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Tuberkulose weltweit rückläufig - Todeszahlen aber weiter hoch

Gesundheit Tuberkulose weltweit rückläufig - Todeszahlen aber weiter hoch

Tuberkulose gehört weltweit zu den tödlichsten Infektionskrankheiten. Die Weltgesundheitsorganisation sieht zwar deutliche Fortschritte in der Bekämpfung. Sorgen bereiten jedoch multiresistente Bakterien.

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Der Tuberkulose-Erreger Mycobacterium tuberculosis, aufgenommen unter dem Elektronenmikroskop.

Quelle: Robert-Koch-Institut / Gudrun Holland

Genf. Die Zahl der weltweiten Todesfälle durch Tuberkulose hat sich in den vergangenen 25 Jahren fast halbiert. 2014 seien dennoch 1,5 Millionen Menschen daran gestorben, 400 000 davon waren mit HIV infiziert.

Das teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit. Die Zahl der Erkrankungen ging demnach von 1990 bis 2014 um 42 Prozent auf geschätzte 9,6 Millionen zurück. Am stärksten von Tuberkulose sind demnach Südostasien und Regionen im Westpazifik betroffen. Gemessen an der Einwohnerzahl verzeichnete jedoch Afrika die meisten Fälle.

Besonders in den vergangenen Jahren seien beachtliche Erfolge erzielt worden, sagte der Leiter des Tuberkulose-Programms, Mario Raviglione. Seit dem Jahr 2000 konnten demnach etwa 43 Millionen Menschenleben gerettet werden. Um den Kampf gegen Tuberkulose zu gewinnen, sei jedoch vor allem bessere Finanzierung unter anderem von Forschungsprojekten nötig, hieß es von der Organisation. Neben Aids gehöre Tuberkulose zu den tödlichsten Krankheiten weltweit.

Ein besonderes Problem stellt dabei die multiresistente Form der Tuberkulose (MDR-TB) dar. Weltweit erkrankten geschätzte 480 000 Menschen daran. Besonders betroffen waren hier China, Indien und Russland.

"Wir verlieren im Kampf um die Kontrolle der resistenten Tuberkulose an Boden", sagte Grania Brigden von "Ärzte ohne Grenzen". "Multiresistente Formen der Tuberkulose werden sich weiterhin ausbreiten, bis sich die Lücke zwischen diagnostizierten und tatsächlichen Fällen geschlossen hat. Wir müssen dringend den Zugang zu Diagnosemöglichkeiten für resistente Formen der Tuberkulose durch patientennahe Diagnostika verbessern und erhöhen."

Zudem werde nicht ausreichend in öffentliche Forschung investiert, kritisierte "Ärzte ohne Grenzen". Auch Deutschland sei da keine Ausnahme. Für Tuberkuloseforschung gebe etwa das Forschungsministerium jährlich weniger als fünf Millionen Euro aus. Deutschland solle zu seiner internationalen Verantwortung stehen und deutlich mehr Mittel für die Stärkung von Gesundheitssystemen in Entwicklungsländern bereitstellen, forderte zudem die Stiftung Weltbevölkerung.

Tuberkulose wird durch Tröpfchen in der Luft übertragen, etwa wenn Erkrankte beim Husten Bakterien ausstoßen. Normalerweise befällt die Krankheit die Lungen, es können aber auch andere Organe betroffen sein. Als besonders gefährdet gelten Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist, etwa HIV-Infizierte. Wer erkrankt ist, leidet unter anderem an chronischem Husten, Müdigkeit und verliert an Gewicht.

Im Jahr 2014 wurden zwar mehr Infektionen erfasst als in den vorangegangenen Jahren, nach Einschätzung der WHO liegt das jedoch an verbesserten nationalen Statistiken und nicht an größeren Tuberkulose-Ausbrüchen.

dpa

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