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Wetterkapriolen setzen Spargelbauern zu

Agrar Wetterkapriolen setzen Spargelbauern zu

Die Spargelerzeuger in Deutschland blicken auf ein durchwachsenes Geschäft. Fein raus waren diejenigen, die das Edelgemüse früher aus der Erde und damit auf den Markt brachten. Denn es galt die Faustformel: Bis Pfingsten lief es gut, danach echt mies.

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Viele Erzeuger beendeten die Saison früher, um die Pflanzen für 2017 zu schonen.

Quelle: Armin Weigel

Hannover/Berlin. Deutschlands Spargelbauern klagen mehrheitlich über den Verlauf der diesjährigen Saison. Durch die Bank mussten die Erzeuger im Vergleich mit 2015 mindestens zehn Prozent Ernteeinbußen hinnehmen.

Im Osten Deutschlands sackte die Menge um 15 Prozent ab, in Franken um bis zu 20 Prozent. Das besagt eine Umfrage der Bundesfachgruppe Gemüsebau. Dahinter stehen der Bauernverband, der Raiffeisenverband und der Zentralverband Gartenbau.

Fachgruppen-Experte Jochen Winkhoff sprach von einer gespaltenen Saison mit Einbrüchen nach Pfingsten. Neben der Ernte hätten auch Absatz und Erträge merklich nachgelassen. Vielerorts hätten zudem die Wetterkapriolen Probleme bereitet. Viele Erzeuger hätten diesmal nach einer eher enttäuschenden Saison früher aufgehört, um die Pflanzen für 2017 zu schonen und auf den Erfolg der nächsten Saison zu setzen.

Michael Koch von der Bonner Agrarmarkt Informations-Gesellschaft AMI hat ein ähnliches Bild. So hätten die Verbraucher in diesem Mai rund zehn Prozent weniger Spargel eingekauft als vor einem Jahr. Die AMI beobachtet die Spargelpreise bundesweit. Mit im Schnitt 7,20 Euro pro Kilogramm weißen deutschen Spargel kostete das Edelgemüse demnach diese Saison so viel wie wohl nie zuvor. Damit lagen die Kosten für die Verbraucher im Vergleich zum Vorjahr 50 Cent (8 Prozent) höher.

Doch auch Koch berichtet von der gespaltenen Saison nach Pfingsten. Vieles habe am durchwachsenen Wetter gehangen. Fred Eickhorst von der Vereinigung der Spargelanbauer in Niedersachsen - dem wichtigsten Land der Branche - warnt aber: 7,20 Euro seien ein Durchschnittswert, der für Verbraucher nur bei einem über die Saison konstanten Konsum realistisch sei. Aus Erzeugersicht gäben Preis mal vermarktete Menge den Ausschlag. Viele hätten versucht, die Mengen zu Pfingsten zu steigern, was oftmals erst für die Zeit danach glückte, wo dann aber der Absatz in den Keller ging und große Erntemengen blieben.

Auch die Festtage spielen eine wichtige Rolle als Termine, die stets Absatz-Höhepunkte der Saison markierten. Gemüsebau-Fachmann Winkhoff sagt, dass Ostern Ende März diesmal so früh lag, dass praktisch noch kaum ein Landwirt liefern konnte. Generell sei die Saison zudem wegen der Temperaturen später gestartet. "Die Witterungsverhältnisse richten sich ja nicht nach dem Kirchenjahr." Klar sei, dass Erzeuger mit Dreifachfolie diesmal die Gewinner gewesen seien - sie bauen eine Art Treibhauseffekt auf, der den Spargel früher aus der Erde treibt.

Örtlich habe der Starkregen den Spargelkulturen verheerende Schäden gebracht. "Vor allem in Westfalen", sagte Winkhoff. Wie riskant das Wetter ist, zeigte sich auch in Franken: Die Hitzewelle im August des Vorjahres - nach dem Ende der Saison - habe den Pflanzen mit extremen Temperaturen so zugesetzt, dass sich das bei der Ernte 2016 rächte.

Arrangiert haben sich die Erzeuger laut Winkhoff übrigens mit dem Mindestlohn. "Ich habe keine großen Klagen vernommen." Aber die Lohnuntergrenzen dürften Nebeneffekte haben: mehr Mechanisierung und mehr Tempo für den Trend zu größeren Betrieben. "Der Mindestlohn wird den Strukturwandel eher befördern." Kleinere Betriebe, für die neue Investitionen schwieriger seien, hörten deswegen womöglich eher auf.

dpa

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