Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -7 ° Schneeregen

Navigation:
Google+
Streit über Einschnitte bei Siemens

Elektro Streit über Einschnitte bei Siemens

Die geplanten Einschnitte in der Siemens-Antriebssparte entzweien die IG Metall und den Elektrokonzern. Die Gewerkschaft hält dem Unternehmen Produktionsabbau in Deutschland vor - doch aus Sicht von Siemens-Arbeitsdirektorin Kugel sind die Maßnahmen unausweichlich.

Voriger Artikel
Unister-Insolvenzverwalter meldet großes Investoreninteresse
Nächster Artikel
Kreise: Lufthansa und Etihad verhandeln über Air-Berlin

Angehörige der IG Metall demonstrieren in Nürnberg für den Erhalt von Produktionsarbeitsplätzen bei Siemens in Deutschland. Foto: Rudi Ott

München/Nürnberg. Zahlreiche Siemens-Beschäftigte haben am Mittwoch ihrem Unmut über die geplanten Einschnitte in der Sparte Prozessindustrie und Antriebe Luft gemacht.

Bei Kundgebungen in Nürnberg, Ruhstorf nahe Passau und Bad Neustadt/Saale und pochten IG Metall und Betriebsräte auf den Erhalt von Produktionsarbeitsplätzen in Deutschland. Siemens-Personalchefin Janina Kugel hielt dagegen: Auf Marktentwicklungen wie Preisdruck und Überkapazitäten müsse der Elektrokonzern reagieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in München. Den betroffenen Beschäftigten wolle man möglichst Alternativen anbieten.

Siemens hatte wegen der Nachfrageflaute aus der Öl- und Gasbranche angekündigt, weltweit rund 2500 Jobs in der Sparte abzubauen oder zu verlagern, davon rund 2000 in Deutschland und schwerpunktmäßig an den bayerischen Standorten. Die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern darüber verlaufen "konstruktiv, aber auch kontrovers", sagte Kugel. "Wir arbeiten alle daran, dass wir zu einem zügigen Einverständnis kommen." Dafür werde man die Sommermonate nutzen.

Als konkrete Alternative werde den Mitarbeitern beispielsweise auch ein Wechsel in das neue Windkraft-Werk von Siemens in Cuxhaven angeboten. Das Werk sei das beste Beispiel für das Bekenntnis zum Standort Deutschland, sagte Kugel. Siemens investiert in die Fertigungsstätte für Maschinenhäuser für Windkraftanlagen rund 200 Millionen Euro und will bis zu 1000 Jobs schaffen. "Das ist ein starkes Signal", so die Siemens-Managerin.

Es gebe sicherlich Familien oder Mitarbeiter, die nicht ohne weiteres an einen anderen Standort umziehen könnten, aber man wolle versuchen, den Beschäftigten auch im Austausch mit der Politik eine Perspektive zu geben. Dazu gehörten die geplante Modellfabrik für digitale Anwendungen und das künftige Kompetenzzentrum für Elektromobilität in Bad Neustadt.

Wie viele Arbeitsplätze sich dadurch erhalten lassen werden, sei aber noch nicht absehbar. Deutschland müsse sich angesichts der Digitalisierung auf einen grundlegenden Wandel der Beschäftigung einstellen, sagte Kugel. "Arbeit wird es auch künftig geben, allerdings werden bestimmte Jobs verschwinden und bestimmte neue Berufsbilder dazukommen. Ein Land wie Deutschland muss das bewältigen."

 

Bayerns IG-Metall-Bezirkschef Jürgen Wechsler dagegen mahnte auf der Kundgebung in Nürnberg: "Wenn erst einmal die Produktion raus ist, folgen bald Service und Vertrieb, und schließlich die Entwicklung." Von Siemens-Chef Joe Kaeser verlangte Wechsler einen vorläufigen Verzicht auf die geplanten Verlagerungen, bis es für die betroffenen Standorte tragfähige Alternativen gebe.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft

Aktien Tops & Flops

DT. BANK 16,79 +8,70%
E.ON 6,42 +4,65%
FMC 74,92 +2,46%
MERCK 92,65 -0,88%
VOLKSWAGEN VZ 121,31 -0,34%
Henkel VZ 106,53 -0,32%

Wertpapiersuche

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 153,16%
Crocodile Capital MF 122,39%
Stabilitas GOLD+RE AF 111,56%
Polar Capital Fund AF 102,45%
Fidelity Funds Glo AF 91,69%

mehr

  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr