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Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft fordert eine bessere Zusammenarbeit von Unternehmen und Forschungseinrichtungen

Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft fordert eine bessere Zusammenarbeit von Unternehmen und Forschungseinrichtungen

Die Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft (VSW) sieht große Potenziale in einer besseren Zusammenarbeit von Mittelstand und Forschungseinrichtungen. „Wir müssen mehr vom großen Forschungspotenzial in Sachsen profitieren“, sagte VSW-Präsident Bodo Finger in einem Interview.

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Bodo Finger ist seit 2007 Präsident der Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft.

Quelle: dpa

Für 2014 erwartet er ein verhaltenes Wachstum der heimischen Wirtschaft.

Frage: Sachsen macht für sich als innovatives Forschungsland Werbung. Ist das ein Standortvorteil für die heimische Wirtschaft?

Bodo Finger: Ja, aber der wird noch zu wenig genutzt. Bei den Unternehmen ist das Bewusstsein dafür durchaus vorhanden, dass man sich dem technologischen Wettbewerb stellen muss. Bereits heute zu wissen, was man in zehn Jahren produzieren will und daran zu arbeiten, ist für den Unternehmer eine selbstverständliche Zukunftsvorsorge. Nun lassen große und zahlungskräftige Firmen immer häufiger in Sachsen forschen und kommen damit Universitäten und Instituten in ihrem Bemühen entgegen, möglichst viele Drittmittel zu gewinnen. Da sind unsere Mittelständler in ihren kleinen Strukturen und noch nicht hinlänglicher Kapitalausstattung häufig außen vor.

Heißt das, Sie wollen mehr Fördergeld vom Staat?

Ein deutliches Nein. Denn Fördergelder können nur aus Steuern oder - noch weniger akzeptabel - aus Schulden stammen. Es geht vielmehr um einen effizienteren und investiven Einsatz der verbleibenden Mittel zur Wirtschaftsförderung. Umso enttäuschender ist, dass im aktuellen Regierungsprogramm der großen Koalition die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung nicht einmal mehr als Ziel formuliert ist. Hier fordern wir unvermindert die Einführung einer Steuergutschrift für Unternehmen bis 500 Beschäftigte. Das Modell ist international bereits bewährter Standard.

Und was könnte in Sachsen passieren?

Ich halte es auch für zweckmäßig, die bestehende öffentliche Förderung für Forschungseinrichtungen und Universitäten beziehungsweise künftige Zuwächse zumindest teilweise an Auflagen zur Zusammenarbeit mit mittelständischen Unternehmen in Sachsen zu knüpfen. Damit würden die Anreize für erfolgreiche Technologietransfers innerhalb des Freistaates wesentlich verbessert.

Ist der heimische Mittelstand darauf vorbereitet?

Ja, aber es gibt leider immer noch Berührungsängste - sowohl auf Seiten der Unternehmen als auch auf Seiten der Wissenschaft. Da begegnen sich zwei Welten. Umso wichtiger ist es, dass die Firmen sich beispielsweise bei Studenten bekanntmachen und gut ausgebildete Fachleute über Bachelor- oder Masterarbeiten an sich binden. Darüber hinaus wird es darauf ankommen, auch Studierende aus anderen Bundesländern dauerhaft in Sachsen zu halten. Die Chancen waren nie höher als derzeit.

Stichwort Fachkräfte. Allerorts ist von Fachkräftemangel die Rede. Wie sieht es mit dem nötigen Nachwuchs aus?

Hier eine qualitative Aussage zu treffen ist deshalb schwierig, weil sich die Tätigkeitsprofile über die Bandbreite der Branchen zu sehr unterscheiden. Gleichwohl ist dies nicht nur ein Thema der Anzahl von Köpfen, sondern auch der Qualifikation. Neben Forschung und Entwicklung sind daher Investitionen in die Bildung ganz wichtig - wichtiger, als sich über einen Mindestlohn Gedanken zu machen. Sachsen ist mit der Oberschule auf dem richtigen Weg. Aber es geht nicht darum, ein komfortables Abitur zum Ziel zu setzen, damit jeder studieren kann. Auch Facharbeiter müssen mehr als „Guten Tag“ sagen können. Gerade in der Metall- und Elektroindustrie sind die Anforderungen stark gewachsen.

Wie sind die Konjunkturaussichten für 2014?

Nachdem 2013 der Aufholprozess, in dem wir uns immer noch befinden, praktisch zum Erliegen kam, mehren sich die positiven Geschäftserwartungen. Am Wachstum der deutschen Wirtschaft 2014 - das, wenn auch in unterschiedlicher Höhe von Bundesregierung und Wirtschaftsinstituten prognostiziert wird - wird auch die sächsische Wirtschaft teilhaben. Doch bei allen positiven Erwartungen stellt die Unsicherheit an den Finanzmärkten ein großes Fragezeichen dar, was sich schließlich in einer zurückhaltenden Investitionsneigung widerspiegelt. Hoffen wir also, dass aus Berlin und Brüssel endlich zuverlässige Signale kommen, die der Wirtschaft ein planbares Wachstum ermöglichen.

Zur Person: Der Unternehmer Bodo Finger (72) ist seit 2007 VSW-Präsident. Er ist Geschäftsführender Gesellschafter der Chemnitzer Zahnradfabrik GmbH & CoKG. Die VSW vertritt die Interessen von 37 Wirtschaftsverbänden.

Petra Strutz, dpa

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