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Zinstief setzt Sparkassen unter Druck

Banken Zinstief setzt Sparkassen unter Druck

Die EZB hat die Niedrigzinsen zementiert - das zwingt Deutschlands Sparkassen zum Gegensteuern. Die Institute dürften an der Gebührenschraube drehen und wollen intern Kosten senken.

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Niedrige Zinsen und teure Regulierung machen Deutschlands Sparkassen zu schaffen.

Quelle: Julian Stratenschulte/Ilustration

Frankfurt/Main. Sparkassen-Kunden müssen sich auf höhere Gebühren einstellen. "Die Zeit von weiten Angeboten kostenloser Kontoführung ist aus meiner Sicht vorbei", sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, am Dienstag in Frankfurt.

"Wir werden Leistungen bepreisen müssen - und zwar verursachergerecht." Alle Marktteilnehmer müssten angesichts der "falschen Zinspolitik" der Europäischen Zentralbank (EZB) neue Ertragsquellen erschließen. Die EZB hatte den Leitzins im Euroraum am vergangenen Donnerstag auf Null gesenkt.

Strafzinsen, die die EZB für geparkte Gelder von Banken verlangt, wird die Branche nach Fahrenschons Einschätzung zunehmend an gewerbliche Kunden mit hohen Einlagen weiterreichen. Dem könnten sich auch die Sparkassen nicht entziehen. "Entscheidend ist, dass wir alles in unserer Macht Stehende tun werden, um diesen verheerenden Effekt der Niedrigzinspolitik nicht beim privaten Sparer ankommen zu lassen." Er betonte zudem: "Der DSGV-Präsident setzt keine Preise fest." Das obliege den jeweiligen Instituten.

Im vergangenen Jahr konnten die 413 (Vorjahr: 416) Sparkassen sinkende Zinsüberschüsse durch höhere Provisionsüberschüsse ausgleichen - besonders dank guter Geschäfte mit Wertpapieren. Der Vorsteuergewinn lag letztlich mit 4,6 Milliarden Euro um 200 Millionen Euro unter dem Wert von 2014. Unter dem Strich stand erneut ein Überschuss von rund 2,0 Milliarden Euro.

"Es ist aber angesichts der Zinspolitik der EZB klar, dass sich diese guten Ergebnisse in den nächsten Jahren nicht wiederholen werden", sagte Fahrenschon. Selbstbewusstsein schöpft die Gruppe daraus, dass sie in den vergangenen fünf Jahren 19,4 Milliarden Euro in ihre Vorsorgereserve packte - davon 4,2 Milliarden Euro 2015.

Zuwächse verbuchten die öffentlich-rechtlichen Institute im vergangenen Jahr bei Krediten wie bei Kundeneinlagen. Ende Dezember 2015 lag der Kreditbestand der Sparkassen bei 745,1 (720,7) Milliarden Euro. Angesichts der niedrigen Zinsen sind Finanzierungen für Häuser und Wohnungen sehr gefragt. Obwohl die Institute Sparen kaum noch belohnen, trugen Kunden weitere 24,8 Milliarden Euro zu den Sparkassen. Die Einlagen stiegen auf 861,5 (836,7) Milliarden Euro.

Kosten senken wollen die Institute beim Personal. Im vergangenen Jahr wurden 6427 freigewordene Stellen nicht wieder besetzt. Die Mitarbeiterzahl der Sparkassen sank auf 233 719. Hier wird sich der Trend nach unten nach DSGV-Einschätzung fortsetzen. Das Filialnetz wurde weiter ausgedünnt: von knapp 14 900 auf 14 451 - inklusive Selbstbedienungspunkten. Der DSGV rechnet mit einem weiteren Rückgang, weil viele Menschen Bankgeschäfte online erledigen.

dpa

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