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Bahn-Tochter zieht Güterwagengeschäft aus Dresden-Friedrichstadt ab

Bahn-Tochter zieht Güterwagengeschäft aus Dresden-Friedrichstadt ab

Dresden ist keine Güterdrehscheibe mehr für die Deutsche Bahn AG und Friedrichstadt als Rangierbahnhof zu teuer. Es lohnt sich für die Bahn-Tochter DB Schenker Rail nicht mehr, in Dresden mehr als 80 Mitarbeiter für den Rangierbetrieb und über 100 in einer Instandhaltungswerkstatt für Güterwagen zu beschäftigen.

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Der Bahnhof Friedrichstadt spielt keine entscheidende Rolle mehr im Güterverkehrskonzept der Bahn-Tochter DB Schenker Rail.

Quelle: Archiv

Aus der Traum. Von Christoph Springer

Jeweils 20 bis 30 sind genug für Friedrichstadt, der Bahnhof wird "Satellit mit Rangiermitteln", so das Bahn-Konzept. Rangiert wird jetzt in Leipzig-Engelsdorf. Ist die neue "Zugbildungsanlage Halle-Nord" einmal fertig, will DB Schenker Rail seine Aktivitäten dorthin verlagern.

"Im Südosten Deutschlands hat sich das Transportaufkommen auch nach der Wirtschaftskrise nicht entscheidend verändert. Das Wagenaufkommen liegt noch immer erheblich vor dem des Jahres 2008", erklärt Bahn-Sprecherin Änne Kliem aus Leipzig die Entscheidung gegen Friedrichstadt, eine Trendwende sei nicht erkennbar. Auch politische Appelle können daran nichts ändern wie etwa der der SPD von Anfang November. Der Rangierbahnhof Dresden-Friedrichstadt müsse erhalten bleiben, forderte damals Stefan Brangs, der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Landtag, Staats- regierung und Stadt müssten mit der Bahn entsprechende Verhandlungen führen.

Zu spät. DB Schenker Rail schafft längst Fakten. "Die Gespräche mit den Beschäftigten laufen", sagte Kliem auf DNN-Anfrage. Kündigungen soll es nicht geben, dem steht ein langfristig geltendes Beschäftigungsbündnis im Bahn-Konzern entgegen. Aber die Mitarbeiter müssen beweglich sein. Denn laut Kliem "besteht nicht nur in Dresden-Friedrichstadt, sondern in der Region Südost ein größerer Personalüberstand". Diese Region umfasst Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. In anderen Produktionszentren von DB Schenker Rail werde dagegen Personal gebraucht, anderswo in Deutschland suche die Bahn unter anderem auch Lokführer. Die Eisenbahner, die künftig in Friedrichstadt nicht mehr gebraucht werden, müssen also umziehen oder selbst kündigen.

Hoffnung besteht für Friedrichstadt allenfalls in ferner Zukunft. Zunächst sollen dort weiter aus Leipzig-Engelsdorf kommende Züge aufgelöst werden, die Waren nach Dresden und das Umland bringen und die Lieferungen dann an die Adressaten weitergeleitet werden. Güter, die aus Dresden und Umgebung verschickt werden, sollen ebenfalls in Friedrichstadt gesammelt und dann in Güterwagen via Leipzig "in das Netz eingespeist" werden. Friedrichstadt wird so also Empfangs- und Absendestation für den Güterverkehr, der über die aktuelle Südost-Zentrale von DB Schenker Rail in Leipzig-Engelsdorf abgewickelt wird und später in die "Zugbildungsanlage Halle-Nord" verlagert werden soll. Auch aus Tschechien kommende Güterzüge sollen künftig nicht mehr in Dresden aufgelöst werden, sondern dafür weiter bis Leipzig fahren.

Gleise, Weichen, Schaltanlagen und Gebäude sollen aber nicht verschwinden vom Bahngelände in der Friedrichstadt, versichert Kliem. Schließlich könnte es ja sein, dass der Güterverkehr in Dresden irgendwann einmal wieder zunimmt und der Rangierbahnhof dann wieder eine größere Rolle im Transportnetz von DB Schenker Rail spielt. Für die Mitarbeiter, die jetzt in Friedrichstadt aufhören und an anderer Stelle im Bahn-Konzern arbeiten müssen, ist das nur ein schwacher Trost.

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