürfen, die dann auch das Land mitbezahlt.

Doch nicht nur die Förderpolitik des Freistaats sehen die DVB-Chefs kritisch, auch die Stadtverwaltung und den -rat schonen sie nicht. Weil Beschlüsse noch nicht gefällt seien oder zu spät gefallen sind, steige der Schienenverschleiß, warnen sie mit Blick auf die Diskussion um Projekte wie die "Königsbrücker"-Sanierung. Diese Straße, die zwischen Stauffenbergallee und Albertplatz seit Jahren der Sanierung harrt, soll nach derzeitigem Stand ab 2015 erneuert werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.01.2012

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