Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Google+
Tumult im Prozess gegen Top-Banker Fitschen

Prozesse Tumult im Prozess gegen Top-Banker Fitschen

Der Leibwächter von Deutsche-Bank-Co-Chef Fitschen war schon in Alarmbereitschaft: Ein selbsternannter Zeuge sorgte für Aufregung im Betrugsprozess vor dem Münchner Landgericht. Sicherheitskräfte reagierten schnell.

Voriger Artikel
BASF kappt Ziele für 2015
Nächster Artikel
EU-Parlament beschließt neue Regeln für Pauschal-Reisen

In dem Prozess müssen sich Fitschen, Ackermann, Breuer und zwei weitere Angeklagte wegen versuchten Prozessbetrugs im Fall Kirch verantworten.

Quelle: Sven Hoppe

München. Ein ungebetener Gast hat für einen Tumult im Münchner Prozess gegen Top-Banker der Deutschen Bank gesorgt.

Der Mann kam am Dienstagmorgen in Anzug und Krawatte in den Saal des Landgerichts und setzte sich auf den Zeugenstuhl: Er wollte in dem Verfahren gegen den Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, und den Vorgängern Josef Ackermann und Rolf Breuer eine Erklärung abgeben.

Eine Ladung als Zeuge hatte er aber nicht. Sicherheitskräfte forderten umgehend Verstärkung an als sich abzeichnete, dass der Mann nicht freiwillig gehen würde. Auch Fitschens Leibwächter war einsatzbereit.

Der Vorsitzende Richter Peter Noll forderte den selbsternannten Zeugen schließlich eindringlich auf, den Platz zu verlassen. "Sie sind kein Zeuge, entweder Sie gehen jetzt freiwillig oder Sie werden entfernt."

Das Mikrofon wurde auf stumm geschaltet, um dem Mann kein Gehör zu verschaffen. Als der Mann trotz mehrfacher Warnungen sitzen blieb, packten ihn Ordner an den Armen und führten ihn aus dem Saal. Warum der Mann sich in den Prozess drängen wollte, blieb unklar. "Uns ist ein Zeuge in die Arme gelaufen, den keiner geladen hat", sagte einer der Anwälte.

In dem Prozess müssen sich Fitschen, Ackermann, Breuer und zwei weitere Angeklagte wegen versuchten Prozessbetrugs im Fall Kirch verantworten. Alle fünf sollen vor vier Jahren im Zivilprozess um Schadenersatzforderungen für die Pleite der Kirch-Gruppe die Richter durch Falschaussagen getäuscht haben. Die Angeklagten hatten das stets zurückgewiesen.

Der Medienunternehmer Leo Kirch hatte sein Leben lang die Deutsche Bank für die Pleite seines Unternehmens verantwortlich gemacht, weil sich der frühere Chef Breuer öffentlich über die mangelnde Kreditwürdigkeit des Unternehmens geäußert hatte.

Die angeklagten Top-Banker der Deutschen Bank mussten während des Tumults aber nicht um ihre Sicherheit fürchten: Fitschen wird routinemäßig von einem Leibwächter begleitet, der während des gesamten Prozesses in der vordersten Reihe im Saal bleibt. Zudem sitzt in dem Prozess stets ein Wachtmeister oder eine Wachtmeisterin mit Schlagstock im Raum.

Der ungebetene Zeuge hatte sich zuvor schon einmal in dem laufenden Prozess zu Wort gemeldet. Aus dem Zuschauerraum hatte er dem Richter zugerufen, er wolle eine Erklärung abgeben. Richter und Staatsanwälte gingen darauf aber nicht ein - zumal der Mann den Vorsitzenden Richter mit dem Vornamen ansprach.

Bei der Staatsanwaltschaft habe sich der Mann während der jahrelangen Ermittlungen auch nicht als Zeuge gemeldet, sagte Staatsanwalt Florian Opper in einer Prozesspause. Juristische Konsequenzen habe der Auftritt für den Mann aber nicht. "Das war zwar lästig, aber nicht strafbar."

Nach dem Vorfall nahm das Verfahren wieder seinen Lauf: Zum dritten Mal wurde Staatsanwältin Christiane Serini als Zeugin befragt und schilderte den Richtern, wie ihre ersten Vernehmungen der Angeklagten abgelaufen waren. Alle fünf haben nun drei Wochen Pause vom Prozess. Am 17. November wird das Verfahren fortgesetzt.

Auf der Zeugenliste stehen nach Angaben von Fitschens Verteidiger Hanns Feigen für den Tag unter anderem Verlegerin Friede Springer und Springer-Chef Mathias Döpfner. Die Staatsanwaltschaft hatte die Vernehmung der beiden beantragt. Kirch war früher Großaktionär bei Springer. Die Notlage des Kirch-Konzerns 2002 hatte auch deshalb für große Nervosität in Deutschland gesorgt, weil der Einstieg eines ausländischen Medienzars bei Springer befürchtet worden war.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft

Aktien Tops & Flops

DT. TELEKOM 14,69 +0,71%
BAYER 87,21 +0,71%
HEID. CEMENT 83,50 +0,67%
DT. BANK 14,73 -1,98%
VOLKSWAGEN VZ 118,37 -0,71%
LUFTHANSA 12,14 -0,50%

Wertpapiersuche

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Bakersteel Global AF 166,72%
Structured Solutio AF 154,79%
Stabilitas PACIFIC AF 142,96%
AXA IM Fixed Incom RF 139,36%
Polar Capital Fund AF 103,07%

mehr

  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr