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Millionen für Digitalisierung in der Landesbibliotheken in Dresden

Fördermittel Millionen für Digitalisierung in der Landesbibliotheken in Dresden

Früher haben Bibliotheken vor allem bedrucktes Papier verwaltet. Inzwischen sind digitale Daten dazu gekommen, die Bestände wachsen explosionsartig. Damit muss sinnvoll umgegangen werden, um den effektiven Zugang zum gespeicherten Wissen zu sichern. Mit Fördermitteln von EU und Land wird dieser Prozess jetzt unterstützt.

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Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange übergab am Montag in Dresden Fördermittel an den Generaldirektor der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek, Thomas Bürger. Damit soll die Digitalisierung vorangetrieben werden.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Die Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek (SLUB) in Dresden kann den Digitalisierungsprozess vorantreiben. Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) übergab am Montag an SLUB-Generaldirektor Thomas Bürger eine Fördermittelzusage in Millionen-Höhe. „Der Service der Bibliotheken muss erkennbar, erreichbar und digital sichtbar sein“, erklärte die Ministerin.

Der Hintergrund ist einfach: Früher haben Bibliotheken vor allem bedrucktes Papier verwaltet. Bei der SLUB sind es etwa fünf Millionen Bücher. Inzwischen kommen ständig digitale Daten dazu, die Bestände wachsen explosionsartig. Von 70 Millionen Datensätzen ist derzeit die Rede. Damit muss sinnvoll umgegangen werden, um der Öffentlichkeit einen effektiven Zugang zum gespeicherten Wissen zu sichern.

Insgesamt stehen sechs Millionen Euro bis 2020 zur Verfügung, 80 Prozent kommen davon aus dem Europäischen Strukturfonds Efre. „Der Datenservice ist künftig die Grundlage der Bibliothekeninfrastruktur“, erklärte Wissenschaftsministerin Stange. 3,5 Millionen Euro übergab die Ministerin gestern an den SLUB-Chef und den Direktor der Universitätsbibliothek Leipzig für insgesamt vier Projekte, die übrigen Gelder sollen in den nächsten Jahren in weitere Vorhaben fließen.

Im Mittelpunkt der Förderung steht die „Aufbereitung und Vernetzung der Bibliotheksdaten“, erklärte Generaldirektor Bürger. „Alles, was mit Steuergeldern entstanden ist, soll auch öffentlich sein“, fügte die Ministerin hinzu. Weltweit soll damit der Zugriff auf die wissenschaftlichen Daten in den Bibliotheken erleichtert werden – unter Beachtung des Daten- und Patentschutzes natürlich und der Interessen von Auftraggebern aus der Industrie. Es geht um das Wissen aus Publikationen, Diplomarbeiten und Dissertationen, die Erkenntnisse außeruniversitärer Institute und vieles mehr.

In Katalogen und Verzeichnissen soll dem Bibliotheksnutzer vermittelt werden, wer wo schon woran geforscht und gearbeitet hat und die Verknüpfung dieser Daten. Dafür lernen die Computer inzwischen, Inhalte zu verstehen. Achim Bonte, einer von Bürgers zwei Stellvertretern an der SLUB, veranschaulicht dies mit einem einfachen Beispiel: Früher hat der Computer nur die Zeichen-Reihe K-A-T-Z-E verarbeitet, heute soll er erkennen, dass es dabei um ein Säugetier mit Bezug zu Tiger und Panther geht. In der Realität sind die Themen natürlich viel komplexer, der Effekt ist aber klar: „Das bietet viel mehr Verknüpfungsmöglichkeiten bei Recherchen“, erklärte Bonte. Damit können auch die Erkenntnisse von ganz unterschiedlichen Akteuren verbunden werden. Wenn beispielsweise von einer „glatten Oberfläche“ die Rede sei, dann denkt ein Designer an Gestaltung, ein Wissenschaftler an Materialforschung und ein Industrievertreter an Produktionsprozesse. Das alles miteinander zu verknüpfen und anderen Wissenschaftler und Nutzern zugänglich zu machen, ist die Aufgabe der weiteren Digitalisierung. Dabei sind multimediale Datenmengen in gigantischem Umfang zu verarbeiten, die noch in 100 Jahren zugänglich sein sollen. Zu den Projekten zählt auch eine Digitale Materialbibliothek, die Forschungsdaten, Herstellerinformationen und Anwenderbeispiele der Materialforschung in einem Portal zusammenfasst. Bürger ist dankbar, dass die europäische Union diese Vorhaben fördert. „Das macht mich zu einem leidenschaftlichen Europäer“, freute er sich.

Von Ingolf Pleil

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