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Frage der Flexibilität: Junge Gebrauchte und Neuwagen

Verkehr Frage der Flexibilität: Junge Gebrauchte und Neuwagen

Neuwagen oder ein junger Gebrauchter? Kaum eine Frage wird beim Autokauf häufiger gestellt. Beide Varianten bieten Vorteile und Nachteile. Es ist nicht nur eine Rechenfrage.

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Interessanter Fakt: Junge Gebrauchtwagen mit geringen Laufleistungen sind 20 bis 25 Prozent günstiger als ein vergleichbarer Neuwagen. Allerdings gibt es dann keine Möglichkeit der individuellen Ausstattung. Foto: Andrea Warnecke

Duisburg. Frisch vom Werk, alle gewünschten Extras an Bord und die volle Hersteller-Garantie: Ein Neuwagen ist der Traum vieler Autofahrer. Doch dieser Traum ist nicht selten recht teuer. Außerdem verliert das gekaufte Fahrzeug schnell viel von seinem Wert.

Als junger Gebrauchter ist das Fahrzeug oft erheblich günstiger. Dafür ist man nicht der Erstbesitzer, hat mitunter verkürzte Garantiezeiten und Extras im Wagen, die man nicht braucht - stattdessen vermisst man eventuell andere Ausstattungsdetails.

"Es ist schon ein bisschen so: Man muss das nehmen, was man bekommt", sagt Helmut Klein vom ADAC zu jungen Gebrauchtwagen. Während Neuwagen individuell konfiguriert werden und manchmal auch schon in der besseren Abgasklasse fahren, verlangt der Kauf eines jungen Gebrauchten Flexibilität bei den Ansprüchen. Bis zu ein Jahr alte Fahrzeuge seien sonst aber in vielen Fällen fast mit Neuwagen vergleichbar, sagt Klein.

Und sie kosten - das ist hier größter Vorzug - weniger. Um einen Eindruck davon zu bekommen, reicht eine kurze Recherche im Internet. In den Gebrauchtwagen-Portalen verschiedener Hersteller finden sich weniger als ein Jahr alte Modelle mit einer geringen Laufleistung und Garantieverlängerungen des Herstellers 20 bis 25 Prozent günstiger als ein vergleichbarer Neuwagen. Das kann auch interessant sein, wenn das Budget nicht für einen Neuwagen in der gewünschten Fahrzeugklasse reicht. "Die Ersparnis eines jungen Gebrauchten kann man eventuell zu einem Klassenwechsel nutzen", sagt Klein.

"Der Markt an jungen Gebrauchten ist voll", sagt Prof. Ferdinand Dudenhöffer, der das Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen leitet. Das sind unter anderem Tageszulassungen, Vorführ- und Dienstwagen, die nur wenige Monate als Leasingwagen im Einsatz waren. Bei Tageszulassungen wird ein Auto für ein paar Tage zugelassen und danach abgemeldet. So wird aus einem Neuwagen ein Gebrauchter. Händler machen dies etwa, um ihre Zulassungsziele zu erreichen und Prämien vom Autohersteller einzustreichen. Die Autokäufer können dann von hohen Rabatten profitieren. Diese bewegen sich meist um 25 Prozent vom Neupreis herum, erklärt Dudenhöffer. Viel weniger sollten es nicht sein: "Für weniger als 20 Prozent Nachlass kauft man kein Fahrzeug mit Tageszulassung."

"Tageszulassungen sind quasi-neu", sagt Ansgar Klein vom Bundesverband freier Kfz-Händler. Autokäufer sollten auch prüfen, ob ihre Kaskoversicherung für Tageszulassungen eine Neuwertentschädigung zahlt. Gerade bei Kleinwagen und Kompakten sind Tageszulassungen verbreitet, sagt Dudenhöffer. Dagegen gehen Hersteller und Händler bei Mittel- und Oberklasse eher in den Firmenwagenbereich, um den Absatz zu steigern. Bei Importmarken, etwa aus Frankreich oder Asien, gibt es laut Dudenhöffer viele gute Tageszulassungsangebote, während es bei deutschen Herstellern wie Audi oder BMW überschaubar sei.

Ansgar Klein empfiehlt den Blick ins Netz und den Besuch der Händler vor Ort. "Dabei kann man ruhig auf bestimmte Angebote aus dem Netz verweisen, um einen besseren Preis zu verhandeln." Er rät auch, das Wort "jung" bei den jungen Gebrauchten nicht zu eng zu begreifen. Gerade in der Mittel- bis Oberklasse können drei- bis fünfjährige Modelle mit unter 100 000 Kilometer Laufleistung eine gute Wahl sein, sagt er. "Diese kommen häufig gut gepflegt aus Geschäftsflotten und kosten bisweilen sogar weniger als 50 Prozent vom Neupreis."

dpa

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