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Flicken auf der Teflonmembran - Bisher 11 Risse im Dach des Dresdner Hauptbahnhofes

Flicken auf der Teflonmembran - Bisher 11 Risse im Dach des Dresdner Hauptbahnhofes

Patrouillen im Hauptbahnhof plant die Bahn, wenn der erste Schnee gefallen ist. Denn dann ist das weiße Bahnhofsdach in höchster Gefahr, es könnte weiter reißen.

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Inzwischen ist das Dach im Hauptbahnhof an elf Stellen gerissen. Nun steht der lädierten Dachmembran der zweite Winter bevor. Und es könnte weitere Risse geben, so die Bahn.

Quelle: Dietrich Flechtner

Die nur etwa einen Millimeter starke Membran ist entweder extremer Kälte oder großen Schneemengen nicht gewachsen, sie geht kaputt. Nach der Wintersaison 2009/2010 wurde der erste große Riss entdeckt, inzwischen ist das Dach an elf Stellen gerissen. Nun steht der lädierten Dachmembran der zweite Winter bevor. Und es könnte weitere Risse geben, so die Bahn.

Der Imageschaden ist mindestens ebenso groß wie der finanzielle Schaden, den das defekte Dach allen Beteiligten bringt. Dazu gehören unter anderem die Deutsche Bahn AG, Architekt Sir Norman Foster, der das Dach geplant hat und die (längst insolvente) Firma Skyspan aus Rimsting am Chiemsee, die es gebaut hat. Wer allerdings wirklich schuld ist an der Blamage, steht noch nicht fest. Das werde derzeit untersucht im Rahmen eines sogenannten selbstständigen Beweisverfahrens, teilten die Mitarbeiter der Bahn-Pressestelle in Leipzig auf DNN-Anfrage mit. Die Bahn hat dieses Verfahren im März beim Landgericht in Dresden beantragt. Wann es abgeschlossen sein wird, steht in den Sternen. Eine "zeitliche Einschätzung über die Dauer ist nicht möglich", teilte die Bahn mit.

Thema der Beweissicherung ist unter anderem die Suche nach der Ursache der Risse in der Dachmembran und die Frage, was eine dauerhafte Reparatur des Dachs kostet. Auch die bereits erledigten Reparaturarbeiten werden dabei aufgerechnet. Deshalb nannte die Bahn dafür gestern keine Summe. Immerhin: Die Risse in der Membran wurden mit Netzen gesichert und mit "Membranpatches" verschlossen. Diese großen Flicken bestehen aus dem gleichen Material wie das Dach, auch ihre Beschichtung enthält Teflon. Sie wurden über die Risse gepappt, die in große Trichter münden. Diese Trichter befinden sich am oberen Ende von Stahlstützen der Dachkonstruktion und sind beheizbar. Durch sie läuft Regenwasser in die Kanalisation, Schnee schmilzt in den Trichtern und das Wasser kann abfließen. An den Trichtern sind die Bahnen der Dachmembran verspannt. Womöglich können diese hochbelasteten Membranteile die Schneelasten nicht tragen und reißen bei Kälte.

Wird das defekte Dach einst komplett repariert, müssen wohl ganze Membranbahnen ausgetauscht werden. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Und das Dach kann weiter kaputt gehen, denn es gibt insgesamt 20 Spannstellen, an denen die Dachhaut in Trichter mündet. Der letzte neue Riss wurde am 14. Januar 2011 entdeckt, so die Bahn AG. Die unter den Rissen gespannten Netze und die Flicken sorgen dafür, dass die Fahrgäste im Bahnhof nicht in Gefahr geraten. Die Schneepatrouillen im Bahnhof werden eingesetzt, um neue Schäden schnell entdecken und die Rissstellen dann wieder notdürftig sichern zu können. Flickwerk, nichts für die Zukunft, in der voraussichtlich aufwendige Reparaturen auf dem Hauptbahnhofdach anstehen, die mindestens eine sechsstellige Summe kosten dürften.

Christoph Springer

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