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Südamerika: Große Sorge wegen Dengue- und Zikavirus

Gesundheit Südamerika: Große Sorge wegen Dengue- und Zikavirus

Brasilien meldet eine starke Zunahme der "Knochenbrecherkrankheit" Dengue-Fieber. Das Land macht sich außerdem Sorgen wegen der Ausbreitung des Zika-Virus - auch Kolumbien warnt vor dem Erreger.

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Die Mücke Aedes aegypti überträgt Dengue-Fieber. In Brasilien ist die Zahl der Fälle der «Knochenbrecherkrankheit» im letzten Jahr im Vergleich zu 2014 um 178 Prozent gestiegen.

Quelle: Gustavo Amador/Archiv

Rio de Janeiro/Bogotá. Infektionen mit dem Dengue- und dem Zikavirus sind in Teilen Südamerikas deutlich gestiegen. Für die Übertragung der Erreger sind bestimmte Stechmücken verantwortlich.

In Brasilien ist im vergangenen Jahr die Zahl der registrierten Dengue-Infektionen auf 1,649 Millionen gestiegen. Die neuesten Daten des Gesundheitsministeriums zeigen eine Zunahme um 178 Prozent im Vergleich zu 2014. Insgesamt 843 Menschen starben an dem Virus - im Jahr davor waren es nur 473. Fast die Hälfte aller Infektionen im Jahr 2015 wurde aus der Region São Paulo gemeldet.

Die Krankheit kann unter anderem die Gelenke angreifen, Fieber verursachen und im schlimmsten Fall zum Tode führen. Ein Heilmittel gibt es nicht, nur die Symptome können gelindert werden. Ende Dezember ließ Brasilien erstmals einen Impfstoff gegen das Dengue-Fieber zu. Die Impfung richtet sich an Menschen im Alter von neun bis 45 Jahren und soll gegen vier Dengue-Serotypen schützen.

Nach Angaben des Herstellers, des französischen Pharmakonzerns Sanofi Pasteur, ist Brasilien - nach Mexiko und den Philippinen - das dritte Land, das den Impfstoff zugelassen hat. Er soll zwei Drittel aller Ansteckungen mit dem Dengue-Virus und 93 Prozent der schweren Infektionen verhindern. Experten zweifeln den Nutzen aber an - so sei unklar, ob das Mittel gegen alle Dengue-Varianten gut wirke.

In Kolumbien infizierten sich Tausende Menschen mit dem Zika-Virus, das möglicherweise für Fehlbildungen bei Babys verantwortlich sein könnte. Seit Oktober 2015 seien 11 613 Ansteckungen nachgewiesen worden, teilte das Gesundheitsministerium des Landes am Samstag mit.

Üblicherweise verläuft die Krankheit recht harmlos mit Hautausschlag, Gelenkschmerzen und Fieber. Das Gesundheitsministerium sorgte sich aber um die mindestens 459 infizierten schwangeren Frauen. Denn Experten vermuten einen Zusammenhang zwischen Zika-Infektionen bei Schwangeren und zu kleinen Schädeln bei Babys (Mikrozephalie). Eine starke Zunahme solcher Fehlbildungen hatte zuvor Brasilien gemeldet.

Die US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) riet Schwangeren von Reisen nach Lateinamerika und in die Karibik ab. Insgesamt warnte die Behörde vor Reisen in 14 Länder und Regionen, darunter Brasilien, Kolumbien und Mexiko.

Eine Mikrozephalie kann verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel eine Rötelninfektion während der Schwangerschaft oder Genmutationen. Die Kinder mit den zu kleinen Schädeln sind geistig beeinträchtigt.

Bisher gibt es keinen Impfstoff gegen das Zika-Virus. Überträger des Erregers sind Stechmücken der Gattung Aedes, vor allem Aedes aegypti.

Das Virus wurde vor Jahrzehnten im Zikawald in Uganda entdeckt. Infektionen waren anfangs selten. Später wurde Zika in der Südsee festgestellt. Vor einigen Monaten tauchte der Erreger dann in Südamerika auf und breitet sich seitdem dort aus.

dpa

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