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Schon Kleinstmengen gesunder Boden fördert die Artenvielfalt

Wissenschaft Schon Kleinstmengen gesunder Boden fördert die Artenvielfalt

Monokulturen lassen den Boden in vieler Weise verarmen. Für eine Renaturierung sind daher Pflanzensamen aber auch Pilze und Bakterien nötig. Forscher haben nun ausgelaugte Flächen mit gesundem Boden beimpft.

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Die Bodenimpfung ist ein leistungsstarkes Mittel für die Renaturierung von verarmten terrestrischen Ökosystemen. Hier ein vorher/nachher Bild einer verarmten Heidelandschaft.

Quelle: E.R.J. Wubs

Wageningen. Einst intensiv bewirtschaftete und biologisch verarmte Kulturflächen lassen sich über eine Impfung mit gesundem Boden wieder in artenreiche Lebensräume verwandeln.

Niederländische Wissenschaftler zeigten, dass sich ehemaliges Agrarland abhängig von der Herkunft des Bodenimpfstoffs in Richtung einer Heidelandschaft oder einer Graslandschaft entwickeln lässt. Die Bodenbeimpfung sei ein leistungsstarkes Mittel für die Renaturierung von verarmten terrestrischen Ökosystemen, schreiben die Forscher um Jasper Wubs von Netherland Institute of Ecology (Wageningen/Niederlande) im Fachblatt "Nature Plants".

Das Team um Wubs hatte auf einem 160 Hektar großen Stück Land, auf dem für etwa 60 Jahre Getreide angebaut wurde, Versuchs- und Kontrollflächen abgeteilt. Die Forscher entfernten dort zunächst die oberste Bodenschicht. Auf diese Weise beseitigten sie quasi das Vermächtnis der zurückliegende Flächennutzung, das noch auf Jahre in die Zukunft eine gesunde Entwicklung der Artenvielfalt hemmen kann.

Dann streuten sie den Bodenimpfstoff, den sie aus nahegelegenem Grasland oder Heideland gewonnen hatten, ganz dünn auf die Flächen. In der weniger als einen Zentimeter dicken Schicht befanden sich Samen der Pflanzen, aber vor allem auch für die jeweiligen Flächen typische Bodenorganismen. Nach sechs Jahren hatten sich die Versuchsflächen entsprechend des aufgebrachten Bodenimpfstoffs in Grasland oder Heideland verwandelt mit den jeweils typischen Pflanzenarten und den Organismen wie Bakterien, Milben, Springschwänzen oder Fadenwürmern.

Vor allem diese Bodenorganismen seien es, die die Entwicklung der Fläche in eine gewünschte Richtung steuerten. Das funktioniere ähnlich wie bei einer Fäkaltransplantation beim Menschen, bei der eine gestörte Bakteriengemeinschaft im Darm durch die Übertragung einer gesunden Mikrobenzusammensetzung wiederhergestellt werde, erläuterte Wubs in einer "Nature"-Pressekonferenz. Weitere Versuche zeigten, dass sich dies auch ohne die vorherige vollständige Entfernung der oberen Bodenschicht erreichen lässt, wenn auch etwas weniger effektiv.

Das Verfahren könne die Renaturierung von Flächen massiv beschleunigen – von Jahrzehnten auf einige wenige Jahre, erläutert Wubs. Ihre Studie zeige, dass die Technik in realen Ökosystemen funktioniere – und zwar in einem praxisrelevanten Maßstab.

dpa

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