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Verhandlungen für VW-Haustarif gehen in entscheidende Runde

Auto Verhandlungen für VW-Haustarif gehen in entscheidende Runde

Zielgerade oder neue Warteschleife? Bei den Verhandlungen für den VW-Haustarif mit seinen 120 000 Beschäftigten steht am Donnerstag eine wichtige Weichenstellung an. Ein Angebot von Arbeitgeberseite könnte die Gespräche über Nacht entscheidend voranbringen.

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Fünf Prozent sollen es sein: VW-Mitarbeiter demonstrieren in Wolfsburg während der Verhandlungen um den Haustarif für 120 000 Beschäftigte.

Quelle: Julian Stratenschulte

Wolfsburg/Hannover. In die zuletzt stockenden Verhandlungen um den VW-Haustarif dürfte heute sichtbare Bewegung kommen: Die IG Metall und die Arbeitgeberseite treffen in Hannover in dritter Runde aufeinander.

Insider sprechen von der entscheidenden Begegnung, in der die Weichen entweder auf einen zügigen Abschluss oder auf die große Konfrontation gestellt werden. Die Gewerkschaft will 5 Prozent mehr Geld und eine neue Regelung für die auslaufende Altersteilzeit.

Bisher fehlt ein Angebot der VW-Arbeitgeber um Verhandlungsführer Martin Rosik. Der hatte zuletzt lediglich Verhandlungsbereitschaft beim Thema Altersteilzeit erklärt, aber noch kein Angebot für eine Lohnerhöhung vorgelegt. IG Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine hatte deswegen die zweite Gesprächsrunde nach nur einer Stunde abgebrochen. Meine warf VW vor, sich hinter den parallel laufenden Verhandlungen im Metall-Flächentarif zu verstecken. Die haben inzwischen aber einen Pilotabschluss bekommen.

Und auch ein weiterer Punkt ist mittlerweile vom Tisch: Trotz Diesel-Krise erhalten die etwa 120 000 VW-Haustarifler für 2015 knapp 4000 Euro Erfolgsbeteiligung. Zuvor hatten Zehntausende VW-Mitarbeiter ihre Entschlossenheit demonstriert. Allein in Wolfsburg zogen 35 000 Menschen vor das Vorstandshochhaus.

Der VW-Haustarif gilt vor allem für Niedersachsen. Verhandlungsführer Rosik argumentierte zuletzt, das Thema Altersteilzeit und der Wandel von Aufgaben müssten Vorrang vor der Geldforderung haben. Mit der Elektromobilität und der digitalisierten Mobilität steht VW wie die gesamte Branche vor einem grundlegenden Wandel. Rund um den Bau von Verbrennungsmotoren und Getrieben könnte beispielsweise im nächsten Jahrzehnt etliche Arbeit entfallen.

Warnstreiks im VW-Haustarif sind noch bis Ende Mai verboten. Der Pilotabschluss im Flächentarif aus Nordrhein-Westfalen regelt bei insgesamt 21 Monaten Laufzeit folgendes: Die Beschäftigten erhalten eine Einmalzahlung von 150 Euro und in zwei Schritten dauerhaft mehr Geld: 2,8 Prozent ab Juli 2016 und weitere 2 Prozent ab April 2017.

Der VW-Haustarif ist Deutschlands größter Firmentarif. Er gilt in den sechs westdeutschen VW-Werken Emden, Hannover, Wolfsburg, Salzgitter, Braunschweig und Kassel sowie bei der Finanztochter aus Braunschweig.

dpa

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