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Stimmung im sächsischen Handwerk so gut wie selten

Stimmung im sächsischen Handwerk so gut wie selten

Sachsens Handwerker zeigen sich dieses Frühjahr so zufrieden und optimistisch wie lange nicht mehr. Sowohl in Dresden als auch in Leipzig verzeichneten die Handwerkskammern in ihren aktuellen Konjunkturumfragen Spitzenwerte.

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Quelle: dpa

Jeweils 85 Prozent der über alle Branchen hinweg befragten Betriebe bezeichneten ihre aktuelle Lage als gut oder befriedigend, teilten die Kammern am Dienstag mit. In Leipzig sei das die beste Geschäftslage der vergangenen zehn Jahre, hieß es. In Dresden wurde ein solcher Wert noch nie erreicht. Die HWK Chemnitz legt ihre Zahlen erst am Donnerstag vor.

Mehr als 90 Prozent der Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Dresden gingen außerdem davon aus, dass sich die Geschäfte in den kommenden sechs Monaten weiter gut oder zumindest zufriedenstellend entwickeln, sagte HWK-Hauptgeschäftsführer Andreas Brzezinski. Nur 7 Prozent erwarteten eine Verschlechterung. Im Raum Leipzig gehen sogar nur 5 Prozent der Betriebe von schlechteren Geschäften im Laufe des Jahres aus, wie die Kammer mitteilte.

Dresdens Kammerpräsident Claus Dittrich fand am Dienstag jedoch nicht nur freudige Worte. „Wir müssen leider Wasser in den Wein gießen, weil die Risiken in der allgemeinen Euphorie gern ausgeblendet werden", sagte er. Das Handwerk lebe nicht von Blasen, sondern brauche verlässliche Rahmenbedingungen. Viele Betriebe seien noch immer zu schlecht mit Eigenkapital unterlegt, zudem bereite die Entwicklung der Preise für Rohstoffe und Energie ernsthafte Sorgen. „Für das Handwerk ist das Gift", sagte Dittrich.

Die Zahl der schon jetzt angebotenen Lehrstellen zeige außerdem, wie schwer es manche Betriebe bereits hätten, geeignete Mitarbeiter zu finden. Daran ändere auch die seit 1. Mai geltende sogenannte Arbeitnehmerfreizügigkeit für die östlichen EU-Nachbarn nichts. „Selbst bei Jugendlichen ist der große Ansturm ausgeblieben", sagte Brzezinski. Auch in der Region Leipzig wurde ein Mangel an Fachkräften ausgemacht. Jeder dritte Betrieb gab in der Umfrage an, mehr Zeit für die Personalsuche aufwenden zu müssen als früher. Ein Fünftel konnte überhaupt keine geeigneten Mitarbeiter finden.

Die Handwerkskammer Dresden hatte im Frühjahr 4280 Betriebe befragt, 757 davon machten mit. In Leipzig waren 2000 Unternehmen angeschrieben worden, davon beteiligten sich 341.

dpa

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