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Studie: Technische Aufrüstung macht Autos fehleranfällig

Auto Studie: Technische Aufrüstung macht Autos fehleranfällig

Airbags, ABS, ESP und Fahrassistenzsysteme machen Autos immer sicherer, aber technisch auch komplizierter. Und dadurch gibt es auch häufiger Fehler. Millionen Rückrufe zeigen die Probleme auf.

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«Honda leidet besonders unter dem Airbagdesaster des Zulieferers Takata», heißt es in der Studie. Foto: Franck Robichon

Bergisch Gladbach. Die technisch immer anspruchsvollere Ausstattung von Autos macht sie auch immer anfälliger für Fehler.

Allein in den USA wurden im vergangenen Jahr 45,8 Millionen Autos wegen Sicherheitsproblemen in die Werkstätten zurückgerufen, wie eine am Freitag veröffentlichte Studie des Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach zeigt. Damit seien zweieinhalb Mal mehr Fahrzeuge von Rückrufen betroffen als im gleichen Zeitraum im US-Markt verkauft wurden.

Die Autos seien durch mehr Technik "grundsätzlich sicherer geworden", heißt es in der Studie. "Allerdings führte die technische Komplexität auch zu einem Anstieg der Fehlerhäufigkeit."

Die höchsten Rückrufquoten hätten die japanischen Hersteller Mitsubishi, Mazda und Honda gehabt. "Honda leidet besonders unter dem Airbagdesaster des Zulieferers Takata", heißt es in der Studie. Das Unternehmen habe deshalb mehr als 10 Millionen Autos in die Werkstätten beordern müssen. Auch die Rückrufe von Mitsubishi betrafen zu zwei Dritteln Airbagdefekte. Die Fiat-Tochter Chrysler musste 1,4 Millionen Fahrzeuge zurückrufen, um sie vor Hacker-Angriffen zu schützen.

Die deutschen Hersteller hatten dagegen deutlich weniger Probleme. Rückrufe bei BMW, Daimler und Volkswagen seien ebenfalls meist von Airbagproblemen verursacht worden. Tesla habe wegen mangelhafter Sicherheitsgurte sämtliche Model-S-Autos zurückgerufen.

Studienleiter Stefan Bratzel sagte: "Wenn 13 von 16 untersuchten Herstellern in 2015 wegen sicherheitstechnischer Mängel mehr Fahrzeuge zurückrufen müssen, als diese im gleichen Zeitraum verkauft haben, ist das insgesamt ein bedenkliches Qualitätsniveau der Branche." Manche Hersteller nähmen für den kurzfristigen Gewinn sogar Unfälle in Kauf, kritisierte Bratzel mit Blick auf General Motors (GM), die sich in den USA wegen Unfällen mit mindestens 13 Toten verantworten müssen.

Airbags, ABS, ESP und Fahrassistenzsysteme machten die Autos sicherer. Wegen des harten Wettbewerbs auf dem Automarkt gebe es immer mehr Modellvarianten, zugleich seien die Entwicklungs- und Modellzyklen kürzer geworden. Der enorme Zeit- und Kostendruck wirke sich negativ auf die Qualitätssicherung aus, sowohl bei den Autokonzernen als auch bei den Zulieferern, die inzwischen 75 Prozent der Wertschöpfung erbrächten.

Der deutsche Branchenverband VDA teilte auf Anfrage mit, die Hälfte der in den USA verkauften Premium-Autos seien deutsche Autos. Ihr hohes Ansehen beruhe auch auf der Qualität. Heutige Autos seien besser und hielten auch länger, wie ein Blick auf die Fahrzeugflotte zeige.

dpa

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