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Fehlkonstruktion über die Elbe an der Albertbrücke

Fehlkonstruktion über die Elbe an der Albertbrücke

Sie ist eine Fehlkonstruktion, bei Glätte sehr gefährlich und passt deshalb perfekt in die Reihe der umstrittenen Brückenbau-Vorhaben in Dresden.

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Tilo Wirtz hat nachgemessen und ist davon überzeugt, dass die Nuten in den Bohlen des Brückenprovisoriums zu schmal und nicht tief genug sind.

Quelle: C. Fritzsche

Von Christoph Springer

Viel Spott ernten die Verantwortlichen im Rathaus für das rund 2,3 Millionen Euro teure Provisorium neben der Albertbrücke, die Konstruktion aus Stahl und Holz, auf der wenigstens vier Jahre lang Fußgänger und Radfahrer die Elbe überqueren sollen. "Stellen sie sich mal vor, die Waldschlößchenbrücke wird für den Autoverkehr frei gegeben und weil sie zu glatt ist, fahren gleich am ersten Tag fünf Autos gegen das Geländer", reihte sich gestern Linke-Stadtrat Tilo Wirtz in die Gruppe der Spötter ein. Der gelernte Bauingenieur legte sogleich nach. "Würde man dann den Autofahrern raten, ihre Autos erst einmal über die Brücke zu schieben?", fragte er angesichts entsprechender Vorschläge für die Radfahrer auf dem Provisorium neben der Albertbrücke.

Wirtz greift die Kritik der Grünen und des Radfahrerclubs ADFC aus der vergangenen Woche auf. Dass ein Eilantrag zu diesem Brückenthema am Donnerstag keine Chance im Stadtrat hatte, weil er nicht als eilbedürftig eingestuft wurde, ficht ihn nicht an. Wirtz fordert: "Die Stadt muss nachbessern." Einen Verbesserungsvorschlag will er nicht machen, das ist ihm aus vielerlei Gründen zu heikel. "Das ist Aufgabe der Stadt", wehrte er gestern bei einem Termin vor Ort ab, zeigte aber sogleich Auszüge aus einer Schriftenreihe, hinter der die Arbeitsgemeinschaft Holz e.V. aus Düsseldorf und die Deutsche Gesellschaft für Holzforschung aus München stehen. Demnach haben die Bohlen auf der Brücke nicht das passende Profil, die eingefrästen Nuten sind zu schmal und nicht tief genug, um griffig zu sein. Nicht zwei, sondern acht Millimeter breit müssten sie sein und wenigstens fünf Millimeter tief, schlussfolgert Wirtz aus dem Teil der Schriftenreihe "Informationsdienst Holz", in dem "Details für Holzbrücken" erklärt werden.

Grundsätzlich verlangt er jedoch, dass im Rathaus mehr Kompetenz zum Thema Radwege versammelt wird. Frankfurt am Main habe für die Belange von Radfahrern eine eigene Abteilung in der Stadtverwaltung, berichtete Wirtz, in Dresden müssten sich die entsprechenden Verwaltungsmitarbeiter weiterbilden oder zusätzliche Kollegen eingestellt werden. "Schließlich haben wir zur Zeit mit Radwegen einigen Ärger", begründet der Stadtrat der Linken. Etwa auf der "Kesselsdorfer", auf der Leipziger Straße und an der Albertbrücke unter anderem auch, weil Split vom Radfahrer- und Fußgängerprovisorium auf die darunter verlaufenden Wege fällt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.11.2011

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