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Lohnender Besitzwechsel: Wie man das Auto am besten verkauft

Verkehr Lohnender Besitzwechsel: Wie man das Auto am besten verkauft

Alle paar Jahre steht bei vielen Deutschen ein neues Auto an. Was tun mit dem alten? Privat oder an einen Händler verkaufen? Beides bietet Vor- und Nachteile - was sollten Autoverkäufer beachten?

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Neuer Besitzer gesucht: Wer sein Auto verkaufen will, kann das über verschiedene Wege tun. Alle aber haben Vor- und Nachteile. Foto: Silvia Marks

Bonn. Jedes Jahr wechseln Millionen von Autos den Besitzer. 2015 wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 7,33 Millionen Autos umgeschrieben, die meisten davon privat. Der Gebrauchtwagenmarkt boomt.

Mancher verkauft gerne klassisch an einen Händler, mancher über ein Tageszeitungsinserat oder über eine Onlinebörse. In Deutschland bieten alleine mobile.de rund 1,6 Millionen und autoscout24.de 1,24 Millionen Autos an. Recht neu sind Gebrauchtwagen-Ankäufer wie wirkaufendeinauto.de.

Aber egal welcher Weg: Gepflegte Autos bringen mehr Geld, eine frische HU-Plakette und ein Gebrauchtwagen-Zertifikat einer neutralen Stelle wie Tüv, GTÜ oder Dekra ebenso. "Wer sein Auto auf einer Online-Plattform inseriert, sollte gute Bilder mitliefern", rät Constantin Hack vom Auto Club Europa (ACE). Heißt: Die Bilder sollten scharf sein, im Hellen gemacht werden und nicht auf dem Kopf stehen. Aufnahmen von allen Seiten, von Innen-, Koffer- und Motorraum gehören dazu. Je seriöser der Eindruck, desto größer wird das Interesse.

"Wer sein Auto schnell und bequem verkaufen will, der wickelt es am einfachsten über einen Händler ab", sagt Ansgar Klein vom Bundesverband der freien Kfz-Händler BVfK. Nachteil: Der Erlös ist in der Regel geringer als bei einem Privatverkauf. Der sei aber sowieso mühsamer, berge zusätzliche Risiken und "führt auch oft zu unerfreulichen Begegnungen mit Menschen, die man eigentlich nicht kennenlernen möchte", sagt Klein.

Es lohne sich auf jeden Fall, die Angebote zu vergleichen und angebliche Defekte, die ein Interessent entdeckt, nicht sofort zum Anlass zu nehmen, einen niedrigeren Preis zu akzeptieren. "Ein guter Mittelweg ist auch die Vermittlung über einen Händler. Der hat dann weniger Kosten und kein Gewährleistungsrisiko und kann seine Dienste so günstiger kalkulieren", sagt Klein. Er rät dazu, Geschäfte immer im Beisein eines Zeugen abzuschließen. Ein anerkannter Kaufvertrag wie der vom ADAC sollte sorgfältig ausgefüllt und geprüft werden. Bei einer Bargeld-Abwicklung zählt die genaue Kontrolle des Geldes dazu.

Beim Verkauf müssen Privatleute darauf achten, im Vertrag einvernehmlich die gesetzliche Gewährleistung auszuschließen. Um Ärger zu vermeiden, rät Hack dazu, das Auto abgemeldet zu verkaufen. Sonst zahlt der bisherige Halter weiter die Versicherungen und Steuern oder haftet als Halter für Bußgelder im ruhenden Verkehr. Nach dem Verkauf und der Übergabe sollte die Versicherung und Zulassungsstelle sowie gegebenenfalls der Zoll informiert werden. "Wenn es angemeldet verkauft wird, sollte der Verkäufer mit dem Käufer eine Frist zur Abmeldung abmachen", rät Hack.

Nichts ist für einen Verkauf wichtiger als ein realistischer Preis. Der Gebrauchtwagenwert lässt sich etwa mit Hilfe der Schwacke-Liste (7,90 Euro) oder der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) ermitteln. Der Händler-Einkaufswert liegt aber oft niedriger als der spätere Verkaufswert. "Händler sind Profis, was sich beispielsweise in der Preisverhandlung zeigt - zum Teil werden zunächst unseriös tiefe Preise genannt", sagt Hack. Wer einen guten Preis erzielen will, müsse bei Händlern gut verhandeln können. Bei Privatpersonen können unter Umständen höhere Preise erzielt werden. "Will ich das Auto schnell loswerden, kann ich mich direkt an einen Händler wenden. Will ich den besten Preis erzielen, muss ich das Fahrzeug inserieren und gegebenenfalls zu tiefe Preise ausschlagen", sagt Hack.

Markenhändler bieten laut Michael Koppelmann vom Tüv Süd den Vorteil einer professionellen Abwicklung durch Experten, eine optische und technische Bewertung durch Fachpersonal und eine mögliche Ablösung laufender Finanzierungen. Hinzu kommt: "Der verkaufte Gebrauchtwagen kann direkt mit einem Neufahrzeug verrechnet werden." So sei der administrative Aufwand geringer als bei einem Privatverkauf.

Plattformen wie wirkaufendeinauto.de nennen schon nach der Eingabe weniger Daten einen ersten Preis. Bei einer Vor-Ort-Besichtigung gibt es dann den endgültigen Ankaufspreis. Dieser liegt aber oft unter dem ersten Online-Wert, so Koppelmann. Vorteil: Die Formalitäten werden vom Verkaufsteam abgewickelt, die Bezahlung erfolgt rasch. Allerdings variieren die Preise stark und bilden nicht immer den bestmöglichen Erlös ab - Geld, das womöglich für die geplante Neuanschaffung fehlt.

dpa

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