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Bahn-Lärm: Wenig Schutz für 16.000 Betroffene in Dresden

Bahn-Lärm: Wenig Schutz für 16.000 Betroffene in Dresden

Wenn der ICE in der Neustadt über die Fritz-Reuter-Straße donnert, wird auch manchem Besucher das Lärm-Problem durch Züge bewusst. Den meisten Bahnlärm müssen demnach die Dresdner in Strehlen, in Niedersedlitz, in der Neustadt sowie an den Strecken im Stadtzentrum (Bahnhof Mitte und Hauptbahnhof) erdulden.

Von Ralf Redemund

Wenn der ICE in der Neustadt über die Fritz-Reuter-Straße donnert, wird auch manchem Besucher das Lärm-Problem durch Züge bewusst. Viele Anwohner von Bahnstrecken in Dresden leiden unter dem Verkehr. Das Eisenbahnbundesamt hat jetzt auch berechnet, wie viele Dresdner entlang der sieben wichtigsten Bahnstrecken in der sächsischen Landeshauptstadt betroffen sind: über 16 000!

Den meisten Bahnlärm müssen demnach die Dresdner in Strehlen, in Niedersedlitz, in der Neustadt sowie an den Strecken im Stadtzentrum (Bahnhof Mitte und Hauptbahnhof) erdulden.Die Aussichten auf Linderung sind leider nicht gut. Das hat gestern die erste Lesung des "Masterplan Lärmminderung - Teil Eisenbahn" im Umweltausschuss gezeigt.

Denn auf den besagten Bahnstrecken sind weder Flüstergleise noch Geschwindigkeitsbeschränkungen vorgesehen. Der Stadtverwaltung sind in Verhandlungen mit der Bahn juristisch die Hände gebunden. Beispielsweise wird der am stärksten belastete Abschnitt zwischen Hauptbahnhof und Niedersedlitz rechtlich als Wiedereinrichtung einer durch den Weltkrieg zerstörten Bahnanlage gewertet. Laut Stadt ist die Bahn dadurch zu nichts verpflichtet. Allerdings hat der Verkehrskonzern freiwillig an den Überführungen Franz-Liszt- und Oskarstraße Schallschutzwände gebaut.

Diesen Weg will das Unternehmen laut Stadt auch in Niedersedlitz beschreiten. Dort soll entlang der Bismarckstraße eine Schallschutzwand entstehen. Nach Angaben von Grünen-Stadträtin Andrea Schubert haben die Anwohner lediglich Anspruch auf Förderung für passiven Schallschutz, sprich: Fenster. Dafür gebe es Geld aus einem Bundesprogramm. Der Umweltausschuss hat den Eisenbahn-Teil des "Masterplans Lärmminderung" gestern zur Besprechung in den Bauausschuss verwiesen.

Die Deutsche Bahn hat unterdessen das Forschungsprojekt "Lärmreduzierter Güterverkehr durch innovative Verbundstoffbremssohlen" (LäGiV) auf den Weg gebracht. Dabei sollen "leise Technologien für Güterzüge" entwickelt werden. Auf Deutsch: Im nächsten Jahr wird es Prototypen für neue Bremsen geben, die das Rollgeräusch von Güterzügen laut Bahn halbieren sollen. Entscheidende Untersuchungen finden im Prüfzentrum der DB Systemtechnik in Minden statt. Das Projekt soll 2014 abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten des Vorhabens betragen rund 15 Millionen Euro, an denen sich das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie mit 6,8 Millionen Euro beteiligt, heißt es von Seiten der Bahn. Wann genau allerdings die ersten Züge mit "leisen Sohlen" im Dresdner Raum zum Einsatz kommen, ist unklar.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.09.2011

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