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Gravitationswellen-Forscher wollen den Urknall hören

Wissenschaft Gravitationswellen-Forscher wollen den Urknall hören

Die Europäische Weltraumbehörde Esa hat sich zum Ziel gesetzt, Gravitationswellen im All zu messen. Die Technologie dafür wird aktuell mit einem Satelliten getestet. Erste Ergebnisse begeistern das internationale Team.

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Künstlerische Darstellung des Satelliten "LISA Pathfinder".

Quelle: ESA/D. Ducros

Hannover. Wissenschaftler sehen mit der Satelliten-Mission "Lisa Pathfinder" den Weg für ein Gravitationswellen-Observatorium im Weltall geebnet.

"Mit "Lisa Pathfinder" haben wir den ruhigsten der Menschheit bekannten Ort geschaffen", sagte Karsten Danzmann, Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik, am Dienstag in Hannover. "Die Leistung der Mission ist spektakulär und übertrifft alle unsere Erwartungen bei weitem."

Die von Albert Einstein vor hundert Jahren vorhergesagten Gravitationswellen konnten Forscher im vergangenen September erstmals auf der Erde nachweisen. Mit der nobelpreisverdächtigen Entdeckung wurde ein neues Kapitel in der Physik und Astronomie aufgeschlagen.

"Die Zukunft der Gravitationswellen-Astronomie liegt im Weltall", sagte Danzmann. "Wir wollen dem Universum zuhören - und zwar bis zum Anfang, bis hinaus zum Urknall." So könne zum Beispiel die Verschmelzung von Schwarzen Löchern in Galaxien nachgewiesen werden.

"Lisa Pathfinder" ist eine Mission der Europäischen Weltraumorganisation Esa und kostete insgesamt etwa 620 Millionen Euro. Der Satellit war im Dezember vom Weltraumbahnhof Kourou gestartet und erreichte im Januar seinen Zielort 1,5 Millionen Kilometer entfernt von der Erde. Im März begannen die Experimente. 

Erste Ergebnisse wurden nun in den "Physical Review Letters" veröffentlicht. So zeigte das Team, dass zwei Goldwürfel im Herzen des Satelliten frei im Weltall fallen und nur dem Einfluss der Schwerkraft unterliegen. Die Isolation von äußeren Störkräften sei fünfmal besser als ursprünglich erwartet, hieß es. Die Goldklötze seien so ruhig, dass man hören würde, wenn sich ein Virus auf sie setzen würde.  

Zwischen den beiden Würfeln, die als Testmassen dienen, befindet sich ein sogenanntes Laserinterferometer, das unter Federführung der Forscher aus Hannover entwickelt wurde. Gerhard Heinzel präsentierte am Dienstag seine erste Zeichnung aus dem Jahr 2001, nach der das hochempfindliche Abstandsmessgerät gebaut wurde. In zwei Jahren ist mit dem Laserinterferometer auch eine Erdbeobachtungs-Mission geplant, um den globalen Grundwasserhaushalt und Eispegel zu überwachen.

Die Wissenschaftler möchten gern im Jahr 2028 mit der "Lisa"-Mission - dem Bau eines Gravitationswellen-Observatoriums im All - starten. Sie sind sicher: Damit könnten einige Geheimnisse des Universums gelüftet werden.

dpa

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